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02.02.21 12:30
Depot-Check: Vier Dinge, die Anleger prüfen sollten
DWS

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Mindestens einmal im Jahr sollten Anleger Bilanz ziehen und ihre Anlagestrategie überprüfen, auf vier Dinge kommt es dabei besonders an, so die Experten von DWS.

Viele Anleger würden den Jahreswechsel für einen klassischen Depot-Check nutzen. Sie würden prüfen, ob ihre Anlagestrategie weiterhin zu ihnen passe, oder ob Anpassungen nötig seien. Egal, ob man gerade erst anfange, die Finanzen zu sortieren, oder ob man das Geld bereits gezielt investiere - beim Blick auf die persönliche Bilanz sollten Anleger folgende vier Themen beachten.

1. Das Sparschwein schlachten

Die pandemiebedingten Schließungen des Einzelhandels und der Gastronomie, der Ausfall von Kulturveranstaltungen sowie die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit hätten dazu geführt, dass die Deutschen im vergangenen Jahr viel Geld auf die hohe Kante gelegt hätten. Der Deutsche Bankenverband gehe von einer Sparquote für 2020 von 17 Prozent aus, die damit deutlich über den bisherigen Höchstständen aus den Jahren 1991 und 1992 von 12,9 Prozent läge. Gleichzeitig steige die Zahl der Banken, die die Negativzinsen, die sie für Einlagen bei der Europäischen Zentralbank abführen müssten, in Form von Strafzinsen an ihre Kunden weitergeben würden. Das Vergleichsportal Verivox habe rund 800 Banken und Sparkassen verglichen und komme zu dem Ergebnis, dass bereits 197 Banken Negativzinsen von ihren Kunden für Tagesgeld- und Girokonten verlangen würden. Allein 24 Institute hätten zum Jahreswechsel einen Negativzins neu eingeführt oder die bestehenden Regeln verschärft.

Zwar würden die Strafzinsen oft erst ab höheren Einlagesummen greifen. Aber auch ohne sie fresse die Inflation die Einlagen auf Girokonten und niedrig verzinsten Tages- und Festgeldkonten auf. Wer mit der Rendite auf sein Vermögen nicht mindestens die Teuerungsrate ausgleiche, könnte faktisch Geld verlieren. Anleger seien deshalb gut beraten, für Kapital, dass sie kurz- oder mittelfristig nicht benötigen würden, rentablere Anlageprodukte wie etwa Aktien- oder Anleihefonds zu suchen.

2. Auf der Suche nach attraktiven Renditechancen

Stehe der Entschluss fest, das Ersparte nicht länger auf dem Sparbuch zu parken, würden bei der Geldanlage grundsätzlich drei Aspekte eine Rolle spielen: Das zur Verfügung stehende Vermögen, die Risikobereitschaft und die gewünschte Renditechance. Nach dem Finanz-Check sollte klar sein, wie viel Geld zur Seite gelegt werden könne. Bleibe die Frage nach der Risikobereitschaft und der erwarteten Renditechancen. Diese beiden entscheidenden Größen der Geldanlage würden sich gegenseitig bedingen. In der Regel werde eine Investition in risikoreichere Anlageklassen wie zum Beispiel Aktien mit einer höheren Renditechancen belohnt. Weniger risikobehaftete Anlagen hätten dagegen in der Regel eine geringere Renditechance.

Das Problem, vor dem viele Anleger derzeit stünden, sei, dass klassische risikoarme Anlagen wie Tagesgeld oder Staatsanleihen europäischer Länder aufgrund der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank keine positiven Renditen mehr abwerfen würden. Möchten Anleger Renditen erzielen, die über der Teuerungsrate lägen, dürfte an risikoreicheren Anlageklassen also kein Weg vorbeiführen.

Das müsse übrigens nicht immer ein Aktienfonds sein. Auch hochverzinste Unternehmensanleihen oder Immobilienfonds hätten ansehnliche Renditechancen, die zum Teil deutlich über der Teuerungsrate lägen und damit zumindest verhindern würden, dass das Realvermögen schrumpfe.

3. Wie nachhaltig sei die eigene Geldanlage?

Immer mehr Anlegern sei der ausschließliche Blick auf Renditechancen nicht genug. Sie möchten, dass ihr Kapital sinnvoll investiert werde und nicht in ethisch fragwürdige Unternehmungen fließe. In Nachhaltigkeit zu investieren, sei schon lange kein Nischenthema mehr. Anlageprodukte, die sich an den so genannten ESG-Kriterien orientieren würden, würden immer beliebter. ESG stehe für die englischen Begriffe "Environmental", "Social" und "Governance" (Umwelt (E), Soziales (S) und Unternehmensführung (G)). ESG-Fonds würden damit gezielt in Unternehmen investieren, die besonders klimafreundlich seien, die Umwelt wenig oder gar nicht belasten würden (E), hohe soziale Standards erfüllen würden (S) und die Kriterien guter Unternehmensführung (G) einhalten würden.

Anleger, die bei der Geldanlage Wert auf ein gutes Gewissen legen würden, müssten dafür übrigens keineswegs geringere Renditechancen in Kauf nehmen. Viele Studien würden belegen, dass nachhaltige Investitionen in der Regel nicht schlechter abschneiden würden als konventionelle Anlagen. Im Gegenteil: Häufig würden sie sogar höhere Renditen erzielen.

Der Grund dafür sei, dass Unternehmen, die nicht nachhaltig wirtschaften würden, langfristig hohen Risiken ausgesetzt seien. Sei es, weil sie die Folgen des Klimawandels oder von Umweltverschmutzung falsch einschätzen würden. Sei es, weil sie notwendige Veränderungen wie die Umstellung auf nachhaltige Energieerzeugung oder Elektromobilität verschlafen und sich nicht rechtzeitig auf neue Kundenbedürfnisse einstellen würden. Auch die Nichtbeachtung sozialer Standards oder schlechte Unternehmensführung könnten hohe Risiken bergen.

Immer mehr Investoren würden daher erkennen, dass nachhaltiges Wirtschaften und Renditechancen kein Widerspruch, sondern im Gegenteil zwei Seiten derselben Medaille seien. Der Trend zu nachhaltigen Investmentprodukten dürfte daher anhalten und den entsprechenden Aktien zusätzlichen Schub verleihen.

Eine Umstellung des Depots zu mehr Nachhaltigkeit sei dabei nicht kompliziert. Für viele Anlageprodukte gebe es inzwischen nachhaltige Alternativen am Markt. Auch die DWS habe bereits viele ihrer Fonds auf ESG umgestellt oder bietet ESG-Varianten an.

4. Gezielt in die Zukunft investieren

Die Digitalisierung sei weiterhin eines der zentralen Zukunftsthemen - auch an den Finanzmärkten. Schon vor der Corona-Krise hätten deutsche Unternehmen in einer Studie von PwC ihre geplanten Investitionen in neue Technologien auf 0,5 bis 1,2 Prozent des jährlichen Umsatzes beziffert. In einer Befragung des Digitalverbands Bitkom hätten acht von zehn Unternehmen angegeben, dass die Corona-Krise die Digitalisierung ihres Unternehmens weiter beschleunigt habe.

Fonds wie der DWS Invest Smart Industrial Technologies (ISIN LU1891278472 / WKN DWS2Y2) würden diese Entwicklungen für Anleger investierbar machen. "Wir wählen Unternehmen aus, die durch ihre Technologien die Vernetzung von Mensch und Maschine sowie der virtuellen und realen Welt in allen Branchen vorantreiben", erkläre Fondsmanager Marcus Poppe die Anlagestrategie. Der Fonds investiere gezielt in Unternehmen, die Technologien wie die Automatisierung von Produktionsstätten, den Online-Handel oder autonomes Fahren entwickeln würden und Innovationen vorantreiben würden.

Eine weitere Möglichkeit, von der Digitalisierung zu profitieren, würden Unternehmen bieten, die sich um den Ausbau der digitalen Infrastruktur kümmern würden. Dazu würden beispielsweise Erbauer und Betreiber von Mobilfunknetzen, Clouddiensten oder Glasfasernetzen zählen. Der DWS Invest ESG Next Generation Infrastructure (ISIN LU2162004621 / WKN DWS28J) investiere gezielt in die Infrastruktur der neuen Generation sowie die entsprechenden Immobilienaktien und verbinde damit die Verlässlichkeit klassischer Infrastrukturinvestitionen mit den Wachstumsaussichten der Digitalisierung.

Bevor sich Anleger allerdings für eine Investition in Fonds mit einem Digitalisierungsschwerpunkt entscheiden würden, gelte es, wie bei jeder Aktienanlage, die Risiken abzuwägen. Denn auch wenn die Digitalisierung die Wirtschaft in den nächsten Jahren beschäftigen werde, könnten markt-, branchen- und unternehmensbedingte Kursverluste niemals ganz ausgeschlossen werden. Nicht zuletzt habe die Coronapandemie gezeigt, dass sich Trends und damit auch die Erfolgsaussichten von Investments schnell ändern könnten. Seien die Risiken jedoch einkalkuliert, stehe einem frischen Start in ein hoffentlich renditestarkes Jahr nichts mehr im Wege. (Ausgabe vom 28.01.2021) (02.02.2021/fc/a/f)


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