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06.03.19 11:30
DWS stellt Vertrieb völlig neu auf - Fondsnews
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Wie aus einer internen E-Mail von Dirk Goergen hervorgeht, die FONDS professionell ONLINE vorliegt, hat der neue Vertriebschef der DWS Teams aus anderen Teilen des Unternehmens für seinen Bereich gewonnen, neue Führungskräfte ernannt und die Aufstellung der Sales-Mannschaft des Fondsanbieters verändert, so die Experten von "FONDS professionell".

Goergen verantworte seit Dezember als "Head of EMEA Coverage" den Vertrieb der DWS in der Region Europa, Nahost und Afrika. Seine Berufung sei eine der ersten wichtigen Personalentscheidungen von Asoka Wöhrmann gewesen, den die Deutsche Bank Ende Oktober 2018 zum neuen Chef ihrer Fondstochter gemacht habe. Goergen habe Thorsten Michalik abgelöst, der unter Wöhrmanns Vorgängern Karriere gemacht habe.

Die für den hiesigen Markt wichtigste Personalentscheidung Goergens: Ab sofort verantworte Harald Rieger den Retail-Vertrieb in Deutschland und Österreich, der für den Asset Manager wichtigsten Region. Er habe bislang das Team der Investmentspezialisten in der EMEA-Region geleitet.

"Hagen Schremmer wird sich nach einer Übergangszeit, während der er eng mit Harald zusammenarbeiten wird, von seinen derzeitigen Aufgaben zurückziehen", heiße es in der Mail. Schremmer sei im Februar 2017 von Michalik zum Leiter des Retail-Vertriebs in Deutschland und Österreich berufen worden. Er solle laut interner Mitteilung "eine neue Aufgabe" übernehmen - denkbar sei jedoch auch, dass er das Haus verlasse. Das Geschäft mit institutionellen Investoren in Deutschland und Österreich verantworte weiterhin Sven Simonis. Er werde künftig jedoch nicht mehr direkt an Goergen berichten, sondern an Rieger, was den Retail-Vertrieb aufwerte.

Die wichtigste strukturelle Änderung: Die DWS bilde ein zentrales Team namens "Client Insights and Investment Specialists". In diesem würden drei Sparten zusammengeführt, nämlich "Investment Advisory" und "Client Strategy", die bislang schon dem Vertrieb zugeordnet gewesen seien, sowie die "Investment Specialists", die Teil der Investmentplattform gewesen seien. Die Investmentspezialisten würden an der Schnittstelle zwischen Fondsmanagement und Vertrieb arbeiten: Sie seien nah dran am Portfoliomanagement und sollten dieses Wissen in Kundengespräche einbringen. Ihre Aufgabe werde sich nicht ändern, doch von nun an seien sie offiziell Teil des Vertrieb - und nicht mehr des Fondsmanagements.

Der neue Bereich werde "Thought Leadership und kundenorientierte Lösungen sowie themen- und produktbezogene Unterstützung liefern", schreibe Goergen. Geleitet werde er von Ferdinand Haas, der die Investmentspezialisten bislang schon unter sich gehabt habe und nun zusätzliche Verantwortung erhalte.

Nicht nur die Investmentspezialisten würden in den Vertrieb wandern, auch das sogenannte RfP-Team gehöre künftig zu diesem Bereich. Die Abkürzung stehe für "Request for Proposal": Diese Mitarbeiter würden die Unterlagen vorbereiten, mit denen die DWS bei Ausschreibungen um große Mandate teilnehme.

Berichten werde das RfP-Team an Gero Schomann, der spätestens Ende des ersten Quartals von der Deutschen Bank zur DWS wechsele. Schomann werde außerdem das Business Development leiten und als "Chief of Staff" fungieren. Als solcher werde er auch das Tagesgeschäft im EMEA-Vertrieb führen - quasi als Goergens rechte Hand. Sandra Niethen, die unter Michalik als "Chief of Staff" fungiert habe, verlasse die DWS.

Mit Schomann wechsele auch Frank Stransky vom Mutterkonzern zur Fondstochter. Er arbeite seit 1999 bei der Deutschen Bank, für die er zuletzt den Online-Broker Maxblue geleitet habe. Stransky werde gemeinsam mit Andre Jaekel das IKS/Digital-Team führen. IKS stehe für "Investment-Konto-Service", also die Depotführungstechnologie hinter der Fondsplattform der DWS. Jaekel steige innerhalb des Teams auf.

Damit erhalte das Team, das auch die digitale White-Label-Vermögensverwaltung "Wise" verwalte, eine neue Doppelspitze. Stephan Scholl, einer der beiden bisherigen Leiter, habe das Haus bereits zum Jahresende verlassen. Nun werde auch Kai Bald gehen, ein weiterer Michalik-Vertrauter. Bald habe zuletzt mit der Vermarktung von "Wise" Erfolge gefeiert - mittlerweile würden zahlreiche Vertriebspartner der DWS auf diese Online-Vermögensverwaltung setzen.

Die Länderverantwortlichkeiten im EMEA-Vertrieb würden gleich bleiben - abgesehen von der Stabübergabe von Schremmer an Rieger im Heimatmarkt. Maria Ryan verantworte das Geschäft in Großbritannien und den nordischen Staaten. Für Benelux sei Pieter Furnée zuständig, für die Schweiz, Italien und die iberische Halbinsel Manuel Faccio. Der französische Markt werde aufgewertet: Olivier Dubost-de-Cadalvène, der auch die MENA-Region verantworte, berichte künftig direkt an Goergen. Ein Grund dafür dürfte die im vergangenen Oktober geschlossene strategische Partnerschaft mit Tikehau Capital sein, einem französischen Spezialisten für alternative Investments, der sich auch als Aktionär beim DWS-Börsengang vor knapp einem Jahr beteiligt habe.

Auch die Spezialisten-Teams würden ihre Chefs behalten: Simon Klein leite weiterhin das "Passive Coverage Team" für ETFs und andere Indexinvestments, Gianluca Muzzi stehe dem Team für alternative Investments vor, und Michele Gaffo betreue mit seinen Mitarbeitern die Versicherer. Gaffo habe federführend die im Herbst 2018 verkündete Fondspolicen-Kooperation der DWS mit dem italienischen Versicherer Generali ausgehandelt. (06.03.2019/fc/n/p)


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