Vontobel AM-Chef: "Weder billig noch teuer - wir sind preiswert" - Fondsnews


04.10.19 10:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums seines operativen Starts in Deutschland und des zehnjährigen Bestehens der Bank Vontobel Europe mit Sitz in München hat das Schweizer Bankhaus vor kurzem signalisiert, dass Deutschland als ein wichtiger Fokusmarkt und gleichzeitiges Tor zum gesamten europäischen Markt in Zukunft ausgebaut werden soll, so die Experten von "FONDS professionell".

Während es in der früheren Erfolgssparte der Schweizer Bank, dem Bereich strukturierte Produkte, in jüngster Zeit regelrecht krisele, würden die Eidgenossen in ihren beiden anderen Standbeinen, dem Wealth sowie dem Asset Management, erfreuliche Zuwächse verzeichnen.

Wie es konkret um die Fondssparte der Schweizer bestellt sei, habe die Redaktion wissen wollen und Axel Schwarzer, CEO von Vontobel Asset Management, in der Zürcher Zentrale besucht. Seine Gesellschaft sei in den vergangenen fünf Jahren erfreulich gewachsen, so Schwarzer, und zwar nicht nur organisch, sondern auch durch entsprechende Zukäufe, die zum Teil sehr stark zu diesem Wachstum beigetragen hätten. Entsprechend hätten die Assets under Management in dieser Zeit mehr als zufriedenstellend gesteigert werden können. Der Zuwachs habe über diesen Zeitraum gut 30 Prozent betragen, sodass das Unternehmen heute ein Gesamtvolumen von knapp 130 Milliarden Schweizer Franken (rund 120 Mrd. Euro) verwalte.

In einer besonderen Verantwortung sehe Schwarzer das eigene Unternehmen und die Branche in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit. Eine hauseigene Studie unter rund 4.600 Verbrauchern aus 14 Ländern habe ergeben, dass beim nachhaltigen Investieren noch eine Wissenslücke klaffe, weil viele Anleger nicht über die nötigen Informationen verfügen würden, um ihr Erspartes nachhaltig anzulegen, obwohl ein höheres Umweltbewusstsein ihr Konsumverhalten bereits stark beeinflusse.

Axel Schwarzer, Vontobel AM: "Seit Jahresbeginn sind uns rund fünf Milliarden Schweizer Franken als neue Mittel zugeflossen, was einer Steigerung um fast zehn Prozent gleichkommt. Damit lagen wir in Bezug auf das Nettomittelaufkommen deutlich über unserem angestrebten Zielkorridor zwischen vier und sechs Prozent. Von den Nettomittelzuflüssen her gehören wir auf jeden Fall zu den Top Ten in Europa."

"Gemessen an den verwalteten Assets ist die Schweiz mit einem guten Drittel der von uns betreuten Vermögen nach wie vor unser größter Standort. Auf der Ertragsseite sieht das schon heute etwas anders aus, wir erzielen nun schon die Hälfte unserer Erträge außerhalb der Schweiz. Ich würde uns heute entsprechend eher als Asset Manager mit Schweizer Wurzeln, aber globaler Präsenz beschreiben."

"Zu einem bedeutenden Standort hat sich für uns der britische Markt entwickelt, nicht zuletzt durch die bereits 2015 erfolgte Übernahme von Twentyfour Asset Management, über die wir hochtransparente, aktiv verwaltete Fixed-Income-Strategien mit attraktiven risikobereinigten Renditen und starkem Fokus auf Kapitalerhalt anbieten können."

"Auch mit der Entwicklung in Deutschland sind wir sehr zufrieden. Im Jahr 2015 betrug das in Deutschland und Österreich verwaltete Volumen gerade einmal zwei Milliarden Schweizer Franken, heute stehen wir bei rund 16 Milliarden Franken. Das ist zu einem Großteil natürlich auf die Übernahme der Vermögensverwaltung Vescore zurückzuführen."

"Natürlich haben wir durch den Weggang von Rajiv Jain deutliche Mittelabflüsse hinnehmen müssen. Aber insgesamt ist es uns gelungen, nicht nur unser US-Team in unserer Quality-Growth-Boutique an den Standorten New York und Fort Lauderdale zusammenzuhalten, sondern auch die darüber verwalteten Assets zu stabilisieren." (News vom 02.10.2019) (04.10.2019/fc/n/s)