Logo
News - Sonstiges
www.fondscheck.de
10.09.20 12:00
"Aktiv-Passiv-Navigator": Aktive Aktienmanager übertreffen Anleihemanager dank beispielloser Marktvolatilität in H1
Lyxor Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Im Jahr 2019 litt die Performance aktiver Aktienfondsmanager unter politischen Unsicherheiten, insbesondere dem Handelskrieg zwischen den USA und China sowie dem Brexit, so die Experten von Lyxor Asset Management.

Dagegen hätten die aktiven Fondsmanager die Überraschungen und Unabwägbarkeiten der Covid-19-Pandemie in der ersten Hälfte des Jahres 2020 deutlich besser bewältigt. Zu diesen Ergebnissen komme der "Aktiv-Passiv-Navigator", den das Research & Solutions-Team von Lyxor ETF heute vorgelegt habe. Er analysiere die Performance aktiver Fonds mit Sitz in der EU im Vergleich zu ihren Benchmarks und gebe darüber hinaus einen Überblick über die Trends auf den globalen Märkten. Die aktuelle Studie zeige, dass im Durchschnitt 53 Prozent der aktiven Aktienfondsmanager im ersten Halbjahr 2020 besser abgeschnitten hätten als ihre wichtigsten Benchmarks.

Aktive Manager von Small-Cap-Aktienfonds hätten in den meisten Regionen im Vergleich zu ihren Benchmarks eine höhere Trefferquote aufgewiesen: Im Durchschnitt um 70 Prozent. Da Small-Cap-Aktien während des Marktcrashs stark abverkauft worden seien, hätten erfolgreiche Manager von klaren Sektor-Rotationen profitieren können - aus zyklischen und Value-Aktien heraus und in defensive, Wachstums- und Qualitätsaktien rein.

Die relative Performance der aktiven Large-Cap-Fondsmanager sei ungleichmäßiger gewesen. Während US-Fonds Probleme gehabt hätten, hätten europäische und japanische Manager die sprunghaft ansteigende Aktienstreuung deutlich besser bewältigt, was die ungleichen gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Maßnahmen der Regionen im Rahmen der Pandemie widerspiegele.

Im krassen Gegensatz dazu seien die aktiven Rentenfondsmanager in der ersten Jahreshälfte hinterhergehinkt: Nur ein Drittel der Fonds habe seine Benchmark übertroffen. Den meisten Managern sei es nicht gelungen, mit der weltweiten Rekordflut an geld- und fiskalpolitischen Stimulierungsmaßnahmen Schritt zu halten, die die Renditen auf Tiefstständen gehalten und die Anleihekurse in die Höhe getrieben hätten.

Staatsfondsmanager sowie flexible Manager hätten am meisten zu kämpfen gehabt, insbesondere die in den USA: Nur 21 Prozent der US-Staatsfonds hätten ihre Benchmark übertroffen. High-Yield-Manager dagegen hätten hervorgestochen, insbesondere die Euro-High-Yield-Manager mit einem Outperformance-Verhältnis von 51 Prozent, was zum Großteil auf ihre insgesamt defensive Positionierung zurückzuführen sei. Zwar habe der Marktabschwung diesen Sektor besonders heftig mit einer schwindenden Liquidität und einer impliziten Volatilität getroffen, die auf dem höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008 gelegen habe. Allerdings habe die defensive Positionierung der aktiven Manager und die Risikoreduzierung in den Portfolios kurz vor dem Ausverkauf des Marktes den historischen Marktschock abfedern können. Hartwährung Schuldenfonds für Schwellenländer hätten ebenfalls ihre relative Underperformance dank der zunehmenden Streuung der Vermögenspreise gemildert, was die ungleiche Anfälligkeit sowie Reaktion auf die Pandemie in den verschiedenen Ländern widerspiegele.

Das Lyxor ETF-Research-Team habe auch die Leistung aktiver Manager über längere Zeiträume hinweg mithilfe eines gleichbleibenden Fondsuniversums bewertet. Über einen kontinuierlichen Fünfjahreszeitraum hätten sowohl Aktien- als auch Anleihemanager Mühe gehabt, ihre Benchmark (36 Prozent bzw. 19 Prozent) konstant zu übertreffen. Dies unterstreiche die Bedeutung einer dynamischen Portfolio-Allokation und eines starken Fondsauswahlprozesses.

Vincent Denoiseux, Leiter der ETF-Forschung und -Lösungen bei Lyxor Asset Management, habe kommentiert: "Aktive Manager sollten ja bestrebt sein, die Portfolio-Performance in Zeiten erhöhter Marktvolatilität zu schützen. Eine beträchtliche Anzahl von Aktienmanagern war in der Tat in der Lage, sich in einem der volatilsten Marktumfelder der jüngeren Geschichte erfolgreich zu schlagen. Bei den festverzinslichen Wertpapieren war das Bild jedoch weit weniger überzeugend. Über einen längeren Beobachtungszeitraum hinweg bleibt die nachhaltige Alpha-Generierung für die meisten ein schwieriges Unterfangen. Eine robuste Strategie für die Vermögensallokation ist unerlässlich, um potenzielle Outperformer auf lange Sicht zu identifizieren. Passive Anlagevehikel wie ETFs können nützliche Anker bieten, wenn es schwieriger wird, Alpha zu finden."

Jean-Baptiste Berthon, Senior Cross-Asset Strategist bei Lyxor Asset Management, habe hinzugefügt: "Nach einem denkwürdigen ersten Halbjahr sehen sich Anleger immer noch mit einem atypischen Umfeld konfrontiert. Dieses ist durch eine erhöhte Streuung der Vermögenspreise, verzerrte Bewertungen aufgrund von Konjunkturmaßnahmen, einer geringeren fiskalischen und politischen Vorhersehbarkeit sowie Schwierigkeiten bei der Portfolio-Absicherung, wenn die Renditen am Boden liegen, gekennzeichnet. In der Zwischenzeit wird der Konjunkturzyklus wohl neue Treiber brauchen, von denen einige aber bereits in Gang gekommen sind. In diesem Zusammenhang wird Diversifizierung und die Suche nach alternativen Performancequellen von entscheidender Bedeutung sein. Eine agile Kombination aus aktiven und passiven Strategien ist wohl am besten geeignet, um sowohl von der zunehmenden Ausdifferenzierung der Vermögenswerte als auch von den Chancen zu profitieren, die Themen wie saubere Energie, die Generation Millennials und zukünftige Arbeitswelten bieten." (10.09.2020/fc/n/s)


© 1998 - 2020, fondscheck.de