Erweiterte Funktionen

ebase übernimmt Wertpapiergeschäft der Augsburger Aktienbank - Fondsnews


02.07.20 10:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die European Bank for Financial Services (ebase) aus Aschheim bei München erwirbt die Wertpapiersparte der Augsburger Aktienbank (AAB), so die Experten von "FONDS professionell".

Der Kaufvertrag sei am 30. Juni unterzeichnet worden, über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, hätten die Institute mitgeteilt. Die Transaktion solle bis Mitte nächsten Jahres vollzogen werden.

Damit würden sich entsprechende Gerüchte bewahrheiten, die schon seit geraumer Zeit durch die Branche wabern würden: Anfang März habe es geheißen, der Landwirtschaftliche Versicherungsverein Münster (LVM) plane, seine Banktochter AAB zu veräußern. Anfang Juni habe sich dann abgezeichnet, dass der ebase-Mutterkonzern FNZ den Zuschlag bekomme. Die Transaktion sei ein weiterer Schritt in der Konsolidierung der Branche: Erst zum Jahreswechsel habe die Fidelity-Fondsbank FFB das Retailgeschäft der Metzler-Plattform Fund Xchange übernommen.

Die Migration der etwa 180.000 AAB-Depots mit einem Volumen von etwa 17 Milliarden Euro sowie der Abschluss der Transaktion und damit auch der Übergang der Mitarbeiter seien für Mitte 2021 geplant. Der Standort Augsburg solle erhalten bleiben, auch die Zusammenarbeit mit den Vertriebspartnern der AAB werde fortgesetzt. Der Deal sehe vor, dass rund der Hälfte der AAB-Mitarbeiter am Standort Augsburg eine "langfristige Perspektive" im Wertpapiergeschäft geboten werde.

Mit Abschluss der Migration werde die ebase das verwahrte Depotvolumen auf mehr als 50 Milliarden Euro steigern. "Wir als ebase, aber auch die FNZ-Gruppe wollen in den nächsten Jahren weltweit und speziell auch in Deutschland weiterwachsen", lasse sich der neue ebase-Chef Kai Friedrich in der Mitteilung zitieren. "Ziel ist es, auch in Deutschland der führende Anbieter von digitalen B2B-Anlagelösungen für Finanzdienstleister und deren Kunden zu werden. Die Übernahme des Wertpapiergeschäfts der Augsburger Aktienbank mit dem starken Team vor Ort passt daher sehr gut in unsere Strategie." ebase sei seit 2019 Teil der Londoner FNZ-Gruppe.

Wie es mit den anderen AAB-Geschäftsfeldern weitergehe, sei noch offen. Die Neustrukturierung erfolge "in enger Abstimmung zwischen der LVM und der Augsburger Aktienbank", heiße es in der Mitteilung. "Davon ausgenommen ist die AAB Leasing, welche unabhängig von der Neuordnung der AAB ihr erfolgreiches und stabiles Geschäftsmodell weiter ausbauen soll."

Die Bank gehöre seit 2002 komplett zum Münsteraner LVM-Konzern. Ziel der Beteiligung sei es damals gewesen, das Angebot der Versicherung um Bankprodukte zu ergänzen, um den Kunden Komplettlösungen anbieten zu können. Mittlerweile sei dafür keine eigene Banktochter mehr nötig. Vielmehr habe die LVM nun eine "langfristige Zusammenarbeit" mit der ebase vereinbart. "Durch die Kooperation werden wir unseren Kunden auch weiterhin attraktive Produkte aus dem Bereich des Wertpapiergeschäfts anbieten können", sage LVM-Vorstand Ludger Grothues.

Die AAB leide seit Jahren unter dem Margendruck und den regulatorischen Vorgaben im Bankensektor. "Als Nischenanbieter war es für die Augsburger Aktienbank zunehmend schwer, sich in einem konsolidierten Marktumfeld zu behaupten", sage Rainer Wilmink, LVM-Vorstand und AAB-Aufsichtsratsvorsitzender. Mit der ebase übernehme nun "eine der führenden B2B-Direktbanken" das Wertpapiergeschäft der AAB. "Sie wird das grundsätzlich erfolgreiche Geschäft ausbauen und bietet auch für die Mitarbeiter eine sichere Perspektive." Die LVM dagegen konzentriere sich stärker auf ihr Kerngeschäft als Versicherer.

"Wir unterstützen den Verkauf, weil wir unsere Kunden, Mitarbeiter und Vertriebspartner bei der ebase in guten Händen wissen", lasse sich AAB-Vorstand Lothar Behrens zitieren. "Von der Stärke der ebase und den Größenvorteilen profitiert letztendlich auch jeder einzelne Kunde und Kooperationspartner in der zukünftigen Zusammenarbeit." (News vom 01.07.2020) (02.07.2020/fc/n/s)