Bitcoin: Profi‑Investoren bremsen Spot‑ETFs aus


05.02.24 16:52
Der Aktionär

Kulmbach (www.fondscheck.de) - Gut vier Wochen ist es her, dass die US-Börsenaufsicht SEC die ersten Spot-ETFs auf den Bitcoin zum Handel zugelassen hat, so Nikolas Kessler vom Anlegermagazin "Der Aktionär".

Die Freude über die neuen Produkte sei bislang jedoch von kräftigen Mittelabflüssen aus dem Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) getrübt worden. Das sei aber nicht der einzige Grund, warum der große ETF-Hype noch auf sich warten lasse.

Die Genehmigung durch die SEC sei nur der erste Schritt gewesen, nun würden die neu zugelassenen Bitcoin-Spot-ETFs an der nächsten Hürde hängen. Denn jetzt würden noch Unternehmen wie LPL Financial Holdings - einer der größten unabhängigen Broker-Dealer der USA - die kürzlich genehmigten Produkte prüfen. Mit weitreichenden Folgen, denn am Ende gehe es dabei um die Frage, ob die fast 19.000 unabhängigen Finanzberater auf der Plattform die Produkte an ihre Kunden vermarkten dürften.

Dazu führe LPL Financial derzeit eine Due-Diligence-Prüfung durch, die insgesamt rund drei Monate in Anspruch nehmen solle. "Wir wollen nur sehen, wie sie auf den Märkten funktionieren", habe Rob Pettman, Vizepräsident für Vermögensverwaltungslösungen bei LPL Financial, gegenüber Bloomberg gesagt.

Eine der Kernfragen sei dabei, was passiere, wenn ein Spot-ETF nicht genügend Kapital einsammeln könne und wieder geschlossen werde. "Das kann eine sehr negative Erfahrung für den Anleger und für den Finanzberater sein", so Pettmann. Für Unternehmen wie LPL sei es zudem sehr kostspielig. Seine Firma müsse daher genau abwägen, welche Produkte über die konzerneigene Plattform handelbar seien.

Solange dieser Prozess laufe, könnten unabhängige Finanzberater in den USA, die auf LPL als Broker-Dealer-Plattform zurückgreifen würden, ihren Kunden noch keine Anlagen in Bitcoin-Spot-ETFs empfehlen. Angesichts der rund 1,4 Billionen Dollar an Kundengeldern, die sie verwalten würden, mache das Unternehmen wie LPL Financial zu einem wichtigen Gatekeeper, der über die Höhe der Kapitalflüsse in die neuen Produkte mit beeinflusse.

LPL Financial sei dabei sicherlich nicht der einzige Finanzkonzern, bei dem die Prüfung der frischen Spot-ETFs noch andauere. Hinzu komme, dass einige Vermögensverwalter auch einen mehrjährigen Track Record voraussetzen würden, ehe sie in ein Finanzprodukt investieren würden. Das habe zur Folge, dass die erhofften Kapitalflüsse in die Spot-ETFs etwas langsamer fließen würden, als so mancher Bitcoin-Bulle es sich erhofft habe.

Die Zulassung durch die SEC sei aber trotzdem ein wegweisender Schritt für den Bitcoin gewesen, während die Hoffnung einiger Marktteilnehmer, dass institutionelle Investoren vom ersten Tag an irrsinnige Summen in die neuen Produkte pumpen könnte, wohl etwas zu hoch gegriffen gewesen sei.

"Der Aktionär" werte den Handelsstart mit den Spot-ETFs in den USA insgesamt positiv und rechne mittel- und langfristig mit einem Anstieg der Nachfrage. In Verbindung mit einer weiteren Angebotsverknappung durch das Halving im April dürfte sich das positiv auf die Kursentwicklung der Digitalwährung auswirken. Die spekulative Kaufempfehlung gelte daher weiterhin. (05.02.2024/fc/a/e)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
67.046,65 67.695,05 -648,40 -0,96% 05.03./11:45
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
XC000A2YY636 A2YY63 68.826 19.592
Werte im Artikel
-    plus
0,00%
67.047 minus
-0,96%