BB African Opportunities (Lux)-Fonds: 01/2021-Bericht, Performanceminus von 0,2% - Fondsanalyse


18.02.21 10:30
Bellevue Asset Management

Küsnacht (www.fondscheck.de) - Der BB African Opportunities (Lux)-Fonds (ISIN LU0433847240 / WKN A0RP3D, EUR B) hat zum Ziel, ein langfristig attraktives und kompetitives Kapitalwachstum zu erwirtschaften, so die Experten der Bellevue Asset Management AG.

Er eigne sich daher besonders für Investoren mit einem Anlagehorizont von mindestens fünf bis sieben Jahren, die ihr Portfolio durch Anlagen in Aktien in aufstrebenden Schwellenländern diversifizieren wollten. Der Fonds weise die für Schwellenländer-Aktien typischen Anlagerisiken auf.

Der Fonds investiere vorwiegend in börsennotierte Unternehmen in den aufstrebenden Ländern Afrikas. Es seien insbesondere Länder Nordafrikas und der Sub-Sahara, die von zunehmendem Strukturwandel, Wirtschaftsreformen, Infrastrukturinvestitionen und hohen Rohstoffvorkommen profitieren würden. Der Fonds investiere aber auch in attraktive Anlageopportunitäten in Südafrika. Erfahrene Schwellenländerspezialisten, die mitunter selbst aus der Region stammen würden, würden auf profitable groß- und mittelkapitalisierte Unternehmen fokussieren, die von der starken Wachstumsdynamik der Region in besonderem Masse profitieren würden. Mittels eines fundamentalen Bottom-up und Top-down-Ansatzes würden die Spezialisten die attraktivsten Unternehmen auswählen und aus 50 bis 70 Titeln ein über Länder und Sektoren breit diversifiziertes Portfolio konstruieren.

Die Zahl aktiver COVID-19-Fälle in Afrika habe Daten der Johns Hopkins University zufolge Mitte Januar mit über 500.000 Fällen ihren Höchststand erreicht, sei aber zum Monatsende wieder auf 435.000 gefallen. Im globalen Rennen um den Zugang zu Impfstoffen habe die Region scheinbar das Nachsehen, obwohl sich die Afrikanische Union durch einen Vertrag mit Johnson & Johnson und dem Serum Institute of India (produziert in Lizenzimpfstoffe von Pfizer-BioNTech und AstraZeneca) 270 Mio. Impfdosen gesichert habe. Die Vereinbarung sei ein positiver Schritt, werde aber die kurzfristigen Chancen auf eine länderübergreifende Impfkampagne kaum verbessern, da bis Juni 2021 nur 50 Mio. Dosen geliefert werden sollten.

Eine stärkere Erholung als erwartet (QOQ) des südafrikanischen BIP im Q3 2020 habe die Notenbank zur Anhebung ihrer BIP-Schätzungen für 2020 von bisher -8,0% auf -7,1% (YOY) veranlasst. Dennoch dürfte die schwache Wirtschaft wohl nicht vor 2023 auf Vor-Corona-Niveau zurückkehren. Die SARB habe unverändert an ihrem Leitzins von 3,5% festgehalten und erneut die dringende Notwendigkeit struktureller Reformen bekräftigt. Die Aktienmärkte hätten 5,1% zugelegt (MoM), während der Rand 3,2% auf den USD eingebüßt habe.

Nigerias BIP sei im Q3 2020 um 3,6% (YOY) nach einem Rückgang von 6,1% im Vorquartal gefallen. Die Sorgen um die konjunkturelle Entwicklung seien durch die Frühindikatoren vom November und Dezember verstärkt worden, die auf keine Erholung im Q4 2020 hätten schließen lassen. Eine striktere Einhaltung der OPEC+-Fördermengenquoten und gesunkene Ölpreise (YOY) hätten den Ölsektor belastet, während der Devisenmangel weiterhin andere Bereiche der Wirtschaft lahmgelegt habe. Die allgemein eng mit Kaufkraftbelastungen und sozialen Spannungen verbundene Teuerungsrate von Nahrungsmitteln sei im vergangenen Dezember weiter auf 19,6% (YOY) angestiegen und habe damit ihren Höchststand seit Ende 2017 erreicht.

Vor diesem Hintergrund habe die Notenbank ihre unkonventionelle Politik fortgesetzt, die einer weiteren Staatsverschuldung Vorschub leiste, deren Reduzierung die Regierung scheinbar keine Dringlichkeit einräume. Die CBN habe ihre Bilanz zur Finanzierung großer Teile der seit 2015 angehäuften Haushaltsdefizite genutzt, worin Fitch ein Schlüsselrisiko für die makroökonomische Stabilität sehe. Der Aktienindex habe 5,3% zugelegt (MOM), da der Aktienmarkt in Anbetracht der künstlich niedrig gehaltenen heimischen Renditen die wichtigste Alternative für die lokale Beschaffung von Liquidität darstelle.

Kenias Leistungsbilanzdefizit 2020 sei auf 4,8% des BIP nach 5,8% im Jahr 2019 dank robuster Exporte und Geldüberweisungen sowie rückläufiger Importe infolge einer geringen Wirtschaftsaktivität gesunken. Um in der Zahlungsbilanz ausreichend Handlungsspielraum zur Ankurbelung eines wirtschaftlichen Aufschwungs nach der Pandemie zu gewährleisten, habe sich die Regierung einen finanziellen Puffer verschafft. So hätten der Pariser Club und China dem Aufschub der im H1 2021 fälligen Rückzahlungen in Höhe von insgesamt USD 525 Mio. zugestimmt, während fortgeschrittene Gespräche über ein IWF-Programm im Laufe des Jahres in zusätzlichen Finanzhilfen münden könnten. Die kenianische Börse habe 2,3% (MoM) fester geschlossen und der KES habe 0,8% auf den USD verloren.

Der ägyptische Finanzminister habe sein angestrebtes Haushaltsdefizit für das im Juni 2021 endende Haushaltsjahr auf 7,9% des BIP angehoben, da er die Finanzspritzen für schwächere Wirtschaftsbereiche fortsetzen möchte. Ab dem FY 2022 dürfte die Regierung die fiskalpolitischen Zügel wieder anziehen und die Staatsverschuldung schrittweise senken. In Sachen Zahlungsbilanz habe Ägypten seine Devisenreserven wieder aufgestockt. Sie seien im Dezember über die Marke von USD 40,0 Mrd. und damit auf ihren Höchststand seit März 2020 geklettert, begünstigt durch IWF-Auszahlungen gemäß Bereitschaftsabkommen, beständiger Geldüberweisungen und der Rückkehr ausländischer Portfolioinvestitionen im H2 2020. Der EGX 30 sei um 6,5% (MOM) infolge rückläufiger Nettoverkäufe ausländischer Anleger und eines gestiegenen Interesses lokaler Investoren gestiegen.

Marokko habe sich insgesamt 65 Mio. COVID-19-Impfstoffdosen der Hersteller Sinopharm (China) und der Universität Oxford/AstraZeneca gesichert und habe ausreichend Impfstoff erhalten, um Ende Januar mit seiner Impfkampagne zu beginnen. Der Aktienmarkt habe 3,0% (MOM) gewonnen, da heimische Institutionen mehr Geld in Aktien investiert hätten.

Die globale Euphorie gegenüber Tech-Aktien habe nun auch den afrikanischen Kontinent erreicht, wobei sich die Kurse von Titeln wie etwa JUMIA innerhalb von drei Monaten mehr als verdreifacht hätten. Obwohl sich die fundamentalen Aussichten kaum mit den derzeitigen Bewertungsniveaus in Einklang bringen lassen, haben die Experten der Bellevue Asset Management AG ihr Portfolio aus taktischen Gründen um diesen Titel erweitert, um sich die positive Dynamik zunutze zu machen. Ihre Kerninvestitionen in Ägypten und Marokko hätten ermutigende Anzeichen für eine Neubewertung gezeigt, einhergehend mit einer erhöhten Liquidität und einer positiven Entwicklung, die jedoch immer noch hinter der Performance anderer EM-Märkte und Industrienationen zurückbleibe. Der Fonds bleibe gut positioniert, um von einem nachhaltigen und wachsenden Interesse an Aktien aus Grenz- und Schwellenländern zu profitieren, sobald sich die heimischen Finanzbedingungen normalisieren würden. (Stand vom 31.01.2021) (18.02.2021/fc/a/f)






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