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Verluste aus Fondsverkäufen: Noch für 2020 Steuern sparen! - Fondsnews


08.10.20 12:45
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Für viele Anleger war das Jahr 2020 bislang enttäuschend bis richtig schmerzhaft, so die Experten von "FONDS professionell".

Wer sich kurz vor dem Corona-Crash im Frühjahr noch einmal gut mit Aktien oder Fondsanteilen eingedeckt habe, nur um wenig später panisch zu verkaufen, werde über das dicke Minus im Depot nicht gerade mit einem Achselzucken hinweggehen. Und dann sei auch noch die Wirecard-Pleite gefolgt.

Da wirke es zumindest wie ein kleines Trostpflaster, dass Anleger den Fiskus an solchen Einbußen beteiligen könnten. Anleger, die Depots bei mehreren Banken hätten, sollten nicht vergessen, bis spätestens 15. Dezember eine Verlustbescheinigung zu beantragen, erinnere die Aktion "Finanzwissen für alle" der im deutschen Fondsverband BVI organisierten Investmentgesellschaften.

Grundsätzlich gelte bei der Besteuerung von Einkünften aus Kapitalvermögen, dass Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren wie Aktien, Anleihen oder Fonds steuerpflichtig seien und Veräußerungsverluste entsprechend berücksichtigt würden. Wichtig sei, dass Anleger die Verluste durch einen Verkauf der Papiere zu einem niedrigeren Kurs realisiert hätten. Denn nur dann könnten diese mit erzielten Veräußerungsgewinnen sowie mit Zins- und Dividendenerträgen verrechnet werden. Doch Achtung: Eine Ausnahme bestehe für Verluste aus Aktienverkäufen. Diese könnten ausschließlich mit Gewinnen aus Aktiengeschäften verrechnet werden.

Für die steuerliche Verrechnung von Verlusten mit erzielten Gewinnen führe die depotführende Stelle einen so genannten Verlustverrechnungstopf. Lägen die Wertpapiere nur in einem Depot, habe der Anleger einen Vorteil: Die depotführende Stelle trage einen im Kalenderjahr realisierten Verlust, der nicht durch Gewinne ausgeglichen werde, ins Folgejahr fort.

Allerdings könne der Anleger bei seiner depotführenden Bank schon bis spätestens 15. Dezember des laufenden Jahres einen Antrag auf Verlustbescheinigung stellen, sodass die Verluste eben nicht vorgetragen würden. Der Anleger könne diese Verluste dann in seiner Einkommensteuererklärung bei der Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen ansetzen.

Dies sei beispielsweise dann sinnvoll, wenn der Anleger mehrere Depots bei diversen Banken habe. Denn es finde keine übergreifende Verrechnung zwischen verschiedenen Instituten statt. Der Antrag für die Verlustbescheinigung sei kostenlos und meist auch online möglich. (News vom 07.10.2020) (08.10.2020/fc/n/s)