DWS Invest SDG Global Equities LD-Fonds: 06/2022-Bericht, Position in SLM Corp leicht reduziert - Fondsanalyse


04.08.22 14:00
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der Aktienfonds DWS Invest SDG Global Equities LD investiert in Unternehmen, die einen positiven Beitrag zur Erreichung mindestens eines der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN (Sustainable Development Goals, sog. SDG) leisten, so Paul Buchwitz, Fondsmanager bei DWS.

Im Gesamtportfolio des Fonds werde angestrebt, dass durchschnittlich 50% der Unternehmenserträge zur Erreichung der 17 Ziele beitragen würden. Alle im Fonds enthaltenen Unternehmen würden zusätzlich die definierten ESG - Standards der DWS erfüllen.

Im letzten Monat des zweiten Quartals hätten die Aktienmärkte erneut deutliche Verluste verzeichnet. In den USA hätten die Notierungen in der ersten Jahreshälfte 2022 sogar die schlechteste Entwicklung seit über 50 Jahren hingelegt. Das übergeordnete Thema an den Märkten sei weiterhin die historisch hohe Inflation in vielen Erdteilen (beispielsweise die höchste seit 40 Jahren in den USA) sowie ihre Auswirkungen auf die Geldpolitik und letztendlich auf die Realwirtschaft gewesen. Die US-Zentralbank habe im Monat Juni mit der bereits dritten Zinsanhebung in diesem Jahr reagiert, diesmal sogar um 75 Basispunkte, die größte Anhebung seit 1994.

Auch in Europa habe die EZB einen baldigen Zinsschritt angekündigt. All das habe letztendlich Sorgen vor einer möglichen Rezession geschürt. Der andauernde Konflikt in der Ukraine und die Unsicherheit über die Gasversorgung insbesondere in Europa sowie anhaltende Covid-bedingte Restriktionen in China hätten ebenfalls die Kurse belastet. Der US-amerikanische Aktienmarkt, gemessen am S&P 500 Index, habe 8,3% eingebüßt. Für den wachstumsorientierten NASDAQ Index sei es mit -8,7% ähnlich steil nach unten (beide in US-Dollar) gegangen.

In Europa sei der MSCI Europe um 7,7% gefallen, während der DAX sogar um 11,2% eingebrochen sei (beide in Euro). Der japanische Markt, gemessen am Topix, habe sich mit einem Minus von 2,1% zwar deutlich besser gehalten (in Yen), wozu aber noch die starke Abwertung des Yen gekommen sei. Auch die Notierungen in den Entwicklungsländern seien nicht verschont worden und um 6,6% (in US-Dollar) gefallen. Im Hinblick auf die relative Entwicklung bei den einzelnen Sektoren sei das Bild deutlich von Rezessionsängsten geprägt gewesen. Defensive Sektoren wie Gesundheit, Basiskonsumgüter und Versorger seien die relativen Gewinner gewesen, während auf der Verliererseite konjunktursensitive Bereiche des Marktes gestanden hätten, wie Energie, Rohstoffe und Finanzwerte.

Bei der Konstruktion des Portfolios werde neben dem Renditeziel berücksichtigt, dass die Unternehmen, an denen sich die Experten beteiligen würden, einen möglichst hohen Umsatzbeitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) leisten würden. Im Durchschnitt würden die Experten anstreben, dass jeder zweite Euro an Umsatz, der generiert werde von ihren Portfoliobeteiligungen, potenziell zu den genannten Zielen beitrage. Im Versorger-, Industrie- und Gesundheitssektor gebe es besonders viele Unternehmen die einen hohen potenziellen Beitrag leisten würden, deshalb seien diese Sektoren im Fonds auch tendenziell stärker gewichtet.

Grundsätzlich liege der Fokus auf Aktien von Firmen mit nachhaltigen, wachstumsorientierten Geschäftsmodellen, soliden Bilanzen, starken Managements und attraktiven Bewertungen. Darüber hinaus werde darauf Wert gelegt, dass diese Unternehmen einen signifikanten Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen leisten könnten. Im Juni hätten die Experten keine signifikanten Änderungen im Portfolio vorgenommen. Aufgrund des unsicheren makroökonomischen Umfelds aber hätten sie ihre Position in SLM Corp leicht reduziert. Das Unternehmen biete Ausbildungsfinanzierung an, insbesondere es für die Vergabe von Studentenkrediten bekannt, somit trage es potenziell zum UN-Nachhaltigkeitsziel 4 "Hochwertige Bildung" bei. Auf der anderen Seite hätten die Experten den Gesundheitsbereich ausgebaut und ihre Positionen in Pfizer und Abbvie leicht erhöht. Die beiden US-amerikanischen Pharmaunternehmen würden mit ihren Produkten potenziell zum Ziel 3 "Gesundheit und Wohlergehen" beitragen.

Der DWS Invest SDG Global Equities habe im Juni 6,82% an Wert verloren und hinter dem MSCI Welt all country (total return, in Euro) gelegen, der im gleichen Zeitraum 6,22% an Wert verloren habe. Ein Teil dieser Differenz sei durch die unterschiedlichen Bewertungszeitpunkte am Monatsbeginn zu erklären. Die relative Wertentwicklung des Fonds sei im Berichtsmonat durch den Fokus auf Qualitätsunternehmen, durch die Sektorallokation als auch die Einzeltitelselektion beeinflusst worden. Positiv zur relativen Fondsentwicklung hätten die Auswahl der Einzeltitel im Gesundheitssektor und bei Kommunikationsdienstleistungen beigetragen sowie die Untergewichte bei Energie- und Rohstoffwerten, sowie Finanztiteln.

Auf der anderen Seite hätten insbesondere die Allokation und Selektion im Bereich diskretionärer Konsum belastet. Auch die Selektion innerhalb des Industriesektors, aber auch des Nicht-diskretionären Konsums sei im vergangenen Monat nicht von Vorteil gewesen. Dafür habe die erhöhte Kassenpositionen positiv zur relativen Wertentwicklung beigetragen.

Die geopolitische Lage habe sich seit Jahresanfang aufgrund der Ereignisse in der Ukraine deutlich eingetrübt. Insbesondere in Europa bleibe die Situation genau zu beobachten, da mögliche Auswirkungen und der weitere Verlauf des Konfliktes noch unklar seien. Risiken bestünden vor allem im Hinblick auf die Sicherheit der Energieversorgung in der Region. Angesichts der weltweit hohen Inflationsraten sei auch von der monetären Seite eine im Vergleich zu den letzten Jahren straffere Geldpolitik zu erwarten. Gleichzeitig bestehe durch den weltweiten Impffortschritt sowie grundsätzlich höhere Immunisierungsraten die Hoffnung, dass die größten Covid-19 bedingten Einschränkungen nun überwunden sein könnten und die Welt nicht noch einmal in eine Schockstarre versetzt werde. Dennoch werde die Entwicklung rund um das Covid-19 Virus weiterhin beobachtet, denn ungünstige Virusvarianten könnten erneut für Schwankungen an den globalen Aktienmärkten führen.

Die Schwellenländer stünden weiterhin vor großen Herausforderungen, sollten jedoch aller Voraussicht nach ein, wenn auch eher mittelfristiger Treiber der Weltkonjunktur bleiben. Kurzfristige Schwankungen bei Schwellenländer-Investments würden sicher auch für die Zukunft zu erwarten sein. Ein anderer Aspekt komme hinzu: Trotz des jüngsten Anstiegs der langfristigen Rendite würden die Zinsen historisch gesehen weiterhin niedrig bleiben. Für Anleger auf der Suche nach "Rendite" würden Aktien daher aus Mangel an Anlagealternativen notwendig bleiben und könnten zumindest strategisch die Aktienmärkte weiter unterstützen. Entsprechende Zuflüsse zu Aktienfonds oder Änderungen der Vermögensallokation bei Versicherungen und Pensionsfonds seien deswegen weiterhin genau zu beobachten. (Stand vom 30.06.2022) (04.08.2022/fc/a/f)






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