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Analysen - Fonds
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27.08.20 10:00
Carmignac Portfolio Patrimoine Europe Fonds: Manager Mark Denham mit dem höchsten Rating bei Citywire - Fondsanalyse
F&V Fondscenter AG

Berlin (www.fondscheck.de) - Zur Beurteilung von Fonds ziehen wir - wenn möglich - zusätzlich zu unseren eigenen Analysen gern externe Ratings heran, so die Experten der F&V Fondscenter AG.

Ein Fonds-Rating sei nach dem Verständnis der Experten der F&V Fondscenter AG eine tiefgründige inhaltliche Beurteilung des Managements (Erfahrungen, Erfolge, Verfahren, Infrastruktur) und der Strategie eines Fonds und habe im Gegensatz zu den wesentlich verbreiteteren "Fonds-Rankings" (mehr oder weniger ausgeklügelte Ergebnistabellen) nicht vordergründig mit den Ergebnissen des Fonds zu tun. Auch ein Fonds, der zuletzt eher unterdurchschnittliche Ergebnisse erzielt habe, könne ein sehr gutes Rating haben, weil alle aktiv gemanagten Fonds auch weniger überzeugende Phasen durchleiden würden. Permanent bzw. langfristig schlechte Fonds hätten trotzdem nur geringe Chancen auf ein gutes Rating.

Folgende Ratings würden die Experten der F&V Fondscenter AG nutzen:

- Morningstar: Etwa 6% der Fonds hätten derzeit eine Gold-, Silber oder Bronzemedaille. Das Rating werde meist jährlich geprüft und gegebenenfalls geändert.

- Sauren: Die Zahl der Manager mit einer bis maximal drei Goldmedaillen sei bei Sauren noch geringer als bei Morningstar. Die Medaillen würden jährlich neu vergeben und seien gewissermaßen ein "Abfallprodukt" der Suche nach guten Fondsmanagern, deren Fonds in den Sauren-Dachfonds vorzugsweise eingesetzt würden.

- Citywire: Die Ratingagentur biete nach der oben genannten Definition kein "echtes" Rating, sondern betrachte monatlich die letzten drei Jahre der Wertentwicklung der Fonds. Insgesamt würden weltweit mehr als 9.000 Manager verfolgt, die für mehrere zehntausend Fonds verantwortlich seien. Wegen der Berechnungsmethodik könne sich das Rating relativ schnell deutlich ändern. Es reiche in vier Stufen von "+" bis zu "AAA". Die Experten der F&V Fondscenter AG würden dieses "unechte" Rating trotzdem schätzen, weil es alle Fonds eines Managers umfasse. Es reiche für ein gutes Rating also nicht, nur einen von mehreren Fonds "zufällig und kurzfristig" gut zu führen. Außerdem werde das Risiko, mit dem das Ergebnis erzielt worden sei, berücksichtigt. Je weniger Risiko für ein Ergebnis eingegangen worden sei, umso besser falle das Rating aus.

- Daneben biete auch Trustnet die Möglichkeit, die tatsächlichen Leistungen von Fondsmanagern (allerdings hauptsächlich aus dem angelsächsischen Raum) mit ihren gegenwärtigen und früheren Fonds zu beurteilen.

Alle Ratings (es gebe diverse weitere) hätten ihre spezifischen Vor- und Nachteile und könnten eine gute Unterstützung bei der Beurteilung von Fonds sein - aber (auch) keine Garantie für Erfolg bieten. Gute Ratings seien hilfreich, vor allem, wenn sie nicht in inflationär hoher Zahl vergeben würden.

Und Letzteres sei auch bei den Mischfonds derzeit der Fall. Von allen auf den Euro orientierten Mischfonds haben bei Morningstar derzeit nur drei das höchste Rating: Der Nedgroup Global Flexible (ISIN IE00BDZYNQ40 / WKN A2DPBK) ist auf den von uns genutzten Fondsplattformen nicht verfügbar, so die Experten der F&V Fondscenter AG. Der Capital Group Global Allocation (ISIN LU2153614891 / WKN A2P3UT) sei den Experten der F&V Fondscenter AG in seiner Aufteilung der Aktien-/Rentenquote (ca. 60%/40%) zu starr und indexnah, aber (trotzdem) sehr gut. Der MFS Prudent Wealth (in vielen Depots der Kunden der Experten der F&V Fondscenter AG vorhanden) sei seit kurzem für Neuanlagen geschlossen.

Sauren gebe derzeit keinem Mischfonds-Manager sein höchstes Rating. Drei Manager mit dem zweithöchsten Rating bzw. deren Fonds (Flossbach von Storch Multiple Opporttunities (ISIN LU0323578657 / WKN A0M430), DWS Concept Kaldemorgen (ISIN LU0599946893 / WKN DWSK00) und Nordea Stable Return (ISIN LU0841555278 / WKN A1W11B)) sind auch bei vielen unserer Kunden(depots) "alte Bekannte", so die Experten der F&V Fondscenter AG.

Bei Citywire gebe es derzeit nur einen einzigen Manager eines (für die Experten der F&V Fondscenter AG relevanten, also auf den Euro ausgerichteten) Mischfonds mit dem höchsten Rating. Der Fonds - Carmignac Portfolio Patrimoine Europe (ISIN LU1744628287 / WKN A2N692) - spielte bisher in den Depots unserer Kunden noch keine Rolle, so die Experten der F&V Fondscenter AG.

Mark Denham, der verantwortliche Manager des Carmignac Portfolio Patrimoine Europe Fonds (nicht zu verwechseln mit dem weltweit anlegenden Carmignac Patrimoine (ISIN LU0992627611 / WKN A1XA41), der seit vielen Jahren in diversen Depots unserer Kunden zu finden ist) hat dieses Rating im April 2020 (nach mehreren Monaten in 2017) erneut bekommen, so die Experten der F&V Fondscenter AG. Er sei also einer der sehr wenigen von einer Ratingagentur als besonders positiv bewerteten Manager eines gemischten Fonds. Er verantworte im vorliegenden Fall die Strategie und die Aktienauswahl des Fonds. Für den Rentensektor sei Keith Ney verantwortlich. Dieser habe derzeit ein "A" bei Citywire und zeitweise in 2017/18 auch schon "AAA"-Status.

Der Fonds werde Ende Dezember drei Jahre alt (der gute Leistungsnachweis des Managers reiche aber schon bedeutend weiter zurück) und lege relativ flexibel in Europa an. "Unsere" Datenbank stuft ihn als ausgewogenen Mischfonds ein, so die Experten der F&V Fondscenter AG.

Normalerweise würden die Experten der F&V Fondscenter AG weltweit anlegende Fonds bevorzugen. Bei gemischten Fonds würden sie aber Ausnahmen machen, wenn die Bereitschaft zu indexfernen Investments (inklusive variabler Aktienquote und geeigneten Absicherungsmaßnahmen) gegeben sei und die Ergebnisse "stimmen" würden. Diese Indexferne sei in den letzten Monaten z.B. durch eine relativ hohe Aktienquote (50% sei das Maximum, so wie beim "Klassiker" Carmignac Patrimoine) und eine stärkere Gewichtung von italienischen und griechischen Staatsanleihen gegeben gewesen. Besonders bei der Erwähnung griechischer Anleihen erschricke wahrscheinlich der eine oder andere Leser. Aber genau solche Investments, die wir uns privat wahrscheinlich nicht trauen würden, weil sie nicht nur besondere Chancen sondern auch Risiken aufweisen, erwarten wir von den Fondsmanagern - natürlich verbunden mit Erfolg, so die Experten der F&V Fondscenter AG.

Als wesentliches Argument gegen einen Kauf könnte angeführt werden, dass der Rückschlag des Fonds im laufenden Jahr vielleicht nur "ausnahmsweise" deutlich geringer gewesen sei als beim Vergleichsindex und dem Durchschnitt vergleichbarer Fonds. Im zweiten Halbjahr 2018 seien die Unterschiede hingegen nicht relevant gewesen. Aber es sei erstens normal, dass ein aktives Fondsmanagement nicht immer zu den Besten gehöre, und zweitens habe der Fondsmanager das AAA-Rating auch von Juli bis November 2017 gehabt. Dafür müsse er in den drei Jahren davor, also auch in der Phase von 2015/16, als die europäischen Märkte mehr als 20% verloren hätten, mit seinen damaligen Fonds relativ gut abgeschnitten haben. Der Fonds könnte deshalb ein Kauf für alle Anleger sein, die auf der Suche nach einem weiteren gemischten Fonds mit deutlich begrenzter Aktienquote seien und sich mit europäischen Anlagen wohler fühlen würden als mit einer weltweiten Streuung. (Ausgabe 4/2020) (27.08.2020/fc/a/f)


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