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Union Investment siegt gegen US-Skandalbank - Fondsnews


07.05.18 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der genossenschaftliche Fondsanbieter Union Investment hat als Hauptkläger in einer Sammelklage gegen Wells Fargo einen Vergleich erzielt, so die Experten von "FONDS professionell".

Die US-Großbank müsse 480 Millionen US-Dollar an Aktionäre zahlen - eine der höchsten Schadenersatzsummen, die bei Wertpapiersammelklagen in den USA je gezahlt worden sei und laut Union-Investment-Kalkulation auf Platz 31 der bei solchen Verfahren erzielten Schadensersatzzahlungen zu finden.

Hintergrund sei die Affäre um Phantomkonten bei Wells Fargo. Mitarbeiter der Bank hätten ohne Wissen der Kunden über Jahre hinweg zusätzliche Bankkonten eröffnet und dort Aktivitäten, etwa die Aufnahme von Autokrediten, vorgetäuscht, um interne Unternehmensziele zu erreichen - und das mit Wissen von Top-Managern der Bank.

Die Aktie von Wells Fargo sei laut Angaben von Union Investment in rund zwei Dutzend ihrer Fonds zu finden gewesen, darunter insbesondere US-Aktienportfolios. Die Skandalbank müsse nun den Schaden ausgleichen, der Anlegern durch Aktienkursverluste in Folge der "Schummelkonten-Affäre" entstanden sei. Union Investment habe der Bank vorgeworfen, wiederholt falsche Angaben gemacht und so den Aktienkurs zwischen Februar 2014 und September 2016 künstlich nach oben getrieben zu haben. Im September 2016 hätten US-Behörden die illegalen Fake-Konten entdeckt, der Anteilschein sei abgerutscht.

Das Verhalten von Wells Fargo habe das Vertrauen der Investoren untergraben, sage Andreas Zubrod, Vorstandsmitglied von Union Investment. Mit dem erzielten Vergleich zeige er sich zufrieden: "Wir sehen darin einen entscheidenden Schritt für Wells Fargo, frühere Fehler in der Unternehmensführung zu beseitigen und nunmehr durch integres Handeln das Vertrauen der Investoren wiederzuerlangen." Der Vergleich unterstreiche mit Blick auf die Diskussion um die Einführung von Musterklageverfahren in Deutschland und der EU den Bedarf für Sammelklagen im Interesse einer effektiven Rechtsdurchsetzung jenseits behördlicher Zwangsmaßnahmen, ergänze Zubrod.

Der Vergleich über 480 Millionen Dollar komme zu einer Strafe von 185 Millionen Dollar hinzu, die US-Regulatoren verhängt hätten. Für das laufende Jahr habe die US-Notenbank Wells Fargo außerdem ein Wachstumsverbot verpasst. Die Bank dürfe ihre Bilanzsumme vorerst nicht über das Niveau von Ende 2017 hinaus ausweiten. (07.05.2018/fc/n/s)