BB African Opportunities (Lux)-Fonds: 08/2021-Bericht, Performanceplus von 3,1% - Fondsanalyse


23.09.21 12:00
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der BB African Opportunities (Lux)-Fonds (ISIN LU0433847240 / WKN A0RP3D, EUR B) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf bis sieben Jahren, die ihr Portfolio durch Anlagen in Aktien in aufstrebenden Schwellenländern diversifizieren wollten. Der Fonds weise die für Schwellenländer-Aktien typischen Anlagerisiken auf.

Der Fonds investiere vorwiegend in börsennotierte Unternehmen in den aufstrebenden Ländern Afrikas. Es seien insbesondere Länder Nordafrikas und der Sub-Sahara, die von zunehmendem Strukturwandel, Wirtschaftsreformen, Infrastrukturinvestitionen und hohen Rohstoffvorkommen profitieren würden. Der Fonds investiere aber auch in attraktive Anlageopportunitäten in Südafrika. Erfahrene Schwellenländerspezialisten, die mitunter selbst aus der Region stammen würden, würden auf profitable groß- und mittelkapitalisierte Unternehmen fokussieren, die von der starken Wachstumsdynamik der Region in besonderem Masse profitieren würden. Mittels eines fundamentalen Bottom-up und Top-down-Ansatzes würden die Spezialisten die attraktivsten Unternehmen auswählen und aus 50 bis 70 Titeln ein über Länder und Sektoren breit diversifiziertes Portfolio konstruieren.

Von den Zuteilungen der Sonderziehungsrechte des IWF in Höhe von USD 650 Mrd. im August seien Entwicklungsländern USD 275 Mrd. zugeteilt worden: Davon seien USD 33 Mrd. auf Afrika, USD 36 Mrd. auf Russland, Indien und Brasilien und USD 42 Mrd. auf China entfallen. Für einige afrikanische Länder, die nicht ausreichend USD-Devisen anziehen würden, kämen diese gerade rechtzeitig. Sie würden jedoch nicht mit den strukturellen Reformen einhergehen, die für eine stärkere postpandemische Erholung der Wirtschaft in der Region benötigt würden. Die Zahl aktiver COVID-19-Fälle sei im August auf 740.000 von 660.000 im Vormonat gestiegen. Das nominale BIP Südafrikas sei im Rahmen einer Neujustierung durch das Nationale Amt für Statistik für das Jahr 2020 auf USD 335 Mrd. gestiegen und liege damit 11% über dessen letzter Schätzung.

Durch diese Revision helle sich die Haushalts- und Verschuldungssituation des Landes automatisch auf, ohne dass Reformen zur Verbesserung der prekären Lage oder zur Stabilisierung der Staatsfinanzen getätigt worden seien. Letzteres stelle für Enoch Godongwana, den neu ernannten Finanzminister, eine große Herausforderung dar, denn er müsse das richtige Verhältnis zwischen zusätzlicher finanzpolitischer Unterstützung und Eindämmung der Staatsschulden finden, die sich im März auf 71% des BIP belaufen hätten. Ein deutlicher Hinweis auf die Misere des Landes sei die Arbeitslosenrate, die im Juni auf ein neues Rekordhoch von 34,4% gestiegen sei. Sie untermauere die Bedeutung, die gesellschaftliche Themen und Kaufkraftprobleme bei den zivilen Unruhen im Juli gespielt hätten.

Südafrikanische Aktien hätten 2,2% ein infolge zweistelliger Kursverluste der Indexschwergewichte Naspers und Richemont gebüßt. Der Rand habe gegenüber dem USD unverändert geschlossen, nachdem er Mitte August bis zu 4,7% verloren habe.

Die nigerianische Wirtschaft habe nach 0,5% im Q1 2021 für das Q2 2021 ein Wachstum von 5,0% YOY verzeichnet, das jedoch auf eine niedrige Vergleichsbasis zurückzuführen sei (-6,1% YOY im Q2 2020). Allerdings habe der Ölsektor Verluste hinnehmen müssen, während sich das Wachstum im Bauwesen, in der verarbeitenden Industrie und im Agrarsektor schwach entwickelt habe. Da Nigeria in der ersten Jahreshälfte 90% seiner Steuereinnahmen in Höhe von NGN 2,2 Bio. in die Schuldentilgung gesteckt habe, bleibe dem Land kein Spielraum für Stimulusmaßnahmen. Eine hohe Inflation und Arbeitslosigkeit, Infrastrukturdefizite und Devisenmangel würden auf struktureller Ebene einige der chronischen Probleme darstellen, die zur Verbesserung der Wachstumsaussichten des Landes angegangen werden müssten.

Die SZR des IWF im Umfang von USD 3,3 Mrd. (10% der Devisenreserven) und die für Oktober vorgesehene Emission von Eurobonds im Wert von USD 3,0 bis 6.0 Mrd. sollten der Knappheit an USD entgegenwirken und zur Verringerung der Lücke zwischen offiziellem Wechselkurs und Schwarzmarktkurs beitragen. Es gebe jedoch bisher keine Hinweise der Notenbank dafür, dass sie von ihrem kontrollierten Floating abweichen wolle. Der nigerianische Aktienmarkt habe 1,7% zugelegt.

Die von kenianischen Banken veröffentlichten Halbjahreszahlen hätten die Stabilisierung notleidender Kredite im Q2 2021 bestätigt. Zudem würden die Managementteams die Aussichten für das H2 2021 und darüber hinaus im Allgemeinen optimistisch einstufen. Sie würden einen anhaltenden Rückgang ihrer Kreditrisiken und ein Kreditwachstum im hohen zweistelligen Bereich gegenüber einem Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich im H1 2021 prognostizieren. Nach einem vorübergehenden Plus von 6,0% habe Kenias Aktienmarkt den Monat infolge von Verkäufen ausländischer Anleger letztendlich 2,7% fester beendet.

Vorläufigen Zahlen zufolge belaufe sich Ägyptens BIP-Wachstum für das im Juni endende Haushaltsjahr 2021 auf 3,0% YOY ggü. 3,6% YOY im Vorjahr, was die ökonomische Widerstandsfähigkeit des Landes in der Coronazeit unterstreiche. Tier-1-Banken hätten infolge einer Normalisierung pandemiebedingter Abschreibungen von Krediten für das Q2 2021 YOY eine deutliche Erholung ihrer Gewinne ausgewiesen, derweil die großen Immobilienunternehmen während des Quartals rekordhohe Vorverkaufszahlen verzeichnet hätten. Ein gemischteres Bild habe sich im Verbrauchersektor geboten, wo höhere Rohstoffkosten und eine verzögerte Konsumbelebung die Steigerung der Reingewinne belastet hätten. Die ägyptische Notenbank habe unverändert an ihrem Leitzins von 8,75% festgehalten, der damit weiterhin über der Headline-Inflation im Juli von 5,5% YOY liege. Der EGX30 habe im Berichtsmonat 3,7% gewonnen.

In Marokko hätten die Behörden die Ausgangsperre verschärft und die Mobilität eingeschränkt, um den jüngsten Anstieg der COVID-19-Fälle zu bremsen. Ihre Impfkampagne habe die Regierung erfolgreich fortgesetzt, so dass inzwischen 40% der Bevölkerung vollständig geimpft seien. Marokkanische Aktien hätten 3,2% höher geschlossen.

Unsere Positionen in ägyptischen Bankentiteln erholten sich zwar im August um 11,5%, aber ihre derzeitige Bewertung spiegelt noch längst nicht ihren inneren Wert wider: Zwei von drei Unternehmen werden nach wie vor 32% unter ihrem Vor-COVID-Niveau gehandelt, während deren Gewinne im Q2 2021 im Schnitt 7% höher als im Q2 2019 ausfielen, also vor dem Ausbruch der weltweiten Gesundheitskrise, so die Experten der Bellevue Asset Management AG. Sie hätten im August unverändert an ihren Kerninvestments in Ägypten festgehalten und ihr Engagement in Südafrika angepasst. Die Erlöse hätten die Experten in Saudi-Arabien investiert, das ihres Erachtens eine attraktivere risikobereinigte Rendite biete. (Stand vom 31.08.2021) (23.09.2021/fc/a/f)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
176,591 € 175,022 € 1,569 € +0,90% 19.10./19:11
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0433847240 A0RP3D 176,80 € 148,17 €