Wie Mischfonds zu globalen Kassenschlagern wurden - Fondsnews


06.11.19 10:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Rund um den Globus finden Mischfonds reißenden Absatz, so die Experten von "FONDS professionell".

Ihre Manager, die zwischen Aktien und Anleihen hin und her taktieren würden, hätten lange Zeit als Helden der Finanzkrise gegolten. Doch der Ruf verliere an Strahlkraft.

Mit Mischfonds hätten die Fondsgesellschaften nach Ausbruch der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise den Nerv der Zeit getroffen. Die Kategorie sei ab 2009 zum Verkaufsschlager avanciert. Nicht nur hierzulande, sondern in ganz Europa, ja sogar rund um den Globus hätten die Anbieter damit Vertriebserfolge gefeiert. Dies zeige eine Auswertung der Daten des Weltfondsverbandes International Investment Funds Association (IIFA) durch "FONDS professionell". Demnach hätten Anleger dieser Kategorie über die vergangenen zehn Jahre rund um den Globus rund 2,3 Billionen Dollar Neugeld anvertraut. Zuletzt sei die Begeisterung der Investoren jedoch abgekühlt.

Die Aufstellung speise sich aus den Angaben von 47 nationalen Verbänden zu regulierten, offenen Fonds. Die Daten würden von Argentinien bis Zypern reichen. Allerdings schwanke die Zahl der meldenden Länder über das vergangene Jahrzehnt, die Werte seien also nur mit gewisser Vorsicht zu vergleichen. "FONDS professionell" habe weiterhin die Aufstellung gewählt, bei der Dachfonds herausgerechnet seien. Die IIFA schlüssele ihre Statistiken erst seit 2015 in zwei Teile auf, einmal mit und ­einmal ohne Dachfonds. Vor 2014 hätten die Datensammler die Gruppe der Dachfonds ausgenommen, sofern dies möglich gewesen sei.

Multi-Asset-Vehikel hätten nach der Finanzkrise geradezu im Sturm die Herzen Sicherheit suchender Anleger erobert.

Die Idee, durch geschicktes Umschichten zwischen Aktien und Anleihen den Widrigkeiten des Marktes zu trotzen, habe die Investoren überzeugt. Mischportfolios seien gleich zwei Anlegerbedürfnissen entgegengekommen: Dem Wunsch nach geringen Schwankungen einerseits und dem Verlangen nach Rendite andererseits. Anleger hätten entsprechenden Fonds viel Geld anvertraut.

In den unmittelbar auf den Crash 2008 folgenden Jahren seien es vor allem die gemischten Portfolios gewesen, die praktisch das gesamte Nettomittelaufkommen in Fonds auf sich vereint hätten, wie die weltumspannenden Daten zeigen würden. Im Lauf der folgenden Hausse hätten zwar auch die anderen Kategorien Zuflüsse verzeichnet, auf Multi-Asset-Fonds sei dennoch ein erheblicher Teil des Zustroms entfallen.

Bemerkenswert sei auch, dass mehr als die Hälfte des weltweit in Mischfonds verwalteten Vermögens in europäischen Vehikeln liege. Dabei würden die Fondsmärkte des amerikanischen Kontinents ein Volumen von fast 26 Billionen vereinen, die europäischen hingegen nur etwas mehr als 17 Billionen Dollar. Die IIFA-Daten würden überwiegend auf das Domizil eines Fonds abstellen.

Auch wenn Mischfonds weltweit im Trend lägen, unterscheide sich ihre Verbreitung von Land zu Land jedoch zum Teil erheblich. In den Niederlanden beispielsweise würden sie praktisch keine Rolle spielen. In Neuseeland hingegen würden mehr als 70 Prozent des gesamten Fondsmarktes darauf entfallen.

Einige Akteure hätten sich als feste Größe im Mischfonds-Markt etabliert. Für die Branche sei das Feld zur wichtigen und margenträchtigen Einnahmequelle im heißumkämpften Fondsgeschäft gewachsen. (News vom 05.11.2019) (06.11.2019/fc/n/s)