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Wie Aufseher den Wettbewerb in der Fondsbranche anheizen wollen - Fondsnews


06.04.18 11:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Intransparent, teuer und träge - so stufte die britische Finanzaufsicht die heimische Asset-Management-Zunft ein. Nun legt die Behörde Regeln vor, die die Konkurrenz beleben sollen, so die Experten von "FONDS professionell".

Das Urteil sei vernichtend gewesen: Echter Wettbewerb im Fondsgeschäft finde nicht statt, deswegen seien die Preise zu hoch, und die Anbieter würden keine angemessene Leistung erbringen. Zu diesem Ergebnis sei die britische Finanzaufsicht FCA 2017 in einer Untersuchung zum Asset-Management-Markt auf der Insel gekommen. Nun habe die Behörde Konsequenzen gezogen und erste konkrete Regeln entlassen, die das Geschäft im Sinne der Verbraucher beleben sollten.

So erlege die FCA nun den im Königreich aktiven Fondsanbietern auf, einmal im Jahr einen Leistungsbericht zu verfassen. Weiterhin müssten die Gesellschaften mindestens zwei unabhängige Mitglieder in den Verwaltungsrat der Fonds berufen. Zudem müssten Verantwortlichkeiten klarer aufgeteilt werden. Zuletzt solle Anlegern der Wechsel in günstigere Anteilsklassen erleichtert werden. "Die Asset-Management-Industrie betreut die Ersparnisse von Millionen von Menschen. Daher ist es wichtig, dass diese Branche so gut wie möglich arbeitet", sage FCA-Direktor Christopher Woolard einer Mitteilung zufolge.

Im nächsten Schritt plane die Behörde, die Beschreibung der Anlagestrategie und -ziele zu verbessern. Dabei solle auch klarer zum Ausdruck kommen, ob und wie stark sich ein Portfoliomanager an einem Vergleichsindex orientiere und wie weit er davon abweichen dürfe. Im Zuge der FCA-Untersuchung sei der Vorwurf aufgekommen, zahlreiche Fondsmanager seien in Wahrheit so genannte "Indexschmuser". Statt attraktive Titel auszuwählen, würden diese kaum von ihrem Vergleichsbarometer abweichen.

Die FCA habe für diesen zweiten Schritt die Konsultationen eröffnet und sammle nun Vorschläge, wie die Ziele erreicht werden könnten. Zudem habe die Behörde eine Studie veröffentlicht, die untersucht habe, wie ein unterschiedlicher Kostenausweis die Entscheidungen von Investoren beeinflusse. Ergebnis: Je deutlicher auf die Kosten eines Fonds hingewiesen worden sei, desto eher hätten die Anleger einen günstigeren Fonds gewählt. Dabei hätten sie aber andere Merkmale wie die Rendite oder die Risiken nicht aus den Augen verloren, so das Ergebnis der Untersuchung (News vom 05.04.2018) (06.04.2018/fc/n/s)