Erweiterte Funktionen

Wo Altmeister Carmignac jetzt Chancen wittert - Fondsnews


01.07.20 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Traditionell hält sich das Investmenthaus Carmignac Gestion bedeckt, wenn es um Veränderungen beim verwalteten Vermögen geht, und Star-Fondsmanager Edouard Carmignac ist in der Regel zurückhaltend mit Anlagetipps, so die Experten von "FONDS professionell".

Im Gespräch mit dem "Handelsblatt" habe der Anlageprofi nun aber in beiden Fällen eine Ausnahme gemacht. "Ende Mai 2020 war unser verwaltetes Vermögen fast zwei Milliarden Euro höher als Ende März", habe er der Zeitung gesagt. Nach Angaben des Fondsanbieters habe es zuletzt bei rund 31 Milliarden Euro gelegen.

Bei der Frage, wer in den kommenden Monaten auf der Gewinnerseite stehen dürfte, habe der Fondsprofi eine klare Meinung. "Die Digitalisierung bringt Wachstumsaktien wie Amazon, Facebook, Microsoft und Alphabet einen zusätzlichen Schub, außerdem wird Healthcare ein Megathema", habe Carmignac dem "Handelsblatt" gesagt. Er sei überzeugt, dass die Covid-19-Krise den Wettbewerbsvorteil der Gewinner im Technologie- und Gesundheitsbereich verstärkt habe. Trotz der stattlichen Kurserholung der vergangenen Wochen könnten Anleger noch einsteigen. "Es ist sicherlich nicht zu spät, auf den Zug der qualitativ hochwertigen Aktien aufzuspringen, auch wenn die derzeitigen Bewertungen eine Auswahl erschweren."

Auch Gold bleibe laut Carmignac ein interessantes Investment. Der Preis für das Edelmetall bewege sich derzeit in Richtung neuer Höchststände. "Ich sehe da noch Spielraum in den nächsten Monaten bis in den Bereich von 2.000 Dollar je Feinunze. Wir stehen hier erst am Anfang eines Zyklus, der auch von der Unsicherheit befeuert wird", so der Anlageprofi.

Zyklisch Aktien hätten dagegen unter der Krise gelitten, sofern sie nicht von extrem hoher Qualität gewesen seien. Das Gleiche gelte für passiv gemanagte Indexfonds: "Passive Strategien mit ETF-Produkten sind zwar billig, aber man hat in der Krise gesehen, welchen Risiken sie ausgesetzt sind. Die quantitativ ausgerichteten Geldmanager haben doch miserabel abgeschnitten in diesem Jahr", bemängele Fondsexperte Carmignac - und prophezeie eine Renaissance der aktiven Manager. (01.07.2020/fc/n/s)