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Mit diesen Versprechen lockt die Deutsche AM ihre Aktionäre - Fondsnews


07.12.17 15:01
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Deutsche Bank präsentiert ihre vor dem Börsengang stehende Fondstochter den Investoren, so die Experten von "FONDS professionell".

Chef Nicola Moreau verspreche dabei eine hohe Dividende. Ein Grund könnte die ungewöhnliche Firmenstruktur sein.

Die Deutsche Asset Management solle nach dem geplanten Teilbörsengang zwischen 65 und 75 Prozent des Gewinns ausschütten. Dies habe Spartenchef Nicola Moreau auf einer Investorenkonferenz versprochen, bei der die Deutsche Bank ihre Fondstochter möglichen Anlegern präsentiert habe. Dabei habe das Haus tiefe Einblicke in sein Asset-Management-Geschäft gewährt. Das recht hohe Dividendenversprechen dürfte das Institut als Ausgleich für die eher ungewöhnliche Rechtsform gewählt haben.

Denn das größte deutsche Geldhaus wolle seine Fondstochter als Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) auf das Börsenparkett bringen. Durch diese Konstruktion behalte die Frankfurter Bank die Hoheit bei allen wichtigen strategischen und personellen Entscheidungen. Lediglich am Gewinn seien die anderen Anteilseigner gleichberechtigt beteiligt. Diese Beschränkung der Mitsprache könnte einige Interessenten von einem Investment in die Deutsche-AM-Neuemission abhalten.

Mit diesem Schritt unterstreiche die Deutsche Bank aber ihr Interesse daran, längerfristig die Fäden bei der Fondstochter in der Hand zu halten. So könnten die Frankfurter künftig noch weitere Anteile an ihrer Tochter versilbern, ohne aber ihren Einfluss zu verlieren. Erst wenn der Deutsche-Bank-Anteil eine nicht näher benannte Schwelle unterschreite, werde die KGaA in eine normale Aktiengesellschaft umgewandelt. Zum Konstrukt der Kommanditgesellschaften würden häufig Unternehmen greifen, hinter denen starke Gründerfamilien stünden. Dazu würden etwa der Konsumgüterkonzern Henkel, der Pharmariese Merck KGaA oder der französische Reifenhersteller Michelin zählen.

Bei dem für das kommende Jahr anberaumten Börsengang wolle das Frankfurter Institut zunächst 25 Prozent der Anteile abgeben. Die Fondsgesellschaft habe zudem angekündigt, den alten Markennamen DWS wieder aufleben zu lassen. Unter dem Traditionsnamen habe das Haus seit 2013 nur noch den Vertrieb an deutsche Privatanleger laufen lassen.

Weiterhin habe Moreau auf der Investorenkonferenz seine Ziele für den Asset Manager erläutert. Demnach strebe die Fondsgesellschaft mittelfristig ein Neugeschäft von drei bis fünf Prozent des verwalteten Vermögens pro Jahr an. Die herben Mittelabflüsse im Jahr 2016 habe Moreau als einmaligen Effekt abgetan. Damals seien erhebliche Zweifel an der Kapitalausstattung des Mutterhauses aufgekommen.

Beim Punkt Kosten habe Moreau hingegen noch Verbesserungsbedarf eingeräumt. Das um Sonderposten bereinigte Verhältnis von Aufwand zu Ertrag (Cost-Income-Ratio) wolle Moreau unter die Marke von 65 Prozent drücken. Per Ende September habe diese Kennziffer bei 68 Prozent gelegen. Zum Vergleich: Beim Branchenprimus BlackRock habe die Kennzahl zuletzt bei 55 Prozent gelegen. Auf einen Euro Umsatz seien also 45 Cent operativer Gewinn entfallen. Beim europäischen Konkurrenten Amundi habe die Quote zum dritten Quartal sogar bei nur 53,5 Prozent gelegen.

Grundsätzlich habe Moreau sein Haus den potenziellen Investoren als breit aufgestellten Asset Manager angepriesen - sowohl über Regionen, Kundengruppen als auch Anlageklassen hinweg. Zudem verfüge das Haus über ein starkes Geschäft mit Passiv-Produkten wie börsengehandelten Indexfonds (ETFs).

Investmentchef Stefan Kreuzkamp habe angekündigt, dass insbesondere der Bereich mit alternativen Indices (Smart oder Strategic Beta) vorangetrieben werden solle. In Nordamerika wolle man sich bei ETFs gar ganz auf Bereiche abseits der Standardbarometer konzentrieren. "Hier bieten BlackRock und Vanguard die Produkte zu Preisen, die unter unseren Produktionskosten liegen", habe Kreuzkamp erläutert. (News vom 06.12.2017) (07.12.2017/fc/n/s)