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02.09.20 11:45
Auch Moventum verlangt bald ein Verwahrentgelt - Fondsnews
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Moventum wird ab dem 1. Oktober ein Verwahrentgelt in Höhe von 0,5 Prozent erheben, so die Experten von "FONDS professionell".

Betroffen seien Guthaben, die Privat- und Geschäftskunden auf dem in Euro geführten Verrechnungskonto für ihr Wertpapierdepot bei der Fondsplattform halten würden. Für bestimmte Fremdwährungskonten seien bereits solche "Minuszinsen" fällig. Das habe die in Luxemburg ansässige Gesellschaft auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE mitgeteilt.

Moventum sei damit eine der letzten Plattformen, die den Negativzins der Europäischen Zentralbank an Kunden durchreiche. Andere Depotbanken hätten diesen Schritt schon von längerer Zeit getan. Lediglich die Fondsdepot Bank erhebe nach wie vor keine Gebühren, beobachte aber nach eigenen Angaben den Markt.

Das Berechnungsmodell von Moventum für die Extra-Gebühr lehne sich dabei an das von Mitbewerber DAB BNP Paribas gewählte Modell an, das ebenfalls nicht starr ab einem bestimmten Betrag den Negativzins verlange. Moventum stelle das Entgelt in Rechnung, wenn die Barbestände auf dem Verrechnungskonto einen Wert erreichen würden, der 15 Prozent dessen übersteige, was die im Anlagedepot verwahrten Wertpapiere in Summe auf die Waage bringen würden. Mit anderen Worten: Die ersten 15 Prozent würden quasi als Freibetrag gelten, erst darüber falle der Zins an.

Dieser werde monatlich erhoben. Als Berechnungsgrundlage würden das durchschnittliche Guthaben auf dem Verrechnungkonto sowie der Wert des Wertpapierguthabens genommen, die beide auf Tagesbasis festgestellt würden. Kurzfrisitge Liquiditätsspitzen oder ein vorübergehend geschrumpftes Depots würden damit nicht sofort zu höheren Strafzinsen führen.

Am besten durchblicke man das Konzept anhand eines Beispiels: Wenn ein Kunde ein Depot mit Wertpapieren im Wert von 100.000 Euro unterhalte, müsse er ab einem Barbestand auf dem zugehörigen Verrechnungskonto on 15.000 Euro (15% von 100.000) ab Oktober Zinsen zahlen. Das Moventum-Modell begünstige also Kunden, die beispielsweise über große Fondsbestände verfügen würden. Denn würden Wertpapiere im Wert von 500.000 Euro im Depot lagern, könne der Anleger bis zu 75.000 Euro in der Reserve haben. Bei einem kleinen Depot von nur 10.000 Euro sei das Verwahrentgelt bereits ab 1.500 Euro fällig.

"Wir möchten Kunden für ihre Anlagen in Investmentfonds belohnen", erkläre Swen Köster, Head of Sales Germany bei Moventum, das Modell. "Würden wir die Strafzinsen ab einem bestimmten Guthaben auf dem Konto und unabhängig von der Depotgröße erheben, verfehlten wir das Ziel." (02.09.2020/fc/n/s)



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