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In der späten Zyklusphase lohnt sich "Blick über den Tellerrand traditioneller Anlageklassen"


16.04.19 12:00
J.P. Morgan Asset Management

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Experten von J.P. Morgan Asset Management beurteilen das Jahr 2019 weiterhin als ein Jahr des Übergangs und der Veränderungen.

Die Märkte hätten sich zwar von den Tiefständen Ende des vergangenen Jahres erholt, die Konjunkturdaten hätten allerdings noch keine Kehrtwende verzeichnet. "Angesichts des recht weit gelaufenen Marktzyklus und erhöhter Bewertungen dürften die Erträge traditioneller Anlageklassen zukünftig deutlich niedriger ausfallen als bisher, wodurch Anleger gezwungen sind, sich nach neuen Ertragsquellen umzusehen", erläutere Tilmann Galler, globaler Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Damit würden alternative Anlageklassen wie Immobilien und Infrastruktur, Private Equity oder Hedgefonds stärker in den Fokus rücken.

Um diese Entwicklung zu unterstützen, habe J.P. Morgan Asset Management den Guide to Alternatives entwickelt, der ab sofort im Rahmen des Market Insights-Programms veröffentlicht werde. Dieses neue, vierteljährlich aktualisierte Kompendium biete analog zu dem seit 15 Jahren rund um den Globus beliebten Guide to the Markets eine objektive Analyse der wichtigsten Themen, die bei alternativen Anlageklassen eine Rolle spielen würden. Die englischsprachige Publikation gebe Einblicke in makroökonomische Themen wie Kapitalbeschaffung und Managerstreuung und analysiere Marktdaten und Fakten rund um die Themenbereiche "Real Assets" mit Immobilien, Infrastruktur & Transport, "Private Markets" mit Private Credit & Private Equity sowie Hedgefonds.

Galler unterstreiche, dass ein Ziel sei, objektive Informationen für Anlageklassen zu bieten, die seit jeher etwas weniger transparent seien als klassische Instrumente wie Aktien oder Anleihen. "Die Volatilität wird im aktuell späten Konjunkturzyklus voraussichtlich weiter hoch bleiben und die Anleger werden weiterhin nach Alternativen suchen. Der Zugang zu neutralen Informationen ist dabei essenziell, um optimale Anlageentscheidungen treffen zu können."

"Mit dem Guide to Alternatives möchten wir Anlegern ein Instrument für ihre Entscheidungen zur Allokation alternativer Anlagen an die Hand geben - werde es doch immer wichtiger, eine Strategie und einen Prozess zur Evaluation und Portfoliointegration von alternativen Anlageklassen zu haben," erkläre Christoph Bergweiler, Leiter J.P. Morgan Asset Management in Deutschland, Österreich, Zentral- und Osteuropa sowie Griechenland. "Als Partner unserer Kunden möchten wir jedoch nicht nur eine nutzwertige Informationsquelle bieten, sondern auch die Diskussion bei institutionellen Anlegern und Finanzberatern anregen, was die Chancen und Risiken alternativer Anlageklassen in einem zunehmend herausfordernden Marktumfeld betrifft."

Der erste Guide to Alternatives behandle unter anderem das richtige Gleichgewicht bei der Allokation in alternative Anlagen: "Oft wählen Anleger ihre alternativen Anlageklassen völlig unabhängig voneinander aus und berücksichtigen nicht, was diese Investments für das Gesamtportfolio bedeuten. Wir glauben an einen holistischen Ansatz für den Aufbau eines alternativen Portfolios, das mehrere Komponenten beinhalten sollte", sage Christoph Bergweiler.

1. Core-Fundament: Anlagen in Immobilien, Infrastruktur und Core Private Credit, die das Potenzial für stabile Erträge und niedrigere Volatilität bieten würden.

2. Ergänzende Core-Komponenten: Anlagen wie Hedgefonds, die von einer erhöhten Volatilität profitieren könnten.

3. Komponenten zur Ertragssteigerung: Durch Anlagen wie notleidende Kredite und Private Equity würden sich auf opportunistischer Basis Erträge erzielen lassen.

Ein weiteres Fokus-Thema sei die Integration von ESG-Faktoren bei Infrastrukturanlagen. Private Infrastrukturanlagen hätten inzwischen einen Punkt erreicht, wo sich die Integration von ESG-Faktoren - also der Themen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung - fest etabliert habe. Infrastrukturanlagen nähmen bei der Steuerung von Risiken rund um den Klimawandel eine Vorreiterrolle ein. Einerseits sei dies dadurch bedingt, dass sie bestimmten Umweltauflagen entsprechen müssten, was eine Hürde bei der Erwirtschaftung der erwarteten Erträge darstelle. Als Beispiele aus den Infrastruktur-Portfolios von J.P Morgan Asset Management seien Wasserunternehmen zu nennen, die bestimmte Auflagen im Hinblick auf Wasserschutz und -einsparung einhalten müssten oder Anbieter von erneuerbaren Energien, die Emissionsreduktionen dokumentieren müssten, ebenso wie die Entwicklung, Prüfung und Überarbeitung von Notfallplänen. J.P. Morgan Asset Management sehe weitere Chancen im Bereich erneuerbarer Energien, da die Erzeugungskapazitäten zunähmen und die Kosten für die Erzeugung von Solar- und Windenergie weiter sinken würden.

Rund um das Thema Volatilität werde ein Blick auf die Rolle von Hedgefonds geworfen. Denn Diskussionen über spätzyklische Investitionen würden sich oft darauf konzentrieren, wie man sich in turbulenten Märkten defensiv verhalte. Hedgefonds würden es Anlegern jedoch ermöglichen, in die Offensive zu gehen, wenn gegen Ende des Zyklus eine höhere Volatilität an den Märkten einsetze. Bestimmte Arten von Hedgefondsstrategien würden hierbei besonders hervorstechen. Long/Short-Aktienfonds dürften von höheren kurzfristigen Renditen und einer breiteren Preisstreuung profitieren, während makroökonomische und quantitative Strategien, die sich oft auf die Erkennung kurzfristiger Ineffizienzen konzentrieren würden, von einer erhöhten Volatilität profitieren dürften. Diese Eigenschaften könnten sich in der Zukunft als hilfreich erweisen, wenn die Korrelationen weiter sinken und die Preisstreuung weiter zunehme. (16.04.2019/fc/n/s)