Bellevue Diversified Healthcare (Lux) Fonds: 06/2022-Bericht, Wertanstieg von 0,4% - Fondsanalyse


02.08.22 10:30
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der Bellevue Diversified Healthcare (Lux) Fonds (ISIN LU2441707499 / WKN A3DEAM, B EUR) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren. Der Fonds weise die typischen Risiken auf, die sich aus Aktienanlagen ergeben würden.

Der Fonds strebe die Erzielung eines langfristigen Kapitalwachstums an. Der Bellevue Diversified Healthcare Fonds investiere weltweit in Unternehmen des Gesundheitssektors mit innovativen Geschäftsmodellen. Darunter würden Unternehmen in Bereichen wie Biotechnologie, Medizinaltechnologie, Generika, Pharma und Gesundheitsdienstleistungen fallen, die in der Entwicklung, der Herstellung oder dem Verkauf von Produkten und Dienstleistungen tätig seien. Erfahrene Branchenspezialisten würden sich bei der Portfoliokonstruktion auf die Umsetzung der positiven Charakteristika des Healthcare-Sektors fokussieren, wobei insbesondere auch die vorteilhaften Korrelationseigenschaften zwischen den Subsektoren berücksichtigt würden. Die Selektion der Unternehmen erfolge bottom-up. Der Bellevue Diversified Healthcare Fonds strebe eine Outperformance gegenüber dem MSCI World Health Care Index an. Der Fonds berücksichtige ESG-Faktoren bei der Umsetzung der Anlageziele.

Aktienmärkte hätten im Juni wegen der Finanzlage und Makrosorgen einen heftigen Ausverkauf erlebt. Der Gesundheitssektor habe den Monat zwar mit einem Minus (MSCI World Healthcare Net: -3,2%; Benchmark des Fonds) beendet, sich aber aufgrund seiner defensiven Natur deutlich besser geschlagen als die globalen Märkte (MSCI World Net: -8,7%).

Der Bellevue Diversified Healthcare Fonds (-2,0%, USD/ B-Anteile) habe seinen Vergleichsindex im Berichtsmonat dank seiner Subsektor- und Stilallokation sowie seiner positiven Titelauswahl um 119 Bp übertroffen. Unter den wichtigen Standbeinen im Stil- und Subsektorbereich des Fonds seien die untergewichteten Positionen in Gesundheitstiteln mit zyklischer Ausrichtung und die Untergewichtung des Medtech-Subsektors die stärksten Gewinnbringer gewesen.

Das schwächere Makroumfeld und die Verschärfung der Finanzbedingungen hätten nach wie vor zu großen Performanceunterschieden zwischen den Subsektoren des Gesundheitsbereichs geführt. Managed-Care-Organisationen (MCOs) und Blue Chips aus dem Pharma-/Biotechsektor hätten besser als der breitere Gesundheitssektor und globale Aktien abgeschnitten, nachdem die US-Notenbank ihren Leitzins am 15. Juni um 0,75% angehoben und eine Flucht in defensive Titel ausgelöst hatte.

Auch die regionale Performance von Gesundheitsaktien habe im Monatsverlauf variiert, wobei sich chinesische Gesundheitstitel im Zuge der Lockerung der staatlichen COVID-19- Beschränkungen erholt hätten.

Auf Einzeltitelebene sei die positive absolute Performance in USD von Seagen (30,4%, Übernahmespekulationen), Innovent Biologics (24,9%, Erholung in China) und Wuxi Biologics (23,8%, Konjunkturbelebung im Reich der Mitte) nennenswert. Die negative absolute Performance von Illumina (-23,0%, Information zur Wettbewerbssituation), Fresenius Medical Care (-21,1%, Risiko beim Vergütungsmix) und Exact Sciences (-20,7%) sei den oben genannten Makro-/Subsektortreibern und einigen idiosynkratischen Meldungen geschuldet.

Auch Anfang Juli setzt sich das Portfolio aus einer vielfältigen Auswahl an Gesundheitstiteln zusammen, wobei die Experten der Bellevue Asset Management AG an ihrer Übergewichtung im Pharma-/Biotechbereich und ihrer leichten Untergewichtung in anderen Subsektoren gegenüber der Benchmark festhalten. Sie würden den Berichtsmonat mit einer Untergewichtung in eher zyklischen Werten, einer Übergewichtung in Deep Value und einem minimalen Engagement in disruptiven Growth-Titeln von Gesundheitsunternehmen beenden. Sie würden auf stärker wachstumsorientierte Defensivwerte (z.B. Novo Nordisk) setzen, weshalb der Fonds in strukturellen Wachstumsaktien übergewichtet und in defensiven Value-Titeln untergewichtet sei.

Die Experten der Bellevue Asset Management AG sind der Ansicht, dass Pharma- und große Biotechunternehmen in jeder der zwei Makroumgebungen, die von den Märkten gegenwärtig als wahrscheinlichste Optionen diskutiert werden, weiterhin eine gute Performance bieten können. Ungeachtet des Anstiegs der UST-Renditen und der unlängst schwächeren Konjunkturindikatoren könnte die hartnäckige Inflation eine weitere geldpolitische Straffung des FED erforderlich machen. Dieses Szenario würde für Pharmaunternehmen ein anhaltendes "Goldlöckchen"-Umfeld bedeuten, in dem der Subsektor dank seiner defensiven Natur in Anbetracht einer wirtschaftlichen Eintrübung und einer weiteren Verschärfung der Finanzbedingungen überdurchschnittlich performen dürfte. Sollte dieser Treiber geldpolitischer Straffungsmaßnahmen jedoch an Kraft verlieren, sofern die US-Notenbank "kalte Füsse bekommt", rechnen die Experten der Bellevue Asset Management AG nach wie vor mit einer Outperformance des Pharmasektors. Denn ein Politikwechsel der FED ließe darauf schließen, dass eine US-Rezession im Anmarsch sei, die heftig genug sei, die Nachfrage im Bereich der eher verschiebbaren Eingriffe und Behandlungen zu beeinträchtigen.

Positive Q2-Zahlen könnten Erholungsrallyes und Short-Squeezes in einigen Subsektoren der Gesundheitsbranche auslösen, die sich stärker auf Wahleingriffe und Langzeitbehandlungen fokussieren würden, aber eine nachhaltige Erholung bedürfe einer stärkeren Unterstützung durch das Makroumfeld. (Ausgabe vom 30.06.2022) (02.08.2022/fc/a/f)