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ETF Flow Report: US-Anleger investieren weiter in ETFs, in Europa stockt die Nachfrage


19.09.22 11:55
Amundi

Paris (www.fondscheck.de) - Global haben Anleger im Juli und August 90,7 Mrd. Euro in ETFs investiert, wobei auf den Juli 44,1 Mrd. Euro und den August 46,6 Mrd. Euro entfielen, so die Experten von Amundi.

Der Großteil davon (85,3 Mrd. Euro) sei in den USA investiert worden. Die Zuflüsse in Asien seien in beiden Monaten positiv gewesen, wobei die Region in diesem Zeitraum 3,9 Mrd. Euro zugelegt habe. In Europa habe es hingegen ein uneinheitliches Bild gegeben: Im Juli seien 2,2 Mrd. Euro neu investiert und im August 743 Mio. Euro abgezogen worden. In den beiden Monaten seien Anleihen mit 58,8 Mrd. Euro die beliebteste Anlageklasse gewesen, gefolgt von Aktien, die 41,9 Mrd. Euro zugelegt hätten. Aus Rohstoffen hätten Anleger rund 12 Mrd. Euro abgezogen, wobei der Großteil der Abflüsse im Juli erfolgt sei (-8 Mrd. Euro).

Insgesamt sei die Unsicherheit über die Aussichten der Weltwirtschaft nach wie vor groß, was Anleger zu einer vorsichtigeren Haltung veranlasse. In Europa hätten Anleger im Juli und August 5,3 Mrd. Euro aus Aktien-ETFs abgezogen, der Großteil davon im August (-4,4 Mrd. Euro). Dagegen seien 9,5 Mrd. Euro in Bond-ETFs; 5,1 Mrd. Euro im Juli und 4,4 Mrd. Euro im August geflossen. Auch aus Rohstoffen hätten Anleger in Europa 2,7 Mrd. EUR abgezogen.

Im Juli seien aus UCITS-Aktien-ETFs 1,4 Mrd. Euro abgeflossen, im August sogar 4 Mrd. Euro. Die größten Abflüsse habe es bei US-amerikanischen und nordamerikanischen ETFs gegeben, die im Juli noch um 1,3 Mrd. Euro zugelegt hätten, im August aber Abflüsse von 4,3 Mrd. Euro verzeichnet hätten. Dies habe hauptsächlich Indices betroffen, die den S&P 500 abbilden würden. Auch aus Aktien der Eurozone hätten Anleger im Juli 1,3 Mrd. Euro und im August 2 Mrd. Euro abgezogen. Globalen Aktien-ETFs hätten im August hingegen um 3,4 Mrd. Euro zugelegt.

Abflüsse habe es im Juli und August sowohl aus Sektor- und Themen-ETFs (-1,3 Mrd. Euro) als auch aus Smart-Beta-ETF (-2 Mrd. Euro) gegeben. Finanz-ETFs hätten in beiden Monaten insgesamt 1,3 Mrd. Euro und Value-Strategien 1,8 Mrd. Euro verloren. Anleger hätten vor allem ihr Engagement in europäischen und globalen Value-Strategien verringert.

Interessanterweise hätten ESG-ETFs weiter zugelegt - im Juli um 5,5 Mrd. Euro und im August um 1,5 Mrd. Euro. Gefragt gewesen seien dabei vor allem die USA und Nordamerika (+2,9 Mrd. Euro) sowie globale Schwellenländer (+1,2 Mrd. Euro). Damit hätten sich die ESG-Allokationen im Vergleich zu den letzten Monaten beschleunigt.

Anleihen seien im Juli und August gefragter gewesen als Aktien, wobei Unternehmensanleihen um 5,3 Mrd. Euro und Staatsanleihen um 4 Mrd. Euro zugelegt hätten. Auf der Suche nach Qualität hätten Anleger im Juli 1,4 Mrd. Euro in Unternehmensanleihen der Eurozone und 2,1 Mrd. Euro in US-Corporate-Strategien investiert. Im gleichen Zeitraum hätten sie 767 Mio. Euro aus US-Hochzinsstrategien abgezogen.

Bei Staatsanleihen habe sich das Interesse auf die USA konzentriert. Im Juli und August hätten Anleger dort 1,6 Mrd. Euro in mittlere, 900 Mio. Euro in breite und 800 Mio. Euro in langlaufende Strategien investiert. Aus Schwellenländer-Staatsanleihen hätten sie im Juli 804 Mio. Euro abgezogen, hätten diese Strategien im August jedoch wieder um 1,3 Mrd. Euro aufgestockt. Abflüsse habe es auch bei inflationsgebundenen US-Strategien (-1,3 Mrd. Euro) und aus chinesischen Staatsanleihen (-615 Mio. Euro) gegeben.

Wie auf der Aktienseite hätten auch die Investitionen in Bond-ESG-Strategien im Laufe des Sommers zugenommen: Sie seien um 5,1 Mrd. Euro gestiegen, wobei rund 2 Mrd. Euro in Unternehmensanleihen der Eurozone geflossen seien. Anleger hätten dabei sowohl auf kurze als auch auf lange Laufzeiten gesetzt. (19.09.2022/fc/a/e)