Fondsabsatz in Deutschland: Die Tops und Flops im ersten Halbjahr


17.08.16 15:11
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Während einige Investmenthäuser eifrig neues Geld einsammeln, verlieren andere viele Kunden: Aus der BVI-Statistik lassen sich wichtige Branchentrends ablesen, so die Experten von "FONDS professionell".

Milliardenschwere Abflüsse auf der einen, ebenso hohe Zuflüsse auf der anderen Seite: Selten seien die Mittelaufkommen auf dem deutschen Fondsmarkt so unterschiedlich verteilt wie im ersten Halbjahr dieses Jahres gewesen.

FONDS professionell ONLINE habe die jüngste Statistik des Branchenverbands BVI analysiert und die fünf Gewinner und Verlierer herausgefiltert.

Analysiert worden seien nur die Daten zu Wertpapierpublikumsfonds, aus denen im ersten Halbjahr unter dem Strich knapp 580 Millionen Euro abgezogen worden seien. Offene Immobilienfonds, die ein sehr erfolgreiches erstes Halbjahr hinter sich hätten, seien außen vor geblieben.

Nicht berücksichtigt worden seien auch Zahlen reiner ETF-Anbieter, weil sich deren Absatz nur europaweit und nicht für den deutschen Markt separat erfassen lasse. Würde man sich streng an die BVI-Investmentstatistik halten, wäre unter den größten Verlierern auch AXA Investment Managers zu finden gewesen. Der französische Anbieter habe der Statistik zufolge im ersten Halbjahr in Deutschland Abflüsse über 874 Millionen Euro hinnehmen müssen. Hierbei habe es sich nach Angaben einer Unternehmenssprecherin jedoch "um eine interne Umbuchung von Deutschland nach Frankreich, also keine tatsächlichen Abflüsse" gehandelt.

Welche Asset Manager seien in den ersten sechs Monaten 2016 besonders erfolgreich gewesen? Und welche hätten hohe Abflüsse hinnehmen müssen? FONDS professionell ONLINE habe die BVI-Zahlen ausgewertet:

Deutsche Asset Management
Nettomittelaufkommen im ersten Halbjahr 2016 (laut BVI): -5,6 Milliarden Euro

Anleger aus Deutschland hätten in den ersten sechs Monaten in Summe 5,6 Milliarden Euro aus Wertpapierpublikumsfonds des Branchenprimus abgezogen - über alle Produktkategorien hinweg. Kein anderer Anbieter habe dem BVI zufolge noch höhere Abflüsse hinnehmen müssen. Immerhin habe die Fondssparte der Deutschen Bank jüngst ihr Führungsvakuum beenden können, das nach dem krankheitsbedingten Abgang von Asset-Management-Vorstand Quitin Price entstanden sei: Im Oktober übernehme AXA-Manager Nicolas Moreau den Chefposten bei der Deutschen AM.

Franklin Templeton
Nettomittelaufkommen im ersten Halbjahr 2016 (laut BVI): -1,1 Milliarden Euro

Auch der US-Anbieter Franklin Templeton habe seit einiger Zeit im Deutschlandgeschäft mit Gegenwind zu kämpfen. Insbesondere aus den Flaggschifffonds von Starmanager Michael Hasenstab würden Anleger Geld abziehen: Der Templeton Global Bond (ISIN LU0152980495 / WKN 749655, A (acc) EUR; ISIN LU0029871042 / WKN 971663, A(Mdis)USD), der fast drei Milliarden Euro von Anlegern aus Deutschland verwalte, habe im ersten Halbjahr netto 387,6 Millionen Euro Abflüsse verbucht. Aus dem hierzulande 1,4 Milliarden Euro schweren Templeton Global Total Return (ISIN LU0260870661 / WKN A0KEDJ, A (ACC) EUR; ISIN LU0170475585 / WKN 812926, A (MDIS) USD) hätten Investoren 296,6 Millionen Euro abgezogen. In Summe belaufe sich das Minus bei Franklin Templeton auf rund 1,1 Milliarden Euro.

Ethenea Independent Investors
Nettomittelaufkommen im ersten Halbjahr 2016 (laut BVI): -593,7 Millionen Euro

Der Ethna-Aktiv unter der Leitung von Luca Pesarini habe in Deutschland lange Zeit zu den Topsellern gehört. Doch seit der jüngsten Performance-Schwäche würden Anleger unter dem Strich Geld abziehen - im ersten Halbjahr dieses Jahres seien es netto 612,6 Millionen Euro gewesen. Die Zuflüsse in die anderen beiden Fonds Ethna-Defensiv und Ethna-Dynamisch hätten das Minus nicht wettmachen können.

Bayern Invest
Nettomittelaufkommen im ersten Halbjahr 2016 (laut BVI): -532,2 Millionen Euro

Die auf institutionelle Investoren spezialisierte Tochter der BayernLB habe in den ersten sechs Monaten hohe Mittelabflüsse aus Publikumsfonds zu verbuchen gehabt. Das habe in erster Linie an der Auflösung eines geldmarktnahen Fonds gelegen, aus dem Anleger 517,6 Millionen Euro abgezogen hätten.

M&G
Nettomittelaufkommen im ersten Halbjahr 2016 (laut BVI): -346,8 Millionen Euro

Der britische Fondsanbieter M&G habe gleich bei mehreren einstigen Bestsellern mit Abflüssen zu kämpfen: Der M&G Optimal Income, der bei deutschen Anlegern 1,2 Milliarden Euro eingesammelt habe, habe in den ersten sechs Monaten 171,6 Millionen Euro durch Abflüsse verloren - obwohl Starmanager Richard Woolnough die Performance-Schwäche hinter sich habe lassen können und inzwischen wieder gute Ergebnisse abliefere.

Aus dem hierzulande ebenfalls 1,2 Milliarden Euro schweren M&G Global Basics hätten Investoren 51,1 Millionen Euro abgezogen. Der M&G Global Dividend (ISIN GB00B39R2S49 / WKN A0Q349, thesaurierend; ISIN GB00B94CTF25 / WKN A1WZWT, ausschüttend), der in Deutschland gut 370 Millionen Euro verwalte, habe 65,7 Millionen Euro verloren. In Summe würden sich die Nettomittelabflüsse im ersten Halbjahr auf fast 350 Millionen Euro belaufen.

BNY Mellon Service KAG
Nettomittelaufkommen im ersten Halbjahr 2016 (laut BVI): 484,7 Millionen Euro

BNY Mellon tauche als eher kleiner Anbieter von Publikumsfonds auf den Listen der absatzstärksten Asset Manager eher selten auf. Dass das im ersten Halbjahr geklappt habe, sei vor allem dem inzwischen fast 1,6 Milliarden Euro schweren Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen zu verdanken. Der von Frank Fischer gesteuerte Fonds habe in den ersten sechs Monaten dieses Jahres stolze 402,4 Millionen Euro eingesammelt.

Flossbach von Storch
Nettomittelaufkommen im ersten Halbjahr 2016 (laut BVI): 1,7 Milliarden Euro

Der Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch verwalte inzwischen 14,5 Milliarden Euro in Publikumsfonds. 9,3 Milliarden Euro davon würden auf das Flaggschiff FvS Multiple Opportunities von Unternehmensgründer Bert Flossbach entfallen, dem Anleger im ersten Halbjahr 1,1 Milliarden Euro anvertraut hätten. Weitere 414 Millionen Euro seien in den Schwesterfonds FvS Multiple Opportunities II geflossen, der zum Halbjahr immerhin 1,2 Milliarden Euro verwaltet habe.

Allianz Global Investors
Nettomittelaufkommen im ersten Halbjahr 2016 (laut BVI): 1,7 Milliarden Euro

Die Asset-Management-Tochter des Versicherungsriesen Allianz habe im ersten Halbjahr in Deutschland mit Publikumsfonds 1,7 Milliarden Euro eingesammelt. Es gebe keine Fonds, die dabei besonders in Auge stechen würden. Weiterhin gut verkaufe sich der Bestseller Kapital Plus von Fondsmanager Stefan Kloss, der inzwischen 3,4 Milliarden von deutschen Anlegern verwalte. Die Zuflüsse über alle Anteilsklassen hätten sich in den ersten sechs Monaten auf 226,6 Millionen Euro belaufen. Andere Fonds seien allerdings auf ein ähnlich hohes oder ein noch höheres Plus gekommen.

Deka Bank
Nettomittelaufkommen im ersten Halbjahr 2016 (laut BVI): 1,9 Milliarden Euro

Das Wertpapierhaus der Sparkassen habe in den ersten sechs Monaten dieses Jahres fast zwei Milliarden Euro mit Wertpapierpublikumsfonds einsammeln können - der von Konzernchef Michael Rüdiger angestoßene Umbau des Instituts scheine Früchte zu tragen. Gefragt seien unter anderem der Deka Dividendenstrategie und die Dachfonds der Serie "Deka Basisanlage" gewesen.

Union Investment
Nettomittelaufkommen im ersten Halbjahr 2016 (laut BVI): 4,6 Milliarden Euro

Die mit Abstand höchsten Mittelzuflüsse im ersten Halbjahr könne der Asset Manager der Genossenschaftsbanken unter der Leitung von Vorstandschef Hans Joachim Reinke für sich verbuchen. Anleger hätten 4,6 Milliarden Euro in Wertpapierpublikumsfonds von Union Investment gepumpt. Besonders gefragt seien Multi-Asset-Lösungen gewesen: 1,5 Milliarden Euro der Zuflüsse würden auf das Konto der sechs "Privatfonds"-Portfolios gehen. Alleine der Kassenschlager Privatfonds: Kontrolliert habe davon 1,3 Milliarden Euro einsammeln können. (17.08.2016/fc/a/f)





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