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05.05.22 14:21
SPDR Bloomberg SASB 0-3 Year Euro Corporate ESG UCITS ETF: Mit kurzen Laufzeiten gegen steigende Zinsen vorgehen
State Street Global Advisors

Boston (www.fondscheck.de) - Die Märkte preisen eine straffere Politik der Zentralbanken ein, doch solange keine Klarheit über die Inflation besteht, ist es schwer zu sagen, ob die Zinsen ihren Höhepunkt erreicht haben, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem aktuellen "SPDR Strategie Espresso".

Das europäische Wachstum hänge stärker von hohen Energiepreisen ab. Daher sähen die Experten von State Street Global Advisors in Euro-Investment-Grade-Strategien mit kurzen Laufzeiten eine Chance, einen Puffer gegen steigende Zinsen zu schaffen. Anleger könnten auch einen ESG-Ansatz für dieses Engagement in Betracht ziehen. ESG-Screening und Indexoptimierung könnten die Performance auch in schwierigen Zeiten verbessern, wie man sie im ersten Quartal 2022 erlebt habe.

Die Inflation befindet sich auf einem historisch hohen Niveau und viele Zentralbanken scheinen hinter der politischen Kurve zu liegen, so die Experten von State Street Global Advisors. Der Druck, mit der Normalisierung der Zinssätze zu beginnen, sei akut. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe den Normalisierungsprozess noch nicht eingeleitet. Die Märkte würden davon ausgehen, dass die EZB wie die US-Notenbank (FED) und die Bank of England (BoE) die Zinsen aggressiv anheben werde. In den ESTR-Terminkontrakten werde eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte bis Ende 2022 und um 130 Basispunkte in den kommenden zwölf Monaten eingepreist.

Während es unbestreitbare Argumente für eine Anhebung der Leitzinsen aus dem negativen Bereich zu geben scheine, könnte es für die EZB aus mehreren Gründen schwieriger sein, einen aggressiven Straffungszyklus einzuleiten:

- Institutionelle Zurückhaltung: Seit dem "Politikfehler" von 2011 sei die EZB eher vorsichtig und halte die Zinsen seit 2014 im negativen Bereich. Während die FED und die BoE 2017 ihre Politik gestrafft hätten, habe die EZB die Zinsen konstant gehalten, obwohl der Verbraucherpreisindex auf einem Niveau gelegen habe, das mit ihrem Ziel übereingestimmt habe, und die EU-Messung der wirtschaftlichen Einschätzung den höchsten Stand seit 2000 erreicht habe.

- Ende der Ära der Anleihekäufe: Die EZB habe seit 2015 weiter Staatsanleihen gekauft. Die jüngsten Signale der EZB würden allerdings darauf hindeuten, dass die Käufe Anfang Juli 2022 eingestellt werden sollten. Dies sei bereits ein Schock für das System, da die Renditen steigen und die Spreads zwischen Kern und Peripherie ausufern würden. Die EZB habe ihre Anleihekäufe im Rahmen des Programms zum Ankauf öffentlicher Schuldtitel in den letzten Wochen sogar noch ausgeweitet. Dies sei zum Teil darauf zurückzuführen, dass das Programm zum Ankauf von Pandemieanleihen auslaufe, aber auch, um den Marktbewegungen entgegenzuwirken. Denn der Anstieg der Staatsanleihenrenditen verschärfe die monetären Bedingungen im Euroraum effektiv.

- Wachstumsrisiken: Die Bekämpfung der Inflation möge das Ziel der EZB sein, allerdings sei ein Großteil des Anstiegs des Verbraucherpreisindex auf die Energiepreise zurückzuführen. Diese und andere globale kostentreibende Faktoren der Inflation könnten nicht durch die Steuerung der Gesamtnachfrage in der Wirtschaft kontrolliert werden. Vielmehr würden die höheren Energiepreise und die geringere Verfügbarkeit einiger Ressourcen die Nachfrage beeinträchtigen. Schwächere Unternehmens- und Verbraucherumfragen würden auf Wachstumsrisiken hindeuten, die der EZB Anlass zur Sorge geben könnten.

Kurz gesagt, der Markt preise jetzt ein erhebliches Maß an Straffung ein und es bestehe das Risiko, dass die EZB dies nicht bestätige. Ein wesentliches Hindernis für Investitionen am vorderen Ende der Kurve im Euroraum sei die fehlende Umlaufrendite gewesen: Trotz des Ausverkaufs am Anleihemarkt rentiere die zweijährige deutsche Staatsanleihe immer noch nur knapp über 10 Basispunkte.

Eine Möglichkeit, die Umlaufrendite zu erhöhen, bestehe darin, sich auf Investment-Grade-Kredite zu konzentrieren. Die Rendite des Bloomberg EUR Corporate 0-3 Year Index liege bei über 95 Basispunkten und damit auf dem höchsten Stand seit Mitte 2014, wenn man den Anstieg in Zusammenhang mit dem Covid 2020 außer Acht lasse. Die Renditeabstände zu Staatsanleihen hätten sich auf den höchsten Stand seit dem ersten Quartal 2013 ausgeweitet, wenn man den 2020er Spike außer Acht lasse. Dies gelte trotz der Tatsache, dass die Einstellung der EZB-Anleihekäufe angesichts der relativen Höhe der gekauften Beträge für Staatsanleihen schädlicher sein werde als für Unternehmensanleihen und deute darauf hin, dass die Märkte eine deutliche Konjunkturabschwächung bereits eingepreist hätten. Die Anzeichen für finanziellen Stress würden sich bislang in Grenzen halten: Das Verhältnis von Heraufstufungen zu Herabstufungen bei Moody's sei im ersten Quartal 2022 auf 0,56 gefallen, dann aber im zweiten Quartal wieder auf 1,67 gestiegen. Bei S&P sei das Verhältnis in beiden Quartalen deutlich über 2 geblieben.

Für diejenigen, die über eine Rückkehr zu Investment-Grade-Anlagen nachdenken würden, könnte es an der Zeit sein, ESG zu berücksichtigen. Im Jahr 2021 hätten 13 der 14 aufgelegten OGAW-Kredit-ETFs eine Art von ESG-Screening aufgewiesen. Der Aufschwung von ESG sei Anfang des Jahres durch die Invasion in der Ukraine infrage gestellt worden, die zu einer Outperformance in den typischerweise nicht ESG-konformen Sektoren Energie und Verteidigung geführt habe. Es gebe jedoch unterschiedliche Ansätze für ESG.

Der Ansatz von State Street Global Advisors für festverzinsliche ETFs bestehe darin, in Zusammenarbeit mit Bloomberg eine Reihe von Indices zu erstellen, die die Merkmale der Standard-Benchmarks ohne ESG widerspiegeln würden. Auf diese Weise könnten diese Engagements für Kernbestände verwendet werden, während gleichzeitig das ESG-Rating des Portfolios verbessert werde. Das Screening und die anschließende Optimierung des Index, um sowohl die ESG-Bewertung zu maximieren als auch die Merkmale an die des Mutterindex anzunähern, habe ebenfalls zur Performance beigetragen.

Der Bloomberg SASB Euro Corporate 0-3 Year ESG Ex Controversies Select Index, der Index, der unserem neu aufgelegten ESG-Fonds mit kurzer Laufzeit zugrunde liegt, hat den Bloomberg EUR Corporate 0-3 Year Index im bisherigen Jahresverlauf trotz des nicht ESG-freundlichen Hintergrunds um 14 Basispunkte übertroffen, so die Experten von State Street Global Advisors.

Anleger, die Zugang zum ESG-Thema für Unternehmen mit einer Laufzeit von 0-3 Jahren suchen würden, könnten dies mit SPDR ETFs tun, z.B. dem SPDR Bloomberg SASB 0-3 Year Euro Corporate ESG UCITS ETF (ISIN IE00B6YX5H87 / WKN A3C6TS). (05.05.2022/fc/a/e)


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