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www.fondscheck.de
15.09.20 10:00
Die Fondsbranche wird ein bisschen weiblicher
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Im Fondsmanagement sind allmählich mehr Frauen zu finden - man muss sie allerdings nach wie vor mit der Lupe suchen, so die Experten von "FONDS professionell".

In Deutschland sei die Fondsmanagerinnen-Quote von vier Prozent im vergangenen auf sechs Prozent im laufenden Jahr gestiegen, zeige eine Studie des Branchendienstes Citywire. Das sei vor allem einzelnen großen Gesellschaften zu verdanken gewesen, etwa der DWS: Beim Branchen-Platzhirsch sei der Frauenanteil von elf auf 14 Prozent geklettert. In Österreich hätten weibliche Fondsmanager offenbar bessere Karrierechancen als in Deutschland. Dort betrage die Frauenquote derzeit immerhin zwölf Prozent und liege damit leicht über dem globalen Durchschnitt von elf Prozent (Vorjahr: 11 Prozent in Österreich und 10,3 Prozent weltweit).

Im Vergleich zu anderen Ländern würden Deutschland und Österreich beim Thema Frauenförderung in der Finanzbranche weit zurückliegen. Beispiel Hongkong: Dort betrage die Frauenquote im Fondsmanagement laut Citywire-Studie 27 Prozent. In Spanien seien immerhin 22 Prozent der Fondsmanager weiblich, in Italien 19. Der weltgrößte Anlagemarkt USA sei mit nur neun Prozent Frauenanteil weit abgeschlagen.

Der "Alpha Female Report 2020" beruhe auf einer Auswertung der hauseigenen Datenbank von Citywire. Darin seien zuletzt 16.000 Fondsmanager verzeichnet gewesen - nur 1.762 von ihnen seien Frauen gewesen. Diese würden überdies meist weniger Geld als ihre männlichen Kollegen verwalten. "Trotz neuer Initiativen, um mehr weibliche Talente ins Asset Management zu bringen, bleibt der Frauenanteil auch fünf Jahre nach dem ersten Report erbärmlich klein", kommentiere Citywire-Expertin Nisha Long.

Ein Problem sei die hohe Fluktuation unter Fondsmanagerinnen. Ihre Wechselquote liege bei 42 Prozent und damit fast doppelt so hoch wie bei den Männern (27 Prozent). "Fondsmanagerinnen im Team zu halten ist eine Kernaufgabe und sagt etwas über die Unternehmenskultur und das Arbeitsumfeld aus", sage Long. Unternehmen, die klare Diversitäts- und Inklusionsziele formulieren würden, würden in puncto Mitarbeiterinnenbindung besser abschneiden - etwa der britische Vermögensverwalter Schroders. Auch die Entwicklung weg von einzelnen Star-Managern hin zu gemischten Teams komme Frauen zugute und könnte ihr Zahl im Asset Management langfristig steigern. Setze sich die "Verweiblichung" der Branche mit demselben Tempo fort wie bisher, würde es allerdings noch bis zum Jahr 2215 dauern, bis die Hälfte der Fondsmanagement-Posten von Frauen besetzt sei. (Ausgabe vom 14.09.2020) (15.09.2020/fc/n/s)


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