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Umfrage: Wann Fondsselektoren zu ETFs greifen - ETF-News


01.07.20 13:42
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Mehr als die Hälfte der Fondsselektoren haben zumindest einmal in den von ihnen betreuten Portfolios einen aktiv gesteuerten Fonds durch einen passiven ersetzt, so die Experten von "FONDS professionell".

Dies zeige eine Umfrage des Datenanbieters Trackinsight in Kooperation mit IHS Markit und der BlackRock-Tochter iShares unter mehr als 300 professionellen Investoren aus 17 Ländern rund um den Globus. Die Analysten hätten dabei ergründen wollen, wie Fondsselektoren passive Produkte einsetzen würden.

Der ETF-Einsatz sei unter den Befragten erstaunlich weit verbreitet. So hätten 36 Prozent der Umfrageteilnehmer angegeben, mehr als 40 Prozent der von ihnen verwalteten Vermögens in ETFs zu investieren. Lediglich sechs Prozent würden bislang gänzlich auf deren Einsatz verzichten. Fast die Hälfte der befragten Fondsselektoren arbeite wiederum selbst bei einem Asset Manager, fast jeder Fünfte sei unabhängiger Finanzberater und acht Prozent würden aus dem Private Banking stammen. Zusammengenommen würden die Teilnehmer der Befragung ein Vermögen von immerhin 277 Milliarden US-Dollar in ETFs betreuen.

Besonders gern würden die Finanzprofis im Feld der weltweiten Aktien auf die Indexfolger setzen. 68 Prozent würden hier regelmäßig auf ETFs zurückgreifen. Bei Aktien aus Industrienationen seien es 66 Prozent, bei Schwellenländertiteln 53 Prozent. Weniger verbreitet seien ETFs indes, wenn es um Anleihen gehe. Bei Staats- und Unternehmensbonds aus entwickelten Industrienationen würden lediglich 38 Prozent beziehungsweise 36 Prozent der Teilnehmer auf ETFs zurückgreifen. Am seltensten würden die Profis im Feld der Hochzinsanleihen von Unternehmen aus den Schwellenländern ETFs ins Portfolios nehmen.

Allerdings würden Anleihe-ETFs in jüngster Zeit erhebliche Zuflüsse erfahren. Das Bild könne sich daher rasch wandeln. Im Bereich der alternativen Anlagen hätten immerhin 40 Prozent der Fondsselektoren passive Vehikel auf Gold im Portfolio.

Gesteigerten Wert würden die Profi-Anleger auf die Liquidität der ihnen zur Auswahl stehenden ETFs legen. Mehr als 80 Prozent würden diesen Punkt für "wichtig" oder "sehr wichtig" halten. Wie gut handelbar wiederum die den Wertpapierkörben zugrundeliegenden Titel seien, spiele für die Umfrageteilnehmer dagegen eine geringere Rolle.

Immerhin 62 Prozent der Befragten seien der Ansicht, dass Anleihen-ETFs in turbulenten Marktphasen leichter zu handeln seien als die entsprechenden Basisanleihen. Im Zuge der Coronakrise sei es zu Irritationen über die Kursentwicklung bei Bond-ETFs gekommen. Nur sieben Prozent der Befragten würden denken, dass von der deutlichen Zunahmen des in passiven Vehikeln liegende Vermögens ein systematisches Liquiditätsrisiko ausgehe. (News vom 30.06.2020) (01.07.2020/fc/n/e)