Ethna-DEFENSIV-Fonds: 07/2022-Bericht, die US-Dollarquote wieder auf 20% erhöht - Fondsanalyse


04.08.22 10:00
ETHENEA

Munsbach (www.fondscheck.de) - Und plötzlich Rezession? Haben wir uns zuletzt an dieser Stelle zumeist über die exzessive Inflation weltweit unterhalten, so hat im letzten Monat die Sorge vor einer globalen Rezession deutlich an Bedeutung gewonnen, so Dr. Volker Schmidt, Senior Portfolio Manager von ETHENEA Independent Investors S.A., im Kommentar zum Ethna-DEFENSIV (ISIN LU0279509904 / WKN A0LF5Y, A; ISIN LU0279509144 / WKN A0LF5X, T).

Die USA hätten sogar das zweite Quartal in Folge ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung vermeldet, nach hiesigem Maßstab die Definition einer Rezession. Dagegen sei die Konjunktur in der Eurozone trotz vieler Unkenrufe im positiven Bereich, mit einer besonders starken Performance der klassischen Urlaubsländer im Süden. Ein viel beachtetes Zeichen für das Aufkommen einer Rezession sei auch der starke Rückgang der Langfristrenditen. So sei beispielsweise die Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen von 1,75% im Juni auf 0,85% gesunken. Auch die Experten von ETHENEA seien von der Wucht des Renditerutsches überrascht worden, denn schließlich habe die Inflation in Europa und den USA neue Rekordmarken erklommen. Andererseits sei nun auch die EZB in den Zinserhöhungsreigen mit einer höher als erwarteten Steigerung ihrer Leitzinsen um 50 Basispunkte eingestiegen. Weitere Zinserhöhungen auf beiden Seiten des Atlantiks würden folgen.

Wieso aber könnten die Renditen der 10-jährigen Bundesanleihen auf unter 1% bzw. die der 10-jährigen US-Staatsanleihen auf unter 2,75% fallen - und das bei einer aktuellen Inflation von rund 9%? Das sei auch für die Experten von ETHENEA schwer nachzuvollziehen, aber auch sie müssten Ursachenforschung betreiben und ihren möglichen Denkfehler hinterfragen.

Die Investoren würden den Zentralbanken zutrauen, sich zuallererst um eine baldige erfolgreiche Eindämmung der Inflation zu kümmern. Dieses leite sich zum Beispiel aus den Inflationserwartungen ab, die man aus den Preisen der inflationsgeschützten 10-jährigen Staatsanleihen ablesen könne. Hier lägen die Langfristerwartungen für die durchschnittliche Inflation über die nächsten zehn Jahre bei gerade einmal etwas mehr als 2%, und zwar sowohl in Deutschland als auch in den USA. Auch die meisten Volkswirte würden ein deutliches Abflauen der Inflation im Jahr 2023 erwarten. Wenn dann auch noch die globale Wirtschaft in eine Rezession abgleite, könnten die Zentralbanken tatsächlich bereits 2023 wieder Zinssenkungen auf der Agenda haben. Die US-amerikanische Federal Reserve sehe jedenfalls ihren neutralen Zins auf lange Sicht bei 2,5% - ein Niveau, das bereits im September 2022 überschritten werden sollte und damit spätere Zinssenkungen ermögliche.

Aber mit welcher Art Rezession müsse man rechnen? Die Arbeitslosigkeit sei auf niedrigem Niveau und es würden dringend Fach- und Hilfskräfte gesucht. Andererseits würden die großen Technologiekonzerne Einstellungsstopps oder bereits Entlassungen verkünden. Eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums ist auch für uns wahrscheinlich, vielleicht auch eine technische Rezession in Europa, die per Definition bei zwei aufeinanderfolgenden Quartalen ohne wirtschaftliches Wachstum ausgerufen wird, so die Experten von ETHENEA. Aber komme es auch zu einer "harten Landung" mit deutlich ansteigenden Arbeitslosenraten? Hier seien die Experten von ETHENEA skeptisch.

Im Ethna-DEFENSIV waren, sind und bleiben wir vorsichtig, so die Experten von ETHENEA. Im Juli hätten die Experten nur geringe Anpassungen am Portfolio vorgenommen. Ihre größte Überzeugung seien aktuell die Währungen. Dementsprechend hätten die Experten die US-Dollarquote wieder auf 20% erhöht und würden auch weiterhin im Schweizer Franken und der Norwegischen Krone investiert bleiben. Zinsänderungsrisiken würden die Experten von ETHENEA nur in geringem Umfang eingehen. Die durchschnittliche Duration des Anleihenportfolios liege bei sehr niedrigen 3,2. Gekoppelt mit einer hohen Qualität - Durchschnittsrating im AA-Bereich - würden die Experten damit das Risiko steigender Risikoprämien für ihre Unternehmensanleihen reduzieren. Durch den Abschluss von Zinssicherungsgeschäften mittels Futures hätten die Experten das Zinsänderungsrisiko zusätzlich reduziert.

Insgesamt sei die Performance des Ethna-DEFENSIV im Juli klar positiv gewesen und beruhe vorrangig auf unserer Währungsallokation. Die Experten von ETHENEA hätten sicher auch gerne von den rückläufigen Renditen profitiert, aber sie würden diese nicht als dauerhaft betrachten und sähen von einem kurzfristigen Abweichen von ihrer Langfristmeinung weiter steigender Renditen ab. Trotzdem habe sich der bisherige Jahresverlust um rund 50 Basispunkte auf nur noch -1,83% (T-Klasse) weiter reduziert. Dieses bestärke die Experten von ETHENEA in der Erwartung, auch das Gesamtjahr wieder mit einer positiven Jahresperformance abzuschließen. (Ausgabe vom 31.07.2022) (04.08.2022/fc/a/f)





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