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Weltbester Schwellenländer-Bonds-Guru setzt sein Geld auf Afrika - Fondsnews


03.10.17 12:27
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Jim Craige von Stone Harbor Investment Partners, der den weltbesten Fonds in diesem Jahr leitet, kauft derzeit US-Dollar-Papiere aus Angola, Ghana, Gabun, Elfenbeinküste und Sambia, während er seine Bestände an Anleihen aus Brasilien und Mexiko zurückfährt, so die Experten von "FONDS professionell".

Craige meine, dass die Sub-Sahara-Länder im Jahr 2016 unfair bestraft worden seien und nun den besten Wert unter den Entwicklungsländern darstellen würden.

Nachdem eine mehrjährige Rallye die Indices für Schwellenländer-Bonds in diesem Monat auf Rekordstände getrieben habe, seien Anleger nun auf der Suche auf riskanteren Verbindlichkeiten von weniger bekannten Schuldnern, um Erträge herauszuholen. Zwar seien Länder wie Angola und Sambia in der Vergangenheit bei Zahlungen nicht ganz so pünktlich gewesen wie einige etabliertere Staaten aus Lateinamerika. Doch ihre US-Dollar-Staatsanleihen würden bei rund 7,3 Prozent rentieren, was fast das Doppelte dessen sei, was beispielsweise Papiere aus Mexiko einbringen würden und drei Prozentpunkte mehr als vergleichbare Papiere Brasiliens.

"Es war anspruchsvoll, Partner zu finden, um eine Menge dieser Namen zu besitzen", berichte Craige. Sein Emerging Markets Total Income Fonds und sein Emerging Markets Income Fonds hätten im bisherigen Jahresverlauf die beiden besten Erträge erzielt, mit Stand vom 22. September. Untersucht worden seien 229 Schwellenländer-Anleihefonds aus der Kategorie Hartwährungen, die mindestens 100 Millionen US-Dollar an Vermögenswerten besitzen und die ihre Entwicklung an Bloomberg melden würden. "Aber wir dachten, sie waren sehr attraktiv."

Übergewichten-Positionen bei Brasilien, Mexiko und Argentinien hätten geholfen, den Netto-Anlageertrag von Craiges Total Income Fonds, der in Staatsanleihen und Firmenanleihen investiere, in diesem Jahr auf 19 Prozent zu heben. Doch inzwischen seien die Preise überzogen, habe er gesagt, besonders für Brasilien und Mexiko. "Wir sind von einem sehr großen Übergewicht zu einem bescheideneren Übergewicht übergegangen."

Die Sub-Sahara-Länder, die Craige nun ins Visier nehme, hätten niedrigere Kreditratings als Brasilien oder Mexiko und seien mit erheblichen Herausforderungen im Inland konfrontiert. Angola, Afrikas zweitgrößter Ölexporteur, leide unter einem Mangel an harter Währung und einem wachsenden Schuldenniveau nach dem starken Rückgang der Rohölpreise. Ghana stecke inmitten eines Programms des Internationalen Währungsfonds, und Sambia verhandle gerade ein solches. Auch die Elfenbeinküste, die mit einer Stufe unter dem Brasilien-Rating als das sicherste Land der Region gelte, habe mit einer Reihe von Meutereien von Soldaten in diesem Jahr zu tun gehabt.

Craige habe gegenüber Bloomberg gesagt, die höheren Erträge seien es wert, das größere Risiko einzugehen. Es halte es für unwahrscheinlich, dass die Rohstoffpreise noch viel weiter fallen würden. Und er erwarte, dass der IWF jene Länder unterstütze, die dessen Orientierung beanspruchen würden. Darüber hinaus seien die Cash-Flow-Bedürfnisse dieser Länder für die Region relativ niedrig. Das deute darauf hin, dass sie kein Problem haben sollten, ihre Verpflichtungen zu erfüllen.

Aber der beste Grund, die Anleihen dieser Länder zu besitzen, ergebe sich seiner Meinung nach aus dem positiven externen Umfeld: Die Schwellenländer würden sich gerade erst am Anfang eines Bullenmarktes befinden. Von daher mache es Sinn, jene mit den besten Erträgen auszuwählen. "Die zugrunde liegenden Fundamentaldaten verbessern sich in den Schwellenländern deutlich", so Craige. (03.10.2017/fc/n/s)