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Analysen - ETF
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09.09.20 11:30
SPDR Barclays EM Inflation Linked Local Bond ETF: Erste Anzeichen einer Inflation
State Street Global Advisors

Boston (www.fondscheck.de) - Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen hatten seit April 2020 einen starken Aufschwung erlebt, obwohl die Anlageklasse im August die Puffer zu erreichen schien, da Gewinne aus der anhaltenden Abschwächung des USD und den Kuponflüssen durch fallende Festzinspreise ausgeglichen wurden, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem aktuellen "SPDR Strategie Espresso".

Man könne mit Fug und Recht behaupten, dass der August für Staatsanleihen im Allgemeinen nicht günstig gewesen sei, dennoch sei die mangelnde Performance der Schwellenländer vor dem Hintergrund der Risikobereitschaft enttäuschend. Aus historischer Sicht sei der Bloomberg Barclays Emerging Markets Local Bond Index zu 79% mit Global High Yield korreliert, verglichen mit nur 29% für US-Aggregates, das größtenteils aus US-Treasuries bestehe. Mit anderen Worten verhalte sich dieser eher wie eine Risikoanlage als ein risikofreier Zinssatz.

Die Zeiten hätten sich jedoch geändert und Investitionen würden jetzt alle durch eine COVID-19-Brille geprüft - und in dieser Hinsicht hätten die Schwellenländer nicht gut abgeschnitten. Da viele Volkswirtschaften nur begrenzt in der Lage seien, Arbeitnehmer und Unternehmen in der gleichen Weise zu schützen wie Industrieländer, hätten sie durch die Lockerung wieder einen Anstieg der Infektionen erlebt.

Darüber hinaus sei es in vielen Ländern aufgrund der Erholung der Ölpreise und der Währungsabwertung zu Beginn des Jahres, die sich in höheren Importpreisen niederschlage, zu einem Inflationsanstieg gekommen. Diese Entwicklung habe sicherlich das Potenzial, den Lockerungskurs der Politik in einigen Schwellenländern zum Stillstand zu bringen.

Dennoch würden die Experten von State Street Global Advisors die Emerging Markets aus der Perspektive eines Renditeverbesserers und Risikodiversifikators weiterhin als einen wesentlichen Bestandteil jeder Portfolioallokation betrachten und es gebe nach wie vor mehrere Faktoren, die Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen stützen:

- Trotz der jüngsten Kursverluste scheine der USD gegenüber einem Korb von EM-Währungen immer noch um 10% überbewertet zu sein, laut den Fair-Value-Indices von State Street Global Markets. Die Experten von State Street Global Advisors würden davon ausgehen, dass der USD weiter schwächer werde, was die steigenden Bewertungen der Emerging Markets im Zuge der Aufwertung ihrer Währungen unterstützen könnte.

- Das Streben nach Rendite sei ein starker Investitionstreiber. Obwohl die Renditen im derzeitigen Umfeld knapp ausfallen würden, biete der Bloomberg Barclays Emerging Markets Local Bond Index 3,6%, ohne dass ein erhebliches Laufzeitrisiko eingegangen werde. Die anhaltende Verdichtung der Spreads bei Hochzinsanleihen bedeute automatisch, dass die Schwellenländer zu einer interessanteren Alternative würden.

- Die Schwellenländer hätten während der Marktturbulenzen Anfang dieses Jahres beträchtliche Abflüsse erlitten, aber es gebe Anzeichen dafür, dass sich die Flows drehen würden. Die Zuflüsse in ETFs seien bereits seit April 2020 positiv, hätten aber im Juni und Juli mit Nettozuflüssen von 2,1 Mrd. USD bzw. 1,8 Mrd. USD noch einmal an Fahrt gewonnen. Im Juli seien außerdem generell starke positive Zuflüsse in EM-Investmentfonds (aktiv und passiv) verzeichnet worden, wobei mehr als 5,4 Milliarden USD in diesen Sektor geflossen seien.

Die Besorgnis über schwaches Wachstum und ein Wiederaufleben der Inflation in einigen Schwellenländern sei nicht von der Hand zu weisen. Die von den PriceStats®-Indikatoren als am meisten von einer steigenden Inflation bedroht identifizierten Länder seien jene außerhalb Asiens, wobei die Türkei und drei lateinamerikanische Länder (Brasilien, Kolumbien und Uruguay) als am stärksten gefährdet gelten würden. Der geographische Schwerpunkt des Bloomberg Barclays Emerging Markets Local Bond Index reduziere diese Risiken mit einer hohen Allokation in Asien (48,7%) verglichen mit 30,5% beim J.P. Morgan EM Local Government Bond Index. Dies bedeute eine relativ geringere Gewichtung Amerikas, ohne Exposure gegenüber Uruguay und zusammen 11,2% gegenüber Brasilien und Kolumbien (der J.P. Morgan Index habe 15,5%). Außerdem sei die Gewichtung der Türkei mit nur 1,7% gering.

Für diejenigen, die weiterhin befürchten würden, dass sich der kurzfristige Inflationsanstieg nachteilig auf Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen auswirken könnte, gebe es den SPDR Bloomberg Barclays EM Inflation Linked Local Bond UCITS ETF (ISIN ‎IE00B7MXFZ59/ WKN A1JLNG). Abgesehen von einer Divergenz im Jahr 2019 weise der von diesem ETF nachgebildete Index typischerweise die gleiche inverse Korrelation mit dem USD auf wie nominale Verschuldung. Obwohl der Index inflationsgeschützt sei, verhalte er sich immer noch ähnlich wie ein Fonds in Landeswährung. (09.09.2020/fc/a/e)


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