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05.06.19 12:43
Offene Immobilienfonds: Marktstudie und Ratings 2019 - Fondsnews
Scope Analysis

Berlin (www.fondscheck.de) - Die Ratingagentur Scope hat 13 offene Immobilienfonds für Privatanleger und weitere sieben Fonds für institutionelle Investoren analysiert, so die Experten von Scope Analysis.

Vier Fonds hätten ihr Rating im Vergleich zum Vorjahr verbessern können. Zwei Fonds hätten sich verschlechtert.

Das Rating von Scope reflektiere das Risiko-Rendite-Verhältnis offener Immobilienfonds im Vergleich zu Alternativanlagen. Die Risiken der Fonds seien im Durchschnitt gestiegen. Verantwortlich dafür seien vor allem hohe Ankaufsvolumina bei aktuell hohen Marktpreisen sowie vermehrte Investitionen in Projektentwicklungen. Darüber hinaus nähmen die Risiken in einzelnen Segmenten wie Shopping-Centern zu. Das im Durchschnitt erhöhte Risikoprofil der Fonds werde jedoch durch steigende Renditen ausgeglichen. Diese würden sich auf hohe Vermietungsquoten und steigende Immobilienwerte zurückführen lassen.

Die durchschnittliche nach Immobilienvermögen gewichtete Vermietungsquote sei erneut leicht gestiegen - von 95,6% im Jahr 2017 auf 95,8% Ende 2018. Dies sei der siebte Anstieg in Folge gewesen. Im Jahr 2011 habe die durchschnittliche Vermietungsquote nur 91,8% betragen. Der erneute Anstieg basiere zum Teil auf der nach wie vor hohen Flächennachfrage insbesondere auf den europäischen Büromärkten. Außerdem: Zahlreiche Manager offener Immobilienfonds würden das aktuelle Hochpreisumfeld gezielt für Portfoliobereinigungen nutzen.

Die durchschnittliche Größe der Immobilien in den Portfolios der offenen Immobilienpublikumsfonds nehme seit fünf Jahren konstant zu. Ende 2018 habe sie 101 Mio. Euro betragen. Im Jahr 2014 seien es nur 79 Mio. Euro gewesen. Das entspreche einem Zuwachs von rund 28%. Vor allem der Anteil von Objekten in der Größenordnung 200 bis 500 Mio. Euro sei spürbar angewachsen. Das durchschnittliche Alter der Fondsobjekte sei seit 2014 von zwölf auf 14 Jahre gestiegen. Vor allem der Anteil der Objekte mit einem Alter zwischen 15 und 20 Jahren habe signifikant von 11% auf 22% zugenommen.

Das Investitionsvolumen liege mit knapp 8 Milliarden Euro weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Fast 3 Milliarden Euro und damit rund 39% des gesamten Investitionsvolumens seien in deutsche Immobilien investiert worden. Der Anteil der UK- und US-Immobilien habe sich signifikant verringert. Investitionen in Projektentwicklungen hätten 2018 deutlich zugenommen und befänden sich mit 1,2 Mrd. Euro auf einem Fünfjahreshoch.

Mehr als 80% der Anbieter offener Immobilienfonds würden ihre Lage in diesem Jahr als gut oder sogar sehr gut beurteilen. Auch für 2020 sei keine Eintrübung der Stimmungslage in Sicht. Die positive Einschätzung der Lage gehe mit einem weiterhin hohen Niveau erwarteter Mittelzuflüsse einher: Sämtliche Anbieter würden für die gesamte Branche in diesem Jahr Netto-Mittelzuflüsse erwarten. Fast 60% würden sogar mit deutlichen Zuflüssen rechnen.

Scope erwarte auch in diesem Jahr große Nachfrage nach offenen Immobilienfonds. Hauptgrund bleibe die im aktuellen Marktumfeld vergleichsweise attraktive Rendite. Zahlreiche Fonds würden Mittelzuflüsse begrenzen. Dieser Nachfrage-Überhang habe bereits zur Auflage neuer Produkte geführt. Zahlreiche Anbieter würden die Auflage weiterer Fonds planen. Die größte Herausforderung für Asset Manager bleibe der Ankauf von Objekten auf einem attraktiven Renditeniveau. Um die weiterhin hohen Liquiditätsbestände zu investieren, nähmen sie zunehmend größere Risiken wie Investitionen in Projektentwicklungen oder in weniger liquide Märkte in Kauf. (05.06.2019/fc/n/s)



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