ETFs: Vorsicht trotz Kurssteigerungen


09.06.22 16:48
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Trotz überwiegend steigender Aktienkurse bleiben Anleger misstrauisch, so die Deutsche Börse AG.

Die Inflations- und Zinssorgen seien nicht vom Tisch. Doch die Lockerungsmaßnahmen in China würden die Stimmung etwas heben. "Investoren greifen nicht mit vollen Händen zu - aus Sorge vor einer Bärenmarktrallye", begründe Holger Heinrich von der Baader Bank. Die Skepsis überwiege; die Umsätze seien im Vergleich zum ersten Quartal zurückgegangen.

Aktien-ETFs: Marktbreit werde gekauft

Mit Abstand würden Aktien-Tracker den ETF-Handel dominieren. Zumindest das Interesse sei mit den Kurssteigerungen zurückgekehrt, berichte auch Fabian Wörndl von Lang & Schwarz mit Blick auf die Nachfrage nach globalen Aktien-ETFs.

Kunden der Baader Bank würden vor allem auf MSCI World-ETFs setzen. Darüber hinaus werde nach Angaben von Heinrich der Tracker des FTSE All-World sowohl in der thesaurierenden (ISIN IE00BK5BQT80/ WKN A2PKXG) wie auch in der ausschüttenden Variante (ISIN IE00B3RBWM25/ WKN A1JX52) gekauft.

Regional seien neben DAX-ETFs vor allem Asien wieder gefragt, seit erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Shanghai umgesetzt würden. Wörndl mache Käufe des Vanguard FTSE Developed Asia Pacific ex Japan (ISIN IE00B9F5YL18/ WKN A1T8FT) aus.

Vola-Engagements würden uninteressanter

Mit rückläufiger Volatilität würden entsprechende Produkte aus den Depots fliegen. Wörndl sehe erhebliche Verkäufe des WisdomTree S&P 500 VIX Short-Term Futures 2.25x Daily Leveraged (ISIN IE00BLRPRH06/ WKN A3GL7G). Der Volatilitätsindex VIX sei auf Monatssicht um 29 Prozent gesunken, der VDAX-New um 33 Prozent.

Zurückhaltung bei Rohstoffe-ETCs trotz steigender Kurse

Die geplanten Produktionserhöhungen der OPEC+ würden den Ölpreisanstieg, trotz der ersten Öffnungen in China bremsen, Brent und WTI würden im Zuge der Nachrichten um 120 US-Dollar pendeln. Vor dem Innehalten hätten die Ölpreise in den vergangenen sechs Monaten um mehr als 50 Prozent zugelegt. Energie bleibe als Anlageschwerpunkt beliebt: "Unsere Kunden kaufen sowohl Öl-als auch Gas-ETFs." Besonders gefragt sei der iShares Oil & Gas Exploration & Production (ISIN IE00B6R51Z18/ WKN A1JKQL).

Kryptowährungens: Skepsis überwiege

Trotz der Erholung am Kryptomarkt bleiben Anleger verhalten. Wörndl berichte von Verkäufen. Neben gängigen Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether stünden vor allem kleinere Werte wie Avalanche auf den Verkaufslisten: Wörndl verzeichne Verkäufe des AVAXetc - ETC Group Physical (ISIN DE000A3GWNN9/ WKN A3GWNN)

Renten-ETFs: Risikoanlagen bevorzugt

Die Renditen der Staatsanleihen in Deutschland, der Eurozone und in den USA würden nahezu ungebremst steigen. Im Handel mit Anleihen würden jetzt riskantere Corporate Bonds vorgezogen und Bundesanleihen abgegeben, wie David Kepper von der Commerzbank kommentiere. Der Anstieg der zehnjährigen Bundesrendite auf ein Achtjahreshoch und der zehnjährigen italienischen Pendants auf weit über 3 Prozent habe bei Lang & Schwarz keine gravierenden Auswirkungen im Handel: Von Ausverkauf könne keine Rede sein, erkläre Wörndl. (09.06.2022/fc/a/e)






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IE00BLRPRH06 A3GL7G 11,00 € 1,53 €
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