BB African Opportunities (Lux)-Fonds: 02/2021-Bericht, Performanceminus von 0,7% - Fondsanalyse


18.03.21 12:00
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der BB African Opportunities (Lux)-Fonds (ISIN LU0433847240 / WKN A0RP3D, EUR B) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf bis sieben Jahren, die ihr Portfolio durch Anlagen in Aktien in aufstrebenden Schwellenländern diversifizieren wollten. Der Fonds weise die für Schwellenländer-Aktien typischen Anlagerisiken auf.

Der Fonds investiere vorwiegend in börsennotierte Unternehmen in den aufstrebenden Ländern Afrikas. Es seien insbesondere Länder Nordafrikas und der Sub-Sahara, die von zunehmendem Strukturwandel, Wirtschaftsreformen, Infrastrukturinvestitionen und hohen Rohstoffvorkommen profitieren würden. Der Fonds investiere aber auch in attraktive Anlageopportunitäten in Südafrika. Erfahrene Schwellenländerspezialisten, die mitunter selbst aus der Region stammen würden, würden auf profitable groß- und mittelkapitalisierte Unternehmen fokussieren, die von der starken Wachstumsdynamik der Region in besonderem Masse profitieren würden. Mittels eines fundamentalen Bottom-up und Top-down-Ansatzes würden die Spezialisten die attraktivsten Unternehmen auswählen und aus 50 bis 70 Titeln ein über Länder und Sektoren breit diversifiziertes Portfolio konstruieren.

Die Zahl aktiver COVID-19-Fälle in Afrika sei von 435.000 Fällen im Januar auf 330.000 im Februar gesunken. Grund hierfür seien die nachlassenden Auswirkungen der zweiten Welle. Ungeachtet der Ende Februar beobachteten weltweiten Risikoscheu hätten die wichtigsten Aktienmärkte Afrikas eine gute Performance (in Lokalwährung und USD) mit Ausnahme von Nigeria geboten, dessen Börse im Februar 13% nachgegeben habe (in USD). Die führenden Banken Ägyptens hätten 2020 mit außergewöhnlich hohen Rückstellungen beendet, die als Vorsorge für Pandemie-Risiken dienen würden. Ermutigenderweise habe sich die Qualität ihres Kreditbestands im Q4 2020, also drei Monate nach Ende des Moratoriums für Schuldenverpflichtungen, das zur Entlastung von Kreditnehmern eingeführt worden sei, nicht wesentlich verschlechtert. Augenblicklich profitiere nur noch die Tourismusbranche von diesen zu Beginn der Krise eingeführten Entlastungsmaßnahmen.

Ägypten habe Eurobonds mit Laufzeiten von 10 bis 40 Jahren und Zinsen zwischen 3,9% und 7,5% im Wert von USD 3,75 Mrd. platziert. Der Aktienmarkt habe sich im vergangenen Monat stabil entwickelt und sei durch die Aktivitäten der Kleinanleger bestimmt worden. Südafrika zähle unter den Schwellenländern zu den Volkswirtschaften mit der schlechtesten Performance. Das BIP des Landes sei 2020 um 7,2% gesunken und das Haushaltsdefizit dürfte für das im Februar endende Fiskaljahr auf 14% des BIP steigen. Der im vergangenen Monat vorgelegte Jahreshaushaltsplan habe erneut keinen klaren Reformkurs erkennen lassen, um die strukturellen Probleme des Landes zu lösen, die sich seit Pandemiebeginn noch verschlimmert hätten. Die Arbeitslosenquote sei im Q4 2020 auf ein Rekordhoch von 32,5% gestiegen, was nichts Gutes für den privaten Konsum verheiße. Aktualisierte Finanzdaten südafrikanischer Bekleidungshändler würden zeigen, dass die Umsätze durch Onlinehandel und den Einkauf in Geschäften vor Ort am Black Friday und während des Weihnachtsgeschäfts im vergangenen Dezember deutlich unter dem Vorjahr gelegen hätten.

Die Tiefe des lokalen Kapitalmarktes und die gute Versorgung mit globaler Liquidität hätten dazu beigetragen, dass sich südafrikanische Aktien trotz der trüben Konjunkturaussichten des Landes gut geschlagen hätten: Der Aktienindex habe 5,8% zugelegt, während sich der Rand stabil gegenüber dem USD präsentiert habe.

Nigerias Zentralbank habe zugelassen, dass der offizielle Wechselkurs des Naira (409/USD) 7,3% unter dem Wert im Januar notiert habe, während die Landeswährung im liquideren Devisenfenster für Investoren und Exporteure um 4,3% auf 410/USD abgewertet habe. Die Wechselkurse würden sich damit noch längst nicht auf dem Niveau bewegen, das für ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage auf dem Devisenmarkt erforderlich sei. Außerdem halte die Rationierung des USD an, weshalb ausländische Investoren ihr Kapital weiterhin nicht zurückführen könnten. Die Notenbank scheine ihre zinspolitischen Zügel für den lokalen Anleihenmarkt zu lockern, was einen Anstieg der Zinsen auf hohe einstellige Werte ermögliche, bei einer Headline-Inflation von 16,5% (YoY) im Januar. Diese jüngste Anpassung habe lokale Anleger dazu veranlasst, ihr Geld aus dem Aktienmarkt abzuziehen und in festverzinsliche Anlageinstrumente zu investieren. Das wiederum widerspiegele mangelndes Vertrauen in den Konjunkturausblick des Landes, weshalb der Aktienmarkt im Februar 6,2% verloren habe.

Kenia habe sich mit dem Expertenteam des IWF auf eine Finanzhilfe in Höhe von USD 2,4 Mrd. über einen Zeitraum von 3 Jahren geeinigt. Im Falle seiner Genehmigung sollte das Programm nicht nur eine gewisse Rückversicherung für die fiskalpolitische Ausrichtung und die Finanzrisiken staatlicher Unternehmen bieten, sondern auch dazu beitragen, dem Land Zugriff auf neue externe Finanzierungsquellen zu ermöglichen, die unerlässlich für die Ankurbelung der Konjunktur nach der COVID-19-Krise seien. Der nigerianische Aktienmarkt habe 6,3% zugelegt. Die Berichtssaison 2020 in Marokko habe mit enttäuschenden Dividendenerklärungen von zwei Börsenschwergewichten begonnen, was auf die Anlegerstimmung gedrückt habe. Aktien hätten 2,3% eingebüßt, da aber bereits fast 10% der Landesbevölkerung ihre erste Impfung erhalten hätten, würden sich die Zukunftsaussichten für das Land aufhellen. Beim aktuellen Impftempo könnten sich die Geschäftsaktivitäten schneller als erwartet normalisieren, was sich positiv für Unternehmen auswirken dürfte.

Die Experten der Bellevue Asset Management AG partizipierten im Februar am Börsengang eines norwegischen Unternehmens, um ihr Engagement in Anbietern erneuerbarer Energien mit Präsenz in Afrika zu erhöhen bzw. zu diversifizieren. Die Bewertungen ihrer Kerninvestments in Ägypten würden sich weiterhin auf historischen Tiefständen bewegen, aber das Missverhältnis zwischen Marktperformance einerseits, und der fundamentalen Realität der bisher veröffentlichten Geschäftszahlen 2020 andererseits, untermauere ihre Auffassung, dass es in Zukunft zu einer starken Neubewertung kommen werde. Zudem würden jüngste Veröffentlichungen die Experten darin bestärken, dass die negativen Auswirkungen von COVID-19 temporär seien und anschließend ein starkes Gewinnwachstum folgen könnte, sobald sich die Wirtschaftsaktivitäten im Jahr 2021 weiter normalisieren würden. Letzteres und eine Stärkung der heimischen Liquidität sowie die Erholung des Tourismus in der "Nach-Corona-Ära" sehen die Experten der Bellevue Asset Management AG als wichtige kurz- bis mittelfristige Impulsgeber. (Stand vom 28.02.2021) (18.03.2021/fc/a/f)





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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
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