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26.03.20 12:30
Kein Aprilscherz: Bestandsprovision für den hausInvest sinkt - Fondsnews
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die vor einem Jahr erfolgte Senkung der Verwaltungsgebühr für den offenen Immobilienfonds hausInvest (ISIN DE0009807016 / WKN 980701) wirkt sich zeitverzögert nun auch auf Vertriebspartner aus: Sie erhalten ab 1. April weniger Bestandsprovision, so die Experten von "FONDS professionell".

Entsprechende Informationen von FONDS professionell ONLINE habe der Fondsanbieter Commerz Real auf Anfrage bestätigt.

Aktuell zahle die Commerz Real Informationen der Redaktion zufolge jährlich bis zu 0,35 Prozent Bestandsprovision an die für den freien Vertrieb relevanten Fondsplattformen. Diese wiederum würden die Provision nach Abzug ihrer Marge an Maklerpools und Berater weiterreichen.

Die Commerz Real habe Anfang 2019 beschlossen, die Verwaltungsgebühr des hausInvest zum 1. April 2019 von 1,0 auf 0,8 Prozent zu senken. "In den individuellen Verträgen der Vertriebspartner ist geregelt, dass die Vertriebsfolgeprovision, die in Prozent der Verwaltungsvergütung berechnet wird, erst mit einem Jahr Verspätung weiter gereicht wird", teile ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage der Redaktion mit. Diese Änderung werde nun wirksam.

Die reduzierte Provision möge für Vermittler keine erfreuliche Nachricht sein, den Anlegern komme die gesenkte Verwaltungsgebühr aber in jedem Fall zugute. Dass sich Commerz Real vor einem Jahr zu diesem Schritt entschlossen habe, liege am Liquiditätsmanagement des Unternehmens - und an den gesunkenen Zinsen.

Um diesen Schritt besser nachvollziehen zu können, müsse man etwas ausholen: Offene Immobilienfonds dürften bis zu 49 Prozent ihres Vermögens in bar oder liquiden Anlagen halten. Mindestens fünf Prozent müssten sie vorhalten, um Anleger ausbezahlen zu können, die ihre Anteile zurückgeben wollten. Im Bereich dazwischen sei das Liquiditätsmanagement gefragt: Auf der einen Seite sei ein Fonds mit viel Liquidität eher in der Lage, zum Beispiel bessere Konditionen beim Ankauf neuer Immobilien zu verhandeln, wenn er schnell zahlen könne und nicht erst noch eine Finanzierung auf die Beine stellen müsse. Auf der anderen Seite würden Liquiditätsanlagen keinen Ertrag abwerfen oder sogar einen Negativertrag erwirtschaften. Eine dauerhaft hohe Liquiditätsquote verwässere daher die Performance des Fonds.

Einige offene Immobilienfonds seien dazu übergegangen, nur noch dann neue Anteile auszugeben, wenn es die Pipeline bevorstehender Ankäufe erfordere (Cash-Call/Cash-Stopp-Verfahren). Das habe den Vorteil, die Liquiditätsquote im Fonds sehr gering halten zu können. Dem stehe jedoch der Nachteil gegenüber, Kaufgelegenheiten nur mit einem entsprechenden zeitlichen Vorlauf wahrnehmen zu können. Würden zwei auf dieselbe Immobilie bieten, bekomme häufig der den Zuschlag, der schneller Cash auf den Tisch legen könne.

"Es gehört nun einmal zu einem offenen Immobilienfonds, offen zu sein", sage Mario Schüttauf, Fondsmanager des hausInvest, gegenüber FONDS professionell ONLINE, "zumindest ist das unser Verständnis." Der hausInvest habe bisher die Ausgabe neuer Anteile nie ausgesetzt. "Ohne diese Vorgehensweise wäre der Erwerb des Millennium Portfolios vergangenes Jahr nicht möglich gewesen", ergänze Schüttauf.

Außer dass sie keinen oder sogar einen negativen Performancebeitrag leiste, habe eine hohe Liquidität aus Anlegersicht einen weiteren Nachteil: Der liquide Anteil am Fondsvermögen gehe nämlich genauso in die Grundlage zur Berechnung der Verwaltungsgebühr für offene Immobilienfonds ein wie das investierte Vermögen. Dabei entstehe durch die Verwaltung freier Liquidität kein nennenswerter Aufwand. Diesem Umstand habe die Commerz Real vor einem Jahr nun Rechnung getragen: Sie habe zwar an der Grundlage der Berechnung festgehalten, aber den Prozentsatz gesenkt. Rein rechnerisch bleibe somit eine durchschnittliche Liquiditätsquote von 20 Prozent frei von einer Belastung durch Verwaltungsgebühren. (26.03.2020/fc/n/s)



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