LBBW Multi Global R Fonds: 06/2022-Bericht, Wertrückgang von 6,2% - Fondsanalyse


02.08.22 10:00
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Der LBBW Multi Global R ist ein defensiv ausgerichteter Wertpapier-Mischfonds, so die Experten von LBBW Asset Management.

Er könne weltweit in Wertpapiere, u.a. in verzinsliche Wertpapiere, Aktien und Zertifikate sowie in Geldmarktinstrumente, Investmentanteile und sonstige Anlageinstrumente investieren. Hierbei betrage die maximale Quote für Investitionen in Aktien 30% des Fondsvermögens. Zur weiteren Diversifikation sei aktuell beabsichtigt, bis zu 10% in 1:1 Zertifikate auf Edelmetalle anzulegen. Die Investmentgesellschaft dürfe in Schuldverschreibungen, Schuldscheindarlehen und Geldmarktinstrumente der Bundesrepublik Deutschland und deren Bundesländer mehr als 35% des Wertes des Sondervermögens anlegen.

Im Laufe des Juni hätten die Rezessionssorgen deutlich zugenommen. Dies habe sich in fallenden Staatsanleiherenditen und deutlich zurückgehenden Preisen an den Rohstoffmärkten geäußert. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sei in wenigen Tagen von knapp 2% auf unter 1,2% gesunken. Rohstoffe hätten Ende Juni größtenteils deutlich unter dem Niveau vor Kriegsbeginn notiert. Derweil hätten sich die Gewinnerwartungen für Unternehmen deutlich eingetrübt, was die Aktienmärkte unter Druck gebracht habe. Die anstehende Berichtssaison zum zweiten Quartal werde weiteren Aufschluss bringen.

Die Bremspolitik der Notenbanken, allen voran der US-Notenbank (FED), die im Juni erstmals seit 1994 eine Leitzinserhöhung um 0,75% auf 1,75% vorgenommen habe, werde das vorerst kaum beeinflussen. Rekordhohe Inflation zwinge die Notenbanken zum Gegensteuern. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe im Juni überraschend die Leitzinsen um 0,50% angehoben und die Europäische Zentralbank (EZB) werde im Juli voraussichtlich mit einer Leitzinserhöhung von 0,25% nachziehen. Unterdessen scheine sich aufgrund der abebbenden Corona-Infektionswelle in Shanghai und Peking die Lieferkettenproblematik zu entspannen und in Kombination mit der fortgesetzten politischen Unterstützung die Entwicklung in China positiv zu beeinflussen.

Der DAX habe den Monat mit einem Kursverlust von ca. -11,15% beendet. Der marktbreite STOXX Europe 600 habe rund 8% verloren. Die US-Standardwerte hätten den Juni mit einem Kursrückgang von ca. -8,3% beendet und die US-Technologiewerte hätten rund 9% (jeweils in US-Dollar) verloren.

Der europäische Anleihemarkt habe sich im Juni dem globalen Trend steigender Zinssätze nicht entziehen können. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen sei von rund 1,12% auf ca. 1,37% gestiegen. Der Euro habe rund 2,3% zum US-Dollar verloren und mit ca. 1,048 US-Dollar je Euro geschlossen.

Der ICE BofAML EN00-Index, welcher auf Euro lautende Unternehmensanleihen mit guter Schuldnerqualität (sog. Bonität BBB- oder besser) abbilde, habe im Juni erneut nachgegeben. Der Gesamtertrag im vergangenen Monat habe bei rund -3,7% gelegen. Seit Dezember sei in jedem Monat ein negativer Ertrag verzeichnet worden. Auf Jahressicht liege das Minus aktuell bei ca. -13,3%.

Die schwache Wertentwicklung im Juni sei zum einen auf ein neuerlich gestiegenes Zinsniveau zurückzuführen gewesen. Zum anderen seien gestiegene Risikoprämien ein starker Belastungsfaktor gewesen. Die Rendite des Indexes habe zum Ende des vergangenen Monats bei ca. 3,1% und damit über dem Durchschnitt der letzten 20 Jahre gelegen.

Unternehmensanleihen mit schwächerer Schuldnerqualität (sog. Bonität BB+ und darunter) hätten sich im Juni ebenfalls stark negativ entwickelt. Der diese Werte abbildende Index ICE Bof-AML HNE0 habe im Juni einen Gesamtertrag von ca. -7,5% aufgewiesen, das schlechteste Abschneiden in diesem Jahr. Die Risikoprämien seien im Juni deutlich angestiegen und hätten den Hauptbelastungsfaktor dargestellt. Auf Jahressicht werde nunmehr ein Minus von rund -15,5% verzeichnet.

Der Rohstoffmarkt sei mit grünen Vorzeichen in den Monat Juni gestartet, habe im weiteren Monatsverlauf jedoch deutlich nachgegeben. Vor allem die konjunktursensiblen Rohstoffe aus dem Energiebereich sowie die Basismetalle seien stark unter Druck gekommen und hätten im zweistelligen Prozentbereich verloren.

Am Ölmarkt sei die Versorgungslage angespannt geblieben, während gleichzeitig die Sorgen vor einer Rezession einen weiteren deutlichen Anstieg der Rohölpreise verhindert hätten.

Bei den Basismetallen hätten Marktteilnehmer zudem eine geringere Nachfrage durch die Lockdown-Maßnahmen im weltweit wichtigsten Abnehmerland China befürchtet.

Mit weniger deutlichen Abschlägen hätten die Edelmetalle den zurückliegenden Monat beendet, wobei Gold als prominentester Vertreter der Edelmetalle am besten abgeschnitten habe. Die Feinunze Gold sei um ca. 1,6% im Juni gefallen und habe den Monat bei rund 1.807 US-Dollar beendet.

Der LBBW Multi Global habe im Monatsverlauf im Kontext sehr schwacher Kapitalmärkte Verluste hinnehmen müssen. Wenngleich sich die Anleihemärkte zum Monatsende hin etwas stabilisiert hätten, hätten weder diese noch die sehr schwachen Aktienmärkte Raum für eine positive Wertentwicklung gelassen. Im Monatsverlauf habe der Fonds ca. -6,17% an Wert verloren. Der Einsatz von Absicherungsinstrumenten habe die negative Wertentwicklung marginal abgemildert.

Das Zinsrisiko im Fonds sei reduziert worden, werde aber dem attraktiven Zinsumfeld gerecht. Ende Juni hätten viele Anleihen eine attraktive laufende Verzinsung geboten, von welcher der Fonds nach vorne blickend profitieren dürfte. Zudem habe das Portfoliomanagement wieder aktiv an Neuemissionen teilgenommen und im Gegenzug relativ gesehen teurere Anleihen veräußert. In diesem Kontext seien Anleihen von Investor AB und Orsted erworben worden. Zur Schaffung der notwendigen Liquidität seien beispielsweise Anleihen Israels und von der belgischen Bank KBC veräußert worden.

Die Aktienquote des Fonds sei in der zweiten Monatshälfte leicht erhöht worden. Hierzu sei auch die günstige Volatilität für Optionen, die von steigenden Märkten profitieren würden, ausgenutzt worden. Innerhalb der Aktien seien einige Geschäfte getätigt worden. So seien beispielsweise alle Anteile an der italienischen Bank Intesa Sanpaolo veräußert worden. Auch die Position im deutschen Chemieunternehmen LANXESS sei deutlich reduziert worden. Im Gegenzug seien Anteile am italienischen Luxuskleidungshersteller Moncler erworben worden.

Die indirekte Edelmetall- und Rohstoffquote sei weitestgehend unverändert geblieben. Der Kassenbestand habe zum Monatsende ca. 5,0% betragen. (Stand vom 30.06.2022) (02.08.2022/fc/a/f)






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