LBBW RentaMax R Fonds: 08/2022-Bericht, Wertminderung von 4,0% - Fondsanalyse


28.09.22 08:48
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Ziel der Anlagepolitik des LBBW RentaMax R Fonds (ISIN DE0005326144 / WKN 532614) ist es, bei Beachtung des Risikogesichtspunktes eine möglichst attraktive Rendite zu erwirtschaften, so die Experten von LBBW Asset Management.

Mehr als 50 Prozent des Wertes des Fonds würden in verzinsliche Wertpapiere angelegt, die auf Euro lauten würden; auf diese Bestandsgrenze würden Derivate nicht angerechnet. Der Anteil der Wertpapiere, die auf Fremdwährung lauten würden, dürfe zusammen 25 Prozent des Wertes des Fondsvermögens nicht übersteigen. Der Fokus des Fonds liege derzeit auf Euro-Unternehmensanleihen mit guter bis sehr guter Schuldnerqualität. Die durchschnittlichen Restlaufzeiten der Wertpapiere im Fonds würden der aktuellen Marktsituation unter Gesichtspunkten der Ertragsoptimierung ständig angepasst.

Der Anfang Juli gestarteten Sommerrally der Aktien- und Anleihemärkte sei im Laufe des Augusts die Puste ausgegangen. Steil ansteigende Gas- und Strompreise seit Mitte Juni hätten den Inflations- und damit Zinsängsten erneut Vorschub geleistet. Die Botschaft des Vorsitzenden der US-Notenbank (FED) auf dem alljährlichen Treffen der Notenbanken im US-amerikanischen Jackson Hole sei entsprechend deutlich gewesen: "Die Wiederherstellung der Preisstabilität könnte eine restriktive Geldpolitik für einige Zeit erfordern". Damit habe die US-Notenbank der zuletzt gehegten Hoffnung auf eine im Laufe des nächsten Jahres bevorstehende Zinswende mit dem Motto "higher for longer" eine klare Absage erteilt.

An den Anleihemärkten sei die Botschaft mit einem kräftigen Anstieg der Renditen entlang des gesamten Laufzeitspektrums quittiert worden. Die Rendite 2-jähriger Bundesanleihen sei um fast 1,00% angestiegen, während die Rendite 2-jähriger US-Staatsanleihen um rund 0,60% angestiegen sei. Im 10-jährigen Segment habe sich der Renditeanstieg bei Bundesanleihen auf rund 0,60% und bei US-Staatsanleihen auf ca. 0,50% belaufen. Insbesondere hätten Ende August die kurzfristigen US-Zinsen deutlich über den langfristigen US-Zinsen gehandelt. Dies könnte nach den beiden negativen Quartalen im Brutto-Inlandsprodukt als Indikator für eine fortgesetzte wirtschaftliche Abkühlung gedeutet werden.

Alle Anlageklassen hätten den August mit negativen Vorzeichen abgeschlossen. Der DAX habe den August mit einem Kursverlust von ca. -4,81% beendet. Der marktbreite STOXX Europe 600 habe rund -5,03% verloren. Die US-Standardwerte hätten den Monat mit ca. -4,08% beendet und die US-Technologiewerte hätten im Durchschnitt ca. -4,53% abgegeben (jeweils in US-Dollar).

Der europäische Anleihemarkt habe sich im August dem globalen Trend steigender Zinssätze nicht entziehen können. Die Rendite der 10-jährigen deutschen Staatsanleihe sei von rund 0,82% auf ca. 1,54% angestiegen. Die Feinunze Gold sei um rund 3,1% gefallen und habe den Monat mit ca. 1.711 US-Dollar beendet. Der Euro habe weitere 1,6% verloren und mit ca. 1,005 US-Dollar je Euro geschlossen.

Der ICE BofAML EN00-Index, welcher auf Euro lautende Unternehmensanleihen mit guter Schuldnerqualität (sog. Bonität BBB- oder besser) abbilde, habe im August deutliche Verluste verzeichnet. Der Gesamtertrag im vergangenen Monat habe bei ca. -4,5% gelegen. Auf Jahressicht habe das Minus Ende August damit wieder im zweistelligen Bereich bei nunmehr rund -12,9% gelegen. Ausweitungen der Risikoprämien hätten zwar einen Anteil an der negativen Wertenwicklung gehabt, wesentlich stärker habe jedoch die Aufwärtsbewegung des Zinsniveaus im August belastet. Unternehmensanleihen mit schwächerer Schuldnerqualität (sog. Bonität BB+ und darunter) hätten im August einen leichten Rückgang der Risikoprämien verzeichnet. Der diese Werte abbildende Index ICE BofAML HNE0 habe im August dennoch einen negativen Gesamtertrag von ca. -1,3% aufgewiesen, sich damit aber besser als die besser bewerteten Pendants gehandelt. Gleiches gelte für die bisherige Wertenwicklung seit einem Jahr, die Ende August bei ca. -11,9% gelegen habe.

Neben dem US-Notenbankentreffen seien im August die weiter stark gestiegenen Energiepreise das zentrale Thema gewesen und hätten auf der Marktstimmung gelastet. Die fortgesetzte Auffüllung der europäischen Gasspeicher, welche Ende August einen Füllstand von über 80% aufgewiesen hätten, bei drastisch gedrosselten Lieferungen aus Russland, habe erheblichen Aufwärtsdruck auf die Gaspreise ausgeübt. Niedrige Wasserstände - verbunden mit dem Ausfall von ca. 50% der französischen Atomkraftwerke - hätten den Strommarkt zusätzlich belastet. Sobald der Nachfragedruck von dieser Seite nachlasse, sei ein nachgebender Gaspreis und damit eine Entspannung an der Inflationsfront durchaus realistisch.

Zuvor sei jedoch noch ein vorübergehend weiterer Anstieg der im August bei 9,1% berichteten Inflationsrate der Eurozone - mit Auslaufen von Sondereffekten wie dem Tankrabatt - realistisch. Das Notenbankentreffen in Jackson Hole sei insoweit wegweisend für die nächsten Monate gewesen, da die Hoffnung auf eine Konjunkturphase mit moderatem Wirtschaftswachstum (sog. "soft landing") dem Bekenntnis der US-Notenbank habe weichen müssen. Auch in der Europäischen Zentralbank (EZB) scheine sich ein breiterer Konsens herauszubilden, dass angesichts der bedrohlich hohen Inflationsraten die Straffung der Geldpolitik nicht durch die sich abzeichnende Rezession beeinträchtigt werden dürfe. (Stand vom 31.08.2022) (28.09.2022/fc/a/f)






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