Welche Fondsgruppen wahre Geldmagneten sind - und welche nicht - Fondsnews


03.09.19 15:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Bestseller oder Flop? FONDS professionell ONLINE hat sich wieder angesehen, welche Fondsgruppen in den zurückliegenden sechs Monaten zu den Absatzrennern zählten - und welche nicht, so die Experten von "FONDS professionell".

Anleihen hui, Aktien pfui! So laute derzeit wohl das Credo bei einem Gros der Fondsanleger. Diesen Schluss lasse zumindest die jüngste Mittelzu- und Abflussstatistik von Mountain View zu. Die Gelder der Investoren würden derzeit nämlich zu einem großen Anteil zu den Anleihenfonds wandern. Knapp 86 Milliarden Euro habe es seit Januar in diese Geldtöpfe gespült. Zur Erinnerung: Im Vorjahr seien Rentenportfolios noch mit Abflüssen von 102 Milliarden Euro konfrontiert gewesen. Aus Aktienfonds hätten Investoren seit Jahresbeginn hingegen knapp 62 Milliarden Euro abgezogen. Das seien im Jahresvergleich die stärksten Ausverkäufe seit dem Jahr 2008 - so lange reiche die Statistik von Mountain View zurück.

Es würden sich aber noch einige wenige Fondsgruppen unter den Aktienportfolios finden, die in den zurückliegenden Monaten Gelder hätten einsammeln können.

Welche Fondsgruppen seien in den vergangenen sechs Monaten die Absatzlieblinge der Anleger gewesen und welche seien im großen Stil verkauft worden?

Aktienfonds Emerging Markets
Jene Aktienfonds, die auf Schwellenländer setzen würden, hätten seit Jahresbeginn Geldabflüsse von knapp vier Milliarden Eurp hinnehmen müssen. In den vergangenen sechs Monaten seien der Fondsgruppe nur in einem einzigen Monat Gelder zugeflossen: Im Juni hätten Anleger moderate 300 Millionen Euro in Emerging-Markets-Fonds gesteckt.

Aktienfonds Japan
Dürre herrsche derzeit auch bei japanischen Aktienfonds. In den zurückliegenden sechs Monaten hätten Anleger 5,77 Milliarden Euro aus dieser Investmentkategorie abgezogen. Übers Jahr gerechnet schlage ein Minus von mehr als sieben Milliarden Euro zu Buche.

Aktienfonds Euroland
Auch von Euroland-Aktienfonds seien Anleger derzeit wenig angetan: Seit Dezember vergangenen Jahres würden Investoren Monat für Monat Gelder abziehen. Auf Jahressicht bedeute das ein Minus von 7,65 Milliarden Euro, über sechs Monate gerechnet seien es 5,61 Milliarden Euro.

Aktienfonds Europa
Ähnlich sei es in den vergangenen Monaten auch Europa-Aktienfonds ergangen. Mehr als 16 Milliarden Euro habe es in den vergangenen sechs Monaten aus dieser Fondskategorie gespült. Seit Jahresbeginn seien es rekordverdächtige 24 Milliarden Euro gewesen.

Aktienfonds Nordamerika
Etwas besser sehe es hingegen bei nordamerikanischen Portfolios aus, wenngleich die Fonds nur geringe Anlegermittel anziehen würden. Seit Jahresbeginn hätten sie immerhin ein Plus von 649 Millionen Euro für sich verbuchen können. In den vergangenen sechs Monaten hätten die Geldtöpfe zusammengerechnet ein vergleichsweise moderates Minus von 171 Millionen Euro verzeichnet.

Aktienfonds China
China-Aktienfonds würden hingegen die Anlegergelder derzeit magisch anziehen. Schon 2018 hätten diese Portfolios ein Rekordplus von 3,57 Milliarden Euro verzeichnet. Im aktuellen Jahr seien es bislang immerhin 1,01 Milliarden Euro gewesen. Im August und Mai habe die Fondsgruppe allerdings mit einem Minus von 55 Millionen beziehungsweise 560 Millionen Euro leichte Rückschläge hinnehmen müssen.

Aktienfonds global
Die breit gestreuten globalen Aktienfonds hätten seit Jahresbeginn immerhin sechs Milliarden Euro einnehmen können. Zwar sei man damit von den alten Höhen in den Jahren 2018 und 2017, als die Portfolios jeweils mehr als 16 Milliarden Euro einsammele, entfernt. Dem negativen Trend bei den Aktienfonds in diesem Jahr habe sich diese Fondsgruppe damit aber einigermaßen entziehen können.

Aktienfonds gesamt
Insgesamt sehe es bei den Aktienfonds allerdings düster aus. Knapp 62 Milliarden Euro habe es in den ersten acht Monaten dieses Jahres aus den Kassen dieser Geldtöpfe gespült. In den letzten sechs Monaten seien es mehr als 51 Milliarden Euro gewesen.

Anleihenfonds Unternehmen
Rentenfonds, die in Unternehmensanleihen investieren würden, hätten im Vorjahr über 39 Milliarden Euro Abflüsse hinnehmen müssen. In diesem Jahr sehe es weitaus besser aus: Mehr als 20 Milliarden Euro hätten Anleger seit Jahresbeginn in diese Fondsgruppe gesteckt. In den vergangenen sechs Monaten seien es 16 Milliarden Euro gewesen.

Anleihenfonds gemischt
Bei gemischten Anleihenfonds sei es sogar noch besser gelaufen: 60 Milliarden Euro hätten Investoren in diesem Jahr in die Anlagegruppe gesteckt. Damit hätten die Bondfonds das Minus vom Vorjahr (-41 Milliarden Euro) wieder wett gemacht.

Anleihenfonds gesamt
Anleihenfonds hätten seit Jahresbeginn kontinuierlich Gelder eingesammelt. Unterm Strich seien es 87 Milliarden Euro gewesen, wovon 73 Milliarden Euro seit März dieses Jahres investiert worden seien.

Mischfonds
Die beliebten gemischten Portfolios hätten im März knapp 14 Milliarden Euro eingesammelt - so viel wie noch nie. Dennoch: Von den alten Höhen im Jahr 2015, als Investoren 47 Milliarden Euro in die Investmentgruppe gesteckt hätten, sei man in diesem Jahr noch deutlich entfernt: Sechs Milliarden Euro habe es in diesem Jahr in die Kategorie Mischfonds gespült. (03.09.2019/fc/n/s)