Nach Übernahme: INVESCO kappt 1.300 Stellen - Fondsnews


08.10.19 14:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Nach der Übernahme der Gesellschaft Oppenheimer-Funds hat der US-Anbieter INVESCO 1.300 Mitarbeiter entlassen, so die Experten von "FONDS professionell".

Dies entspreche rund 12 Prozent der addierten Vollzeitstellen der beiden Häuser. Die Zahl habe INVESCO-Vorstandschef Martin Flanagan der Wirtschaftszeitung "Financial Times" genannt. Die INVESCO-Stammbelegschaft habe bei dem Abbau weniger bluten müssen als die Mitarbeiter der übernommenen Oppenheimer-Funds. Dort seien aus dem Verwaltungsbüro in Denver allein 850 Mitarbeiter ausgeschieden.

Die Gesellschaft mit Sitz in Atlanta habe vor einem Jahr die Übernahme von Oppenheimer angekündigt, die dritte Akquisition binnen kurzer Zeit. Im März 2019 sei die Transaktion dann vollzogen worden. INVESCO habe den kleineren Konkurrenten für 5,7 Milliarden US-Dollar übernommen und damit das verwaltete Vermögen auf 1,2 Billionen US-Dollar gesteigert. Damit zähle INVESCO nun zu den Top 15 in der Welt.

Im Fondsmanagement selbst habe es ebenfalls Abgänge gegeben. Im Mai habe INVESCO mitgeteilt, dass das Haus rund 500 Arbeitsplätze in der Zentrale in Atlanta streichen wolle, um das Kosteneinsparungsziel von 475 Millionen US-Dollar pro Jahr erreichen zu können. INVESCO-Chef Flanagan hoffe, dass nach dieser unangenehmen Phase des Jobabbaus wieder Ruhe einkehren werde und die talentiertesten Leute im Haus bleiben würden.

Der Manager habe bereits bei früheren Anlässen die Meinung vertreten, dass langfristig jeder dritte Fondsanbieter aufgrund der Konkurrenz von börsengehandelten Indexfonds vom Markt verschwinden werde. Denn es gäbe zu viel Manager, die sich an ihrem Vergleichsindex entlanghangeln und dafür die höheren Gebühren aktiver Manager in Rechnung stellen würden.

Ob der Zuwachs von 300 Milliarden US-Dollar an verwaltetem Vermögen durch die Übernahme von Oppenheimer-Funds aber ausreichend Druck von INVESCO nehme, um dem Vormarsch passiver Investments Paroli bieten zu können, müsse sich erst zeigen. (08.10.2019/fc/n/s)