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19.06.19 11:30
Fidelity startet hauseigenes Nachhaltigkeitsrating - Fondsnews
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Fondsgesellschaft Fidelity International bewertet Aktien und Anleihen künftig anhand eines eigens entwickelten Verfahrens hinsichtlich nachhaltiger Kriterien, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Analysten des Hauses würden dabei auf Aspekte wie gute Unternehmensführung oder ökologisches und sozial verantwortungsvolles Wirtschaften achten. Das Ratingsystem sei in das bestehende Investmentresearch integriert, habe der Asset Manager bei einer Pressekonferenz in London mitgeteilt. Die Portfoliomanager würden damit von Beginn des Investmentprozesses an Wertpapiere nicht nur nach Bilanz- und Bewertungskennziffern, sondern stets auch nach nachhaltigen Aspekten auswählen.

Ökologisch und ethisch einwandfreie Geldanlagen würden zunehmenden Zuspruch erfahren. Asset Manager würden immer mehr Fonds bieten, die Investments in kontroverse Unternehmen oder Länder ausschließen oder nach ihrer ökologischen und sozialen Bilanz auswählen würden. Oft würden sich die Fondsanbieter dabei auf die Einschätzung externer Dienstleister wie Sustainalytics oder MSCI ESG stützen.

Fidelity habe sich jedoch entschieden, ein eigenes Verfahren für die Bewertung der Unternehmen zu entwickeln. "Bestehende Nachhaltigkeitsratings stützen sich zu großen Teilen oder vollständig auf Angaben der Unternehmen und beziehen sich auf die Vergangenheit", habe Paras Anand, bei Fidelity Leiter des Asset-Management für Asien-Pazifik-Raum, in London gesagt. "Wir wollten jedoch eine Bewertung, die auch in die Zukunft blickt." Dies ergänze den bestehenden, fundamentalen Research-Ansatz des Hauses, der tiefergehende Einblicke in die Unternehmen eröffne.

So würden die Analysten der Fondsgesellschaft die Unternehmen anhand ihrer Bemühungen und ihres Engagements in punkto Nachhaltigkeit einschätzen. Firmen mit derzeit noch schlechter Umwelt- oder Ethik-Bilanz sollten nicht abgestraft werden, wenn sie sich erkennbar und ehrlich um Besserung bemühen würden. Würden die Fidelity-Experten keine Anzeichen für entsprechende Absichten finden, wolle der Asset Manager bei den betreffenden Unternehmen auf Veränderungen drängen. Ein allerletzter Schritt wäre ein Verkauf der jeweiligen Wertpapiere.

Für das Nachhaltigkeitsrating teile die Fondsgesellschaft die Unternehmen in 99 Subsektoren ein. Dies solle einen fairen Vergleich der Firmen nach ihren Ambitionen gewährleisten. Je nach Branche würden die Analysten fünf bis acht Kriterien heranziehen. Die Benotung der Emittenten würden dabei in erster Linie die mehr als 180 Aktien- und Anleiheanalysten des Hauses selbst vornehmen. Das Team der Nachhaltigkeitsanalysten unterstütze die Kollegen dabei, heiße es von Fidelity.

Bis zum Jahresende solle das gesamte Universum an rund 3.000 Unternehmen, die sich die Analysten von Fidelity anschauen würden, mit einem Nachhaltigkeitsrating versehen sein. Die Ratings sollten mindestens einmal im Jahr überprüft werden, bei einer Änderung der Firmenpolitik oder außergewöhnlichen Ereignissen auch öfter. Die Ergebnisse des hauseigenen Research wollten die Analysten auch künftig mit den Bewertungen externer Ratingagenturen abgleichen. (19.06.2019/fc/n/s)



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