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23.02.21 11:30
XAIA Credit Basis II Fonds: 01/2021-Bericht, seitwärts tendierende Credit-Indices - Fondsanalyse
Universal-Investment-GmbH

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Der XAIA Credit Basis II (ISIN LU0462885301 / WKN A0YDMY) nutzt Verwerfungen an den Anleihen- und Kreditmärkten aus und strebt bei einem moderaten Risikoprofil eine Überrendite zum 3-Monats-Euribor von 3,5% an, so die Experten der Universal-Investment-GmbH.

Der Fonds basiere auf einer marktneutralen Anlagestrategie. Er investiere in ein breit diversifiziertes, international gefasstes Anlageuniversum, das u.a. Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Wandelanleihen, handelbare Kredite, Asset Backed Securities und strukturierte Anleihen umfasse. Mögliche Emittentenausfälle würden durch Credit Default Swaps (CDS) abgesichert, andere verbleibende Kapitalmarktrisiken, wie z.B. Aktien-, Zins- und Währungsrisiken über den Einsatz entsprechender Derivate.

Preisdifferenzen zwischen den einzelnen Anlageinstrumenten und den zur Absicherung eingesetzten Derivaten, die aufgrund der Verwerfungen an den Anleihen- und Kreditmärkten bestünden, würden die Hauptertragskomponente des Fonds darstellen.

Das Management strebe an, die Positionen des Fonds so aufzusetzen, dass unabhängig von der Preisentwicklung eine kontinuierliche Absicherung gegenüber potenziellen Ausfällen von Referenzschuldnern gewährleistet sei. Durch die weitgehende Risikoneutralisierung des Portfolios weise der Fonds eine äußerst geringe Korrelation zu anderen Asset-Klassen auf.

Der Start ins neue Jahr sei von Kreditinvestoren verhalten optimistisch aufgenommen worden, was sich an den eher seitwärts tendierenden Credit-Indices ablesen lasse. Deutlich euphorischer gewesen sei hingegen die Stimmung an den Aktienmärkten, wo unter anderem der DAX und der S&P 500 neue Allzeithochs markiert hätten. Eine kleinere Marktschwäche habe letztendlich dazu beigetragen, dass sich die Bewegungen in beiden Asset-Klassen zum Monatsende hin wieder etwas relativiert hätten.

Vor allem im letzten Quartal des vergangenen Jahres habe sich abgezeichnet, dass viele Emittenten die aktuell vorteilhaften Bedingungen (niedriges Zinsumfeld bei gleichzeitig hohem Anlagebedarf) nutzen würden, um sich neues Fremdkapital am Finanzmarkt zu beschaffen bzw. bestehende Anleihen in längere Laufzeiten zu rollen. Dieser Trend sei im Januar fortgesetzt worden. Die Tatsache, dass selbst im HY-Markt die angekündigten Neuemissionen fast immer am unteren Limit (oder auch darunter) der erwarteten Finanzierungskosten mit teilweise nachträglich aufgestocktem Emissionsvolumen hätten platziert werden können, zeige deutlich die immense Nachfrage am Markt. Die hohe Nachfrage habe sich aber auch in Form von niedrigeren Risikoaufschlägen speziell bei CCC-Papieren gezeigt, welche die besser gerateten HY-Papiere im Januar outperfomt hätten.

Zum Monatsende liege die Distress Ratio, also der Anteil der HY-Anleihen mit einem Cash Preis unter 80%, sowohl im amerikanischen als auch im europäischen Markt bei unter 2% und damit auf bzw. nahe der historischen Tiefststände. Letztendlich würden diese Bewegungen in einer Fortsetzung der Kompression der Credit Spreads bezogen auf die Kreditwürdigkeit resultieren. Dieser Effekt sei derzeit im Speziellen auch bei europäischen Banken zu beobachten, was sich in diesem Fall besonders gut an den CDS-Spreads für unterschiedliche Senioritäten desselben Instituts ablesen lasse.

Die oben bereits beschriebene hohe Nachfrage am Anleihenmarkt schlage sich natürlich nicht nur im Primär-, sondern auch im Sekundärmarkt nieder und sorge folglich für rückläufige Risikoprämien, häufig in einem stärkeren Ausmaß als am CDS-Markt. Dies wiederum resultiere in einer Einengung der negativen Basis - die zuletzt bei einigen Namen vorübergehend sogar weit ins positive Terrain gewachsen sei. Zwar wirke dies in der Wertentwicklung vorteilhaft auf Bestandspositionen, führe allerdings gleichzeitig zu einer temporär geringeren Verfügbarkeit neuer Anlagemöglichkeiten.

Die Bewegungen an den Kreditmärkten im Januar hätten die Experten der Universal-Investment-GmbH unter anderem dahingehend genutzt, drei Positionen komplett zu schließen, da auf diesen mittlerweile mindestens der erwartete Basisertrag habe vereinnahmt werden können. Dies gelte auch für zwei weitere Positionen, dort habe der Abbau sogar teilweise bei positiver Basis begonnen werden können. Der Fonds sei auch im abgelaufenen Monat wieder von Refinanzierungsaktivitäten der Emittenten betroffen gewesen, weshalb eine Position aus dem Portfolio ausgeschieden sei. Die zugehörige CDS-Absicherung hätten die Experten der Universal-Investment-GmbH bei attraktiven Levels am Markt veräußern können.

Im Gegenzug hätten sie drei Positionen neu aufgebaut und sechs bestehende Basis-Pakete aufgestockt. Die Basis-Käufe seien etwa zur Hälfte dem US-HY-Segment zuzurechnen, der Rest entfalle auf europäische und asiatische Unternehmen. Bei der Selektion hätten die Experten der Universal-Investment-GmbH aus gegebenem Anlass zusätzlich zu ihren grundsätzlichen Anforderungen an Basis-Positionen darauf geachtet, dass eine mögliche Refinanzierung der Anleiheposition durch den Emittenten keine nachteiligen Auswirkungen auf das Paket habe.

Die Performance von 31 Bp im Januar gehe zum einen auf den Ertrag aus der laufenden Basis zurück, das Gros komme in diesem Monat jedoch aus einer Basis-Einengung, die wie erwähnt bei manchen Positionen realisiert worden sei.

Die positive Marktstimmung im Januar sollte aus Sicht der Experten der Universal-Investment-GmbH nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese zum Großteil auf den massiven Eingriffen der Zentralbanken, die letztes Jahr beschlossen worden seien und noch Monate anhalten würden, fuße. Die fundamentalen Probleme speziell im Hinblick auf hohe Schuldenquoten und eine mögliche Zombifizierung der Unternehmen bestünden nach wie vor und hätten sich zum Teil noch verstärkt. Das seien die Hauptgründe, weshalb die Experten der Universal-Investment-GmbH den aktuellen Zustand der Finanzmärkte als deutlich fragiler ansähen als der Blick rein auf die Kursentwicklung vermitteln könnte. Die Experten der Universal-Investment-GmbH seien davon überzeugt, dass temporäre Marktschwächen unumgänglich seien und neue Opportunitäten ermöglichen würden. (Ausgabe vom 29.01.2021) (23.02.2021/fc/a/f)


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