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Analysen - ETF
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24.02.16 08:46
ETF-Handel: Wachsende Zuversicht
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Glattstreichung von Gewinnen und Neupositionierungen prägen laut Spezialisten den ETF-Handel der vergangenen Woche, so die Deutsche Börse AG.

"Bei uns dominieren mit 57 Prozent die Käufe", melde Carsten Schröder von der Commerzbank, wobei die Anzahl der Trades von 30.000 unter dem Durchschnitt liege.

"Verkäufe und Käufe halten sich in etwa die Waage", beschreibe dagegen Marco Salaorno, der von ansehnlichen ETF-Umsätzen spreche. Die Gegenbewegung an den Aktienmärkten hätten Investoren dem Händler der Société Générale zufolge sowohl zum Einstieg als auch zum Glattstellen von Gewinnen genutzt.

Marcel Sattler von der ICF Bank berichte hingegen von einem tendenziell verhaltenen Handel mit Indexfonds. "Unsere Kunden konzentrierten sich auf DAX- (ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01, ISIN DE000ETFL060 / WKN ETFL06) und EURO STOXX 50-Tracker (ISIN DE000ETFL029 / WKN ETFL02), die unterm Strich in den Anlegerdepots landeten. Auch DAXplus Maximum Dividend-Produkte (ISIN DE000ETFL235 / WKN ETFL23) kommen aktuell gut an."

DAX-ETFs (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA) hätten auch bei der Commerzbank zu den meist gehandelten Werten auf der Kaufseite gehört. Zudem stünden marktbreite MSCI World-Tracker (ISIN US4642863926 / WKN A1W4HS, ISIN FR0010756098 / WKN A0X8ZX) bei Schröders Kunden hoch im Kurs. Die überwiegenden Abflüsse an EURO STOXX 50-ETF-Anteilen (ISIN DE0005933956 / WKN 593395, ISIN FR0010241034 / WKN LYX0A5) interpretiere der Händler als Gewinnmitnahmen.

Auf der Suche nach alternativen Indexstrategien kämen laut Salaorno derzeit verstärkt Smart Beta-ETFs zum Tragen. Der Begriff Smart Beta stehe für Indices, die bei der Auswahl der Aktien nicht nach Marktkapitalisierung, sondern alternativen Kriterien gewichten würden. Gefragt sei beispielsweise ein hauseigenes, an den Global Quality Income-Index gekoppeltes Produkt (ISIN LU0832436512 / WKN LYX0PP), das weltweit auf Unternehmen mit überdurchschnittlichen Dividendenrenditen setze.

Generell würden Portfolios mit Schwellenländeraktien wieder stärker in den Mittelpunkt rücken, wie Salaorno registriere. MSCI Emerging Marktes-ETFs (ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM, ISIN IE00B0M63177 / WKN A0HGWC) kämen genauso gut an wie Indexfonds auf den Lyxor MSCI Asia ex Japan (ISIN FR0010312124 / WKN LYX0AB). "Hier standen Käufe im Vordergrund." Indexfonds mit chinesischen Aktien beispielsweise im Lyxor ETF China Enterprise (ISIN FR0010204081 / WKN A0F5BW) würden unterm Strich gekauft. Ebenso hätten Investoren häufiger als nicht auf den iShares CSI300 (ISIN IE00B5VG7J94 / WKN A1C1H1) gesetzt. Der zugrunde liegende Index enthalte die 300 größten an der Börse Shanghai gelisteten Unternehmen.

Nettozuflüsse gebe es zudem für japanische Bluechips, wie Schröder und Salaorno berichten würden. Neben MSCI Japan-Tracker (ISIN FR0010688242 / WKN A0REJW) hätten sich Anleger für in Euro notierte Topix-ETFs (ISIN FR0011475078 / WKN LYX0NY) interessiert, der die Entwicklung aller an den Börsen Japans zugelassenen Aktien währungsbereinigt widerspiegle.

Die Sorgen der Marktteilnehmer über einen möglichen Austritt der Briten aus der Europäischen Union spüre Salaorno im ETF-Handel bislang kaum. "Je nach Umfragewerten könnten aber Umschichtungen von Standard- Richtung Nebenwerte im Vorfeld der Volksabstimmung ein Thema werden." Aktienstrategen seien davon ausgegangen, dass die Aktienkurse kleinerer Unternehmen von einem negativen Ausgang am 23. Juni dieses Jahr weniger spüren würden.

Banken etwa im MSCI Europe Banks (ISIN FR0010688176 / WKN A0REJZ), STOXX Europe 600 Banks (ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ) und EURO STOXX Banks (ISIN DE0006289309 / WKN 628930) stünden mit 65 Prozent Käufen in der Statistik der Sektor-ETFs ganz vorn. "Mit der Erholung der Aktien insbesondere von Commerzbank und Deutsche Bank hat die Nachfrage nach Finanzwerten zugelegt", beobachte Schröder. Auf niedrigerem Niveau hätten sich Anleger zudem mit Automobilwerten im STOXX Europe 600 Automobiles & Parts (ISIN FR0010344630 / WKN LYX0AN, ISIN DE000A0Q4R28 / WKN A0Q4R2) eingedeckt. "Hier überwogen mit 77 Prozent ganz klar die Zuflüsse."

Salaorno melde Interesse an defensiveren Branchen wie der Grundstoffe-Industrie. Gesucht seien STOXX Europe 600 Basic Resources- (ISIN FR0010345389 / WKN LYX0AX) und in geringerem Maße STOXX Europe 600 Oil & Gas-Produkte (ISIN FR0010344960 / WKN LYX0A9). (Ausgabe vom 23.02.2016) (24.02.2016/fc/a/e)


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