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24.04.19 15:00
So entwickelten sich Vermögensverwaltende Fonds im 1. Quartal 2019 - Fondsnews
Asset Standard

Arnsberg (www.fondscheck.de) - Nach dem historisch schwachen Dezember 2018 konnten die Aktienmärkte im ersten Quartal satte Gewinne verzeichnen, so die Experten der Asset Standard GmbH.

Dabei sei das politische Umfeld keineswegs positiv gewesen. Die Gefahren, die 2018 die Stimmung verhagelt hätten, hätten auch im ersten Quartal 2019 das Marktgeschehen beherrscht. So sei der Handelsstreit zwischen den USA und China beziehungsweise Europa weiterhin einer der bestimmenden Faktoren geblieben - wobei eine Annäherung im Konflikt zwischen den USA und China von den Märkten honoriert worden sei.

Gleichzeitig habe eine schwächelnde Konjunktur für Ernüchterung an den Märkten gesorgt und Rezessionsängste geschürt. In der Folge hätten sich die Zentralbanken verpflichtet gefühlt, die restriktiver werdende Geldpolitik vorerst zu stoppen und notfalls auch wieder zu lockern. Diese Entscheidung habe an den Aktienmärkten zu deutlichen Kurszuwächsen geführt. In der EU sei zudem der Brexit ein wichtiges Thema gewesen, wobei eine Lösung nicht in Sicht sei. Daher würden die Chancen eines ungeordneten Ausscheidens Großbritanniens aus der EU steigen.

Aufgrund der bestehenden Gefahren, wie dem Handelsstreit oder dem No-Deal-Brexit, sei auch die Nachfrage nach sicheren Geldanlagen hoch gewesen. Dadurch seien die Renditen im ersten Quartal gesunken und die Anleihekurse gestiegen. Auch das Aussetzen der Zinserhöhungen durch die Zentralbanken habe unterstützend gewirkt.

"Die Vermögensverwaltenden Fonds konnten die positiven Entwicklungen nutzen und gute Renditen erzielen", so Nicolai Bräutigam von der MMD Analyse & Advisory GmbH. Mit einer eigenen Datenbank und seinem Analyse-Instrumentarium sei das Arnsberger Research-und Beratungshaus seit Jahren auf das Produktsegment spezialisiert. Die Wertentwicklung der VV-Fonds, gemessen am MMD-Index All Fund, liege für das erste Quartal 2019 bei 6,59%. Die VV-Fonds hätten sich durch aktives Risikomanagement auszeichnen und die maximalen Verluste im Vergleich zur Benchmark minimieren können. "Die maximalen Draw-Downs, also der maximale Verlust in diesem Zeitraum, fällt bei allen vier Anlagestrategien niedrig aus", so Bräutigam. Zum Vergleich: Der maximale Draw-Down bei den offensiven Anlagestrategien liege im Schnitt bei -0,59%, während der Aktienindex DAX Verluste in Höhe von -4,06% habe hinnehmen müssen.

Die Bandbreiten in den Anlagestrategien würden einen tieferen Eindruck über die Wertentwicklungen vermitteln. Während die beste Performance unter den defensiven Fonds 10,65% betrage, habe der schlechteste Fonds noch knapp positiv mit von 0,12% abschneiden können. Der Medianwert habe im ersten Quartal bei 4,04% gelegen. Dieser zeige den Mittelwert (50%-Punkt) in der Vergleichsgruppe an, d.h. 50% der defensiven Fonds hätten eine höhere Wertentwicklung als der Medianwert und 50% würden eine niedrigere Wertentwicklung ausweisen. Alle defensiven Vermögensverwaltenden Fonds hätten somit ein positives Ergebnis ausweisen können.

Aufgrund der höheren Aktienquote gegenüber der defensiven Kategorie seien die Performanceergebnisse in den Anlagestrategien Ausgewogen und Offensiv deutlich breiter gestreut gewesen. Bei der ausgewogenen Kategorie hätten die Performancewerte zwischen -0,90% und 20,01% und bei der Offensiven zwischen -0,45% und 17,74% gelegen. Die Medianwerte der beiden Kategorien seien mit 6,22% für ausgewogen und 9,19% für die offensiven Fonds - wie zu erwarten gewesen sei - voneinander abgewichen.

Auffällig sei, dass die Performancegrenzwerte bei der ausgewogenen und der offensiven Strategie nahe beieinander lägen und sowohl nach oben als auch nach unten bei der Ausgewogen etwas stärker ausgeprägt seien. Ansonsten seien die negativen Anteile an der Gesamtheit der untersuchten Vermögensverwaltenden Fonds je Strategie beinahe identisch. Die Anteil betrage bei der ausgewogenen Strategie 0,9% und bei der offensiven 0,8%.

Bei der flexiblen Anlagestrategie hätten fast alle Fonds positiv performen können. Nur ein Fonds habe das erste Quartal negativ beendet. Die Bandbreite der flexiblen Fonds habe von -0,54% bis 30,21% gereicht. Dabei stelle der obere Wert einen extremen Ausreißer da, der 12% über der zweitbesten Performance stehe. Der Medianwert habe bei 6,65% gelegen.

Die Entwicklung der Vermögensverwaltenden Fonds im ersten Quartal 2019 spiegele die freundliche Stimmung der Aktien- und Anleihemärkte wieder. Nach der größtenteils negativen Entwicklung in 2018 - insbesondere im Dezember - hätten die Vermögensverwaltenden Fonds ihre Linie wieder gefunden und dem Versprechen solider Performance bei vermindertem Risiko gerecht werden können. Dennoch sollten die hier angegebenen Kennzahlen nicht als Grundlage für eine Investmententscheidung genutzt werden, warne Bräutigam.

Für eine leistungsgerechte Bewertung des Fondsmanagers müssten vielmehr die Produkte im Detail und über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet werden. Dabei könnten in einem ersten Schritt quantitative Rankings helfen, eine entsprechende Vorauswahl zu treffen. Aus der aktuellen MMD Analyse lasse sich die Relevanz längerfristiger quantitativer Rankings gut ableiten. Unter den Top-Fonds im ersten Quartal 2019 würden sich einige Vermögensverwaltende Fonds befinden, die in der längerfristigen Betrachtung zu den schwächsten der jeweiligen Kategorie gehören würden. Um sich ein gutes Gesamtbild zu verschaffen, müssten darüber hinaus der Anlageprozess und das Fondsmanagement qualitativ untersucht werden. Nur so würden sich die Ergebnisse einordnen und die Managerleistung bewerten lassen. (News vom 16.04.2019) (24.04.2019/fc/n/s)


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