Das sind Deutschlands größte Fondspolicen-Anbieter - Fondsnews


06.09.19 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Das Institut für Finanzmarkt-Analyse (Infinma) hat ermittelt, welche Versicherer die größten Anbieter von Fondspolicen in Deutschland sind, so die Experten von "FONDS professionell".

Konkret habe das Institut hierfür die Position "Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen" in den Geschäftsberichten für das Jahr 2018 der Gesellschaften ausgewertet.

An der Spitze stehe demnach die Aachen Münchener mit 16,2 Milliarden Euro, gefolgt von Zurich Deutscher Herold (13,9 Mrd. Euro), Heidelberger Leben (8,1 Mrd. Euro) und Nürnberger (7,3 Mrd. Euro). Auffällig: Mit Heidelberger Leben, Skandia (4,0 Mrd. Euro) und Generali (2,9 Mrd. Euro) seien gleich drei Gesellschaften in den Top-Ten vertreten, die inzwischen das Neugeschäft eingestellt hätten.

"Leider sind die Informationen zum Bestand an Fondspolicen, die die Unternehmen in ihrem Geschäftsbericht veröffentlichen müssen, relativ überschaubar", kritisiere Infinma-Geschäftsführer Marc Glissmann. So finde man keine Hinweise darauf, wie groß der Anteil der Produkte mit oder ohne Garantie sei. Auch die geförderten Produkte, also Riester- und Basisrente, hätten sich nicht auswerten lassen.

Schon die Beantwortung der Frage nach den Prämieneinnahmen von Fondspolicen sei nicht ganz einfach. In der Bestandsbewegung der Versicherer werde lediglich die Sammel-Position "Sonstige Versicherungen" ausgewiesen, die aber auch Kapitalisierungsgeschäft beinhalte. Im Anhang zur Gewinn- und Verlustrechnung würden die meisten Gesellschaften darüber hinaus weitere Angaben machen, "allerdings nicht von allen Unternehmen einheitlich", so Glissmann.

Welche Bedeutung Fondspolicen für das gesamte Lebensversicherungsgeschäft einer Gesellschaft hätten, lasse sich beispielsweise am Verhältnis der Kapitalanlagen für Fondspolicen zu den konventionellen Anlagen erkennen. Dabei würden Skandia und Heidelberger Leben auf extrem hohe Werte kommen, was laut Infinma darauf zurückzuführen sei, dass beide Gesellschaften nahezu ausschließlich fondsgebundenes Geschäft gemacht hätten. Doch auch bei Aachen Münchener (57,5 Prozent), WWK (68,2 Prozent) und Zurich Deutscher Herold (48 Prozent) stecke verhältnismäßig viel Geld in Anlagen für Fondspolicen-Kunden.

Infinma habe auch einen Blick auf die tatsächlich besparten Fonds bei den einzelnen Anbietern geworfen. "Häufig wird es als Qualitätsmerkmal bezeichnet, wenn eine möglichst große Palette an Fonds zur Auswahl steht, doch die Praxis zeigt deutlich, dass die ganze Breite der Palette sehr häufig gar nicht genutzt wird", berichte Glissmann. So liege der Anteil der zehn größten Fonds am gesamten Fondsvolumen bei namhaften Gesellschaften zum Teil sehr deutlich über 50 Prozent. Bei Generali und Heidelberger Leben seien es je fast 90 Prozent, bei AXA 77 Prozent. Lediglich HDI falle mit 48,4 Prozent etwas aus dem Rahmen.

"Man kann also kaum davon reden, dass das komplette Angebot wirklich genutzt wird", so Glissmann weiter. Dafür spräche auch, dass beispielsweise bei Generali und AXA etwa 30 Prozent des gesamten Volumens allein auf den größten Fonds entfallen würden. Das verwundere Infinma nicht, da die Anbieter häufig hauseigene Fonds nutzen würden, etwa Allianz, AXA und Generali.

Ein etwas anderes Bild ergebe sich naturgemäß, wenn man die Wachstumsraten der Kapitalanlagen betrachte. Hier würden in der Regel Gesellschaften mit relativ kleinen Beständen die höchsten Zuwächse aufweisen, erkläre Infinma. An der Spitze liege 2018 die Mylife Leben mit einem Plus von 123 Prozent. Auch die Debeka habe ihren Bestand mehr als verdoppeln können. Ein großer Zuwachs habe auch bei der Öffentlichen Oldenburg (+78 Prozent) und der Öffentlichen Sachsen (+41 Prozent) zu Buche gestanden. "Die zehn größten Anbieter hingegen verzeichneten allesamt einen Rückgang der Kapitalanlagen für die Fondspolice", habe Glissmann beobachtet.

Interessante Einblicke zur Frage, wie sich das Fondspolicen-Geschäft 2018 insgesamt entwickelt habe, gebe auch das "Statistische Taschenbuch der Versicherungswirtschaft 2019", das der Branchenverband GDV jüngst veröffentlicht habe. Demnach seien im vergangenen Jahr 213.400 neue fondsgebundene Renten- und Pensionsversicherungen abgeschlossen worden, nach 222.400 im Vorjahr. Hinzu würden 46.200 neue fondsgebundene Kapitalversicherungen kommen, das seien rund 1.400 weniger als 2017. Im Vergleich zum Gesamtmarkt würden Fondspolicen damit in der Nische bleiben: Insgesamt seien 2018 fast 4,9 Millionen neue Lebensversicherungen abgeschlossen worden. (News vom 05.09.2019) (06.09.2019/fc/n/s)