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Analysen - ETF
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04.02.20 15:28
ETF-Handel: Risiken managen
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Viel Bewegung: So beschreibt Carsten Schröder von der Commerzbank das ETF-Geschäft der vergangenen Woche, so die Deutsche Börse AG.

"Über alle Anlageklassen hinweg überwiegen bei uns mit 54 Prozent die Rückflüsse." Das eindrucksvolle Aufkommen von knapp 70.000 ETF-Transaktionen bei deutlichen Schwankungen an den Aktienmärkten verbuche der Händler größtenteils auf das Konto CoronaVvirus. "Der Brexit ging hingegen fast spurlos an uns vorüber."

Das sehe Oliver Kilian von der UniCredit ähnlich. Allenfalls leichte Abflüsse aus britischen Nebenwerten im FTSE 250 Index (ISIN IE00BKX55Q28 / WKN A12CX0) hätten eine mögliche Brexit-bezogene Zurückhaltung signalisiert. Käufer chinesischer Aktien im SC300 (ISIN LU0779800910 / WKN DBX0M2) hätten vergangenen Freitag wohl auf das falsche Pferd gesetzt. Nach der feiertagsbedingten Pause an den Börsen in Schanghai und Shenzhen sei das 300 chinesische A-Aktien umfassende Barometer zum Handelsauftakt über 360 auf 3.639 Punkte in den Keller gesackt.

"Aktieninvestments mit angezogener Handbremse" nenne Kilian die Positionierungen in breit gestreuten Portfolios mit Strategien, die Ausschläge abfedern würden. Zu den gefragtesten Produkten hätten MSCI World Minimum Volatility- (ISIN IE00B8FHGS14 / WKN A1J781) und MSCI Euro Minimum Volatility-ETFs (ISIN LU1681041627 / WKN A2H57F) gezählt.

Weltaktien im MSCI World (ISIN FR0010315770 / WKN LYX0AG) und Indexfonds, die sich am MSCI World Minimum Volatility orientieren würden, würden in Schröders Kaufstatistik ebenfalls vordere Ränge belegen. Unter die ersten zehn der meist gekauften Werte schafften es bei der Commerzbank Tracker des MSCI World ESG Screened Index (ISIN IE00BFNM3K80 / WKN A2N6TE) mit Zugang zu Unternehmen aus dem MSCI Welt, die sich an bestimmte Umwelt- und Sozialstandards halten sowie S&P Global Clean Energy-Produkte (ISIN IE00B1XNHC34 / WKN A0MW0M), so die Deutsche Börse AG.

Kilian zähle deutliche Zuflüsse zu MSCI Value-ETFs (ISIN IE00B78JSG98 / WKN A1JVB8) zu den bemerkenswertesten Bewegungen. "Auf diesem Niveau liegen sonst nur Tracker von Standardindices." Der zugrunde liegende Index enthalte gemessen an ihrem fundamentalen Wert unterbewertete Substanzaktien mit mittlerer und hoher Marktkapitalisierung, die in den USA gelistet seien.

Tracker europäischer Indices würden den Händler zufolge eindeutig verkauft. Neben EURO STOXX 50-ETFs (ISIN IE00B53L3W79 / WKN A0YEDJ; ISIN FR0007054358 / WKN 798328; ISIN DE000ETFL029 / WKN ETFL02) hätten sich Investoren unterm Strich von ihren STOXX Europe 600-Positionen (ISIN LU0328475792 / WKN DBX1A7; ISIN DE0002635307 / WKN 263530) verabschiedet, wie Kilian und Schröder anmerken würden.

Im Handel mit Rentenwerten würden nach Aussage Kilians Anleger unter anderem zu hochverzinslichen Unternehmensanleihen im Markit iBoxx Global Developed Markets Liquid High Yield Capped Index (ISIN IE00B74DQ490 / WKN A1J7MG) greifen. Zuflüsse gebe es auch für US-Schatzanleihen im iBoxx USD Treasuries Index (ISIN IE00B1FZS798 / WKN A0LGP4) und Barclays US Treasury 10 year Term Index (ISIN LU1399300455 / WKN DBX0QG). Derweil hätten sich die UniCredit-Kunden unterm Strich von europäischen Staatsanleihen mit mittleren Restlaufzeiten zwischen drei und sieben Jahren (ISIN IE00B3VTML14 / WKN A0X8SL) getrennt.

In Schröders Büchern würden kurzlaufende Unternehmensanleihen mit Investmentgrade (ISIN IE00BDFC6Q91 / WKN A2JBL6) und drei- bis fünfjährige Bundesanleihen im Deutsche Börse Eurogov Germany 3-5 Index (ISIN DE000ETFL193 / WKN ETFL19) zu den Verlierern gehören. Anleger hätten sich in Summe in sieben- bis zehnjährigen US-Treasuries (ISIN IE00B1FZS798 / WKN A0LGP4) engagiert. (04.02.2020/fc/a/e)


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