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Bei welchen Fondsgruppen die Kassen klingeln - und bei welchen nicht - Fondsnews


04.03.19 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - FONDS professionell ONLINE hat wieder nachgerechnet, wie sich die Mittelaufkommen ausgewählter Fondsgruppen im Monatsvergleich entwickelt haben - und zeigt die Ergebnisse, so die Experten von "FONDS professionell".

Nach dem wackeligen Börsenjahr 2018 herrsche unter vielen Anlegern Katerstimmung. Diesen Schluss lasse zumindest die jüngste Mittelzu- und Abfluss-Statistik von Mountian View zu, die das Mittelaufkommen von Fonds in der DACH-Region gesammelt hätten: Aus Aktienfonds hätten Anleger demnach seit Jahresbeginn satte 14 Milliarden Euro abgezogen. Besonders unbeliebt seien dabei Portfolios, die auf europäische Firmenanteile setzen würden (-7,6 Milliarden Euro) und japanische Aktienfonds (-4,5 Milliarden Euro) gewesen. Selbst die sonst so beliebten Mischfonds hätten in diesem Jahr noch kein Geld anziehen können: 1,21 Milliarden Euro habe es aus dieser Fondsgruppe gespült.

Nach einem Jahr der Dürre hätten die Pendants aus dem Anleihenbereich dafür endlich wieder Gelder einsammeln können. Nachdem die Investmentkategorie 2018 ein Minus von 113 Milliarden Euro habe hinnehmen müssen, sehe das Plus von 14 Milliarden Euro in diesem Jahr allerdings noch recht mager aus.

FONDS professionell ONLINE habe nachgerechnet, wie sich die Zuflüsse der wichtigsten Fondskategorien in den letzten Monaten entwickelt hätten und präsentiere die Ergebnisse.

Bestseller oder Ladenhüter? So hätten sich diverse Fondsgruppen in den vergangenen sechs Monaten entwickelt:

Aktienfonds Emerging Markets
Aktienfonds, die auf Schwellenländer setzen würden, hätten zwischen Mai und November kontinuierlich Mittelabflüsse verzeichnet, seien dann mit einem Plus von 967 Millionen Euro recht gut ins neue Jahr gestartet. Im Februar habe allerdings wieder ein Minus von 233 Millionen Euro zu Buche geschlagen.

Aktienfonds Japan
Im Juli vergangenen Jahres hätten japanische Aktienfonds mit 7,4 Milliarden Euro absolute Rekordzuflüsse verzeichnet. Allerdings sehe es in diesem Jahr wieder eher mau aus: 4,5 Milliarden Euro hätten Anleger aus dieser Fondsgruppe abgezogen.

Aktienfonds Euroland
Zuflussrekorde hätten auch Euroland-Aktienfonds im Vorjahr verzeichnet: Nämlich im Februar, als Investoren 1,7 Milliarden Euro in die Anlagekategorie gesteckt hätten. Doch wie gewonnen, so zerronnen: Alleine in diesem noch jungen Jahr habe es 1,7 Milliarden Euro aus den Portfolios gespült.

Aktienfonds Europa
Von Absatzgipfeln weit entfernt seien hingegen Portfolios, die auf europäische Firmenanteile setzen würden. 11,8 Milliarden Euro hätten Anleger im abgelaufen Jahr aus den Geldtöpfen abgezogen. Im aktuellen Jahr seien es bereits 7,7 Milliarden Euro gewesen.

Aktienfonds Nordamerika
Nordamerikanische Aktienfonds würden seit 2015 von Investoren gemieden. Zwar sei das Minus mit 140 Millionen Euro 2018 recht moderat ausgefallen. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres hätten Anleger allerdings unterm Strich 1,5 Milliarden Euro von dieser Fondsgruppe verkauft.

Aktienfonds global
Die breitgestreuten globalen Pendants hätten dagegen im Vorjahr mit 15,79 Milliarden Euro richtig viel Geld eingesammelt. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2017 seien es 16,4 Milliarden Euro gewesen. 2019 seien es bislang 1,7 Milliarden Euro gewesen.

Aktienfonds gesamt
Über alle Aktienfonds hinweg gerechnet habe die Kategorie in diesem Jahr bereits Abflüsse in Höhe von 14,3 Milliarden Euro verzeichnet. Schlimmer sei die Bilanz nur in den Jahren 2008 und 2016 ausgefallen, als es über das ganze Jahr gerechnet 53 beziehungsweise 48 Milliarden Euro aus den Kassen der Portfolios gespült habe.

Anleihenfonds Unternehmen
Für Rentenfonds, die auf Unternehmsschuldtitel setzen würden, sei 2018 ein absolutes Horrorjahr gewesen: 45,6 Milliarden Euro habe es aus dieser Fondskategorie gespült. Das seien die höchsten Abflüsse seit 2008 gewesen, solange existiere die Statistik von Mountain View. Ein kleiner Trost nur seien da die 1,9 Milliarden Euro, die Investoren bislang in diesem Jahr in Unternehmensanleihenfonds gesteckt hätten.

Anleihenfonds gemischt
Ein ähnliches Bild zeige sich bei gemischten Bondfonds: Nach einem Minus von 45 Milliarden Euro im Jahr 2018 hätten Investoren in den beiden ersten Monaten 2019 neun Milliarden Euro in diese Fondsgruppe gesteckt.

Anleihenfonds gesamt
Unterm Strich hätten Anleihenfonds in diesem Jahr 14 Milliarden Euro einsammeln können - nach einem Minus von 113 Milliarden Euro 2018.

Mischfonds
Gemischte Portfolios hätten in den vergangenen sechs Jahren zu den absoluten Absatzrennen gezählt. Doch seit Oktober 2018 habe es ununterbrochen Gelder aus den Geldtöpfen gespült. Im aktuellen Jahr seien es bislang 1,2 Milliarden Euro gewesen. (04.03.2019/fc/n/s)