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Wegen Mifid II: Fondsbranche kürzt Researchbudgets radikal - Fondsnews


10.01.18 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Europas Fondsanbieter streichen ihre Budgets für Research von Drittanbieter zusammen, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Gesellschaften würden 2018 um 20 Prozent geringere Ausgaben einplanen und auf weniger Dienstleister zurückgreifen, habe eine Umfrage der Beratungsgesellschaft Greenwich Associates ergeben. Dies berichte die Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Hintergrund für den Einschnitt sei die Finanzmarktrichtlinie Mifid II, die seit dem 3. Januar gelte. Asset Manager müssten nun genau ausweisen, wie viel sie für Studien und Analysen ausgeben würden. Bislang gelebte Praxis sei gewesen, dass Investmentbanken und Broker ihr Research im Gegenzug für lukrative Handelsaufträge herausgeben würden. Die Aufwendungen für die Studien seien also in den Transaktionskosten enthalten gewesen. Diese Handhabe sei den Regulierern aber zu undurchsichtig gewesen.

"Europas Investmentfirmen haben in den vergangenen zwei Jahren deutlich gesagt, dass sie ihre Ausgaben für Research kürzen wollen", habe William Llamas von Greenwich Associates gesagt. Die Berater hätten vergangenes Jahr die Kürzungen auf insgesamt 300 Millionen Dollar geschätzt. Nach der neuen Umfrage unter 29 Fondsgesellschaften würden die Ausgaben für Research in Kontinentaleuropa um 32 Prozent, in Großbritannien um 17 Prozent sinken.

Viele Asset Manager hätten angekündigt, die Ausgaben für externe Analysen künftig aus eigener Tasche zu begleichen. Nur wenige Anbieter, darunter Carmiganc, Deka und Fidelity International würden die Ausgaben den Portfolios und damit den Anlegern anlasten. Beobachter würden fürchten, dass die geringeren Ausgaben für externes Research die Performance beeinträchtigen würden, da sie tendenziell schlechtere Investmententscheidungen nach sich ziehen würden. (10.01.2018/fc/n/s)