ETF-Handel: Keine Verkaufswelle trotz Talfahrt


20.09.22 17:11
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Talfahrt an den Aktienmärkten löst im ETF-Handel keinen Verkaufsdruck aus, so die Deutsche Börse AG.

Doch vor der erwarteten Zinserhöhung der US-Notenbank FED am Mittwoch würden die Marktteilnehmer vorsichtig bleiben.

Frank Mohr von der Société Générale berichte von normaler Handelstätigkeit. "Wir registrieren keinen großen Verkaufsdruck". Es gäbe sogar auf Wochensicht einen leichten Kaufüberhang. Jan Duisberg von der ICF Bank ergänze, dass sich die Ängste der Investoren nicht im ETF-Handel gezeigt hätten, wenngleich die drei wichtigsten Themen marktbeherrschend bleiben würden: Zins-, Inflations- und Rezessionsangst. Selektiv werde sogar wieder gekauft.

Im Tagesgeschäft der Société Générale würden US-Aktien-ETFs dominieren, wobei sich Käufe und Verkäufe die Waage halten würden. Verkauft werde der Vanguard S&P 500.

Am zweitstärksten sei der Umsatz mit global investierenden Aktien-ETFs, die überwiegend gekauft würden. So dominiere die Kaufseite beim iShares Core MSCI World wie beim SPDR MSCI World (ISIN IE00BFY0GT14 / WKN A2N6CW).

Duisberg Kunden*innen würden mittelgroße deutsche Aktien (ISIN DE000ETFL441 / WKN ETFL44) sowie der EURO STOXX 50 in ETF-Form nachfragen. "Hier sind die Umsätze gut." Darüber hinaus registriere der Händler starkes Interesse an US-Technologiewerten: Hier werde gehebelt mit dem WisdomTree NASDAQ 100 3x leveraged investiert. "Das ist einer der begehrten Klassiker."

Von den Sektoren würden bei der Société Générale vor allem Aktien-ETFs mit Technologiewerten am meisten gehandelt. Mohr berichte, dass Käufe und Verkäufe hier recht ausgeglichen seien. Gekauft werde der Lyxor MSCI World Information Technology. Er habe auf Wochensicht gut 5 Prozent verloren, auf Sicht eines halben Jahres rund 10 Prozent. Auch bei Duisberg sei das Interesse an Technologie wieder gestiegen. Duisberg registriere Nachfrage nach einer etwas exotischeren Anlagemöglichkeit, dem WisdomTree Cloud Computing.

Die Kaufseite überwiege nach Angaben von Mohr bei Energietiteln, die Nummer zwei im Handel mit Branchen-ETFs. Gesucht sei der iShares STOXX Europe 600 Oil & Gas, der in der vergangenen Handelswoche noch auf der Verkaufsliste gestanden habe. Bei den gefragten Titel der Vorwoche, den Finanzwerten, hätten nun Verkäufe vorgeherrscht, vor allem bei europäischen Titeln des Sektors (ISIN LU1829219390 / WKN LYX0Z5)

Gefallen sei die Nachfrage nach Rentenmarktprodukten. "Der Anteil am Handelsvolumen von festverzinslichen Wertpapieren macht in dieser Woche 20 Prozent aus, während 25 bis 30 Prozent üblich sind", berichte Mohr. Dabei würden US-Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit im Handel mit Schuldpapieren hervorstechen. Gefragt sei hier der iShares USD Treasury Bond 1-3yr. Auch europäische Unternehmenstitel seien in der Gunst der Anleger*innen gestiegen: Käufe würden Mohrs Orderbücher des Shares Core Euro Corp Bond zeigen.

Nach der Umstellung von Ethereum von Proof of Work auf Proof of Stake sinke der Kurs der zweitgrößten Kryptowährung, wie auch der meisten anderen großen Kryptos. Das Update "The Merge" sei ohne Komplikationen in der vergangenen Woche umgesetzt worden. Ab jetzt verbrauche Ethereum deutlich weniger Strom. In den kommenden Jahren würden vier weitere geplante Updates folgen. Duisberg vermerke Käufe eines Klassikers: Der VanEck Ethereum, der auf Wochensicht um rund 15 Prozent gesunken sei, sei gefragt.

Der Kursrutsch der Edelmetalle im Zuge der Zinserhöhungen der US-Notenbank werde indessen vereinzelt als Kaufchance betrachtet. Duisberg berichte von vermehrter Nachfrage nach Gold, die mit dem Kauf des Gold Bullion Securities gestillt werde. (20.09.2022/fc/a/e)






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