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Topseller oder Flop? So sind die Fondsgruppen ins neue Jahr gestartet - Fondsnews


05.02.19 11:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - "FONDS professionell ONLINE" hat wieder nachgerechnet, wie sich die Mittelaufkommen ausgewählter Fondsgruppen im Jahresvergleich entwickelt haben.

Vor einem Jahr habe die Fondsbranche noch allen Grund zum Jubeln gehabt: Laut der Mittelzu- und Abfluss-Statistik von Mountain View hätten die Asset Manager dank Nettomittelzuflüssen von knapp 286 Mrd. Euro auf ein absolutes Rekordjahr 2017 zurückgeblickt - das seien laut dieser Erhebung die mit Abstand höchsten Zuflüsse seit 2008 gewesen, solange würden die Daten des Kärntner Anbieters zurückreichen. Und auch zum Jahresauftakt 2018 hätten Vertriebsprofis wohl kaum etwas zu meckern gehabt: Mit Zukäufen von 58 Mrd. Euro sei der Januar noch äußerst passabel verlaufen.

Doch wo Rekorde gefeiert würden, seien Formschwächen meist nicht weit entfernt. Nach dem heftigen Börsenbeben im zweiten Halbjahr 2018 habe es in Summe 53 Mrd. Euro aus jenen Investmentfonds gespült, die im deutschsprachigen Raum zugelassen seien. Das seien wiederum die höchsten Abflüsse seit 2008 gewesen. Damals hätten Investoren 88 Mrd. Euro abgezogen.

Umso spannender sei nun die Frage, ob Anleger nach den Kurskorrekturen im vergangenen Jahr bereits wieder in Kauflaune seien. "FONDS professionell ONLINE" habe sich daher angesehen, wie sich die Mittelaufkommen der wichtigsten Fondsgruppen im Jahresvergleich entwickelt hätten.

Aktienfonds Emerging Markets

Aktienfonds, die in Schwellenländer investieren würden, hätten vor einem Jahr noch zu den Verkaufshits im Fondsvertrieb gezählt. Nach den Turbulenzen an zahlreichen Emerging-Market-Börsen sei von den im Januar eingesammelten drei Mrd. Euro allerdings nur noch wenig übrig geblieben: 2018 habe die Portfoliogruppe Mittelzuflüsse im Gesamtwert von 403 Mio. Euro verzeichnet - was hauptsächlich dem exzellenten Jahresstart zu verdanken gewesen sei: In den ersten vier Monaten 2018 hätten Anleger insgesamt 7,5 Mrd. Euro in diese Gruppes investiert. Im Januar hätten Anleger immerhin wieder mehr als 700 Mio. Euro in Emerging-Market-Aktienfonds gesteckt.

Aktienfonds Euroland

Ähnlich sei es Euroland-Aktienfonds ergangen: Im Januar 2018 hätten Anleger noch 989 Mio. Euro in diese Portfoliogruppe gesteckt. Das abgelaufene Jahr hätten diese Fonds dann mit einem Plus von 531 Mio. Euro geschlossen. Im Januar 2019 hätten Anleger dann aber keinen Appetit mehr auf jene Aktienfonds gehabt, die in die Länderbörsen der Währungsunion investieren würden: aktuell Anteile im Wert von 429 Mio. Euro zurück.

Aktienfonds Europa

Die etwas breiter streuenden Europa-Aktienfonds stünden derzeit ebenfalls nicht in der Gunst der Investoren. Mehr als vier Milliarden Euro seien zuletzt aus dieser Fondskategorie abgeflossen. Im Januar 2018 hätten diese Fonds immerhin noch Investorengelder in Höhe von 980 Mio. Euro angezogen.

Aktienfonds Japan

Japanische Aktienfonds seien von Investoren lange gemieden worden, im Jahr 2018 hätten sie aber zu den Lieblingen avanciert: Im Januar 2018 hätten Anleger 2,7 Mrd. Euro zugekauft und im gesamten abgelaufenen Jahr hätten Japan-Aktienfonds ein Plus von 4,6 Mrd. Euro verzeichnet. Doch wie gewonnen so zerronnen: Im Januar hätten Anleger wieder Anteile im Gesamtwert von 3,2 Mrd. Euro abgestoßen.

Aktienfonds Nordamerika

Vier Jahre in Folge seien Gelder aus nordamerikanischen Aktienfonds abgeflossen. Und auch wenn der Jahresstart 2018 mit Nettomittelzuflüssen von 269 Millionen noch leichte Hoffnungen für diese Fondsgruppe habe aufkommen lassen, in Summe hätten Anleger 2018 aus den Portfolios knapp zwei Mrd. Euro abgezogen. Auch das aktuelle Jahr erscheine mit einem Minus von 1,2 Mrd. Euro noch nicht sehr vielversprechend.

Aktienfonds global

Bei breit gestreuten Aktienportfolios würden Anleger hingegen weiterhin gerne zugreifen - auch wenn sich die Zukäufe gegenüber den letzten Jahren deutlich verringert hätten. In den Jahren 2017 und 2018 hätten Investoren jeweils mehr als vier Mrd. Euro bei globalen Aktienfonds zugekauft. Im Januar 2019 seien es "nur" noch 772 Mio. Euro gewesen.

Aktienfonds gesamt

Insgesamt sei der Jahresstart für Aktienfonds alles andere als erfreulich gelaufen: Mehr als sieben Mrd. Euro habe es aus den Portfolios gespült. Vor einem Jahr hätten sie im Vergleich dazu noch Nettomittelzuflüsse von mehr als 15 Mrd. Euro verzeichnet.

Anleihenfonds Unternehmen

Fonds, die auf Anleihen von Firmen setzen würden, hätten im abgelaufenen Jahr Abflüsse von knapp 47 Mrd. Euro verzeichnet. Bereits im eigentlich noch gut laufenden Januar 2018 hätten Anleger hier 168 Mio. Euro abgestoßen. Im frisch angelaufenen Jahr 2019 habe sich der Abwärtstrend weiter beschleunigt: 194 Mio. Euro seien aus dieser Fondskategorie geflossen.

Anleihenfonds gemischt

Gemischte Anleihenportfolios hätten hingegen endlich wieder Gelder eingesammelt: 2,8 Mrd. Euro hätten Anleger im Januar in diese Fondsgruppe gesteckt. Anfang 2018 hätten sie noch 1,4 Mrd. Euro verkauft.

Anleihenfonds gesamt

Nach einem schwierigen Jahr 2018 - aus Anleihenfonds seien in Summe 114 Mrd. Euro geflossen - würden sich Anleger wieder langsam in diese Fondskategorie zurücktrauen. Knapp 3,5 Mrd. Euro seien im Januar in Rentenfonds geflossen.

Mischfonds

Gemischte Portfolios hätten bislang zu den absoluten Publikumslieblingen gezählt. Doch seit September würden sie von Anlegern mehr ver- als gekauft. Im Januar habe es aus Mischfonds 855 Mio. Euro gespült - vor einem Jahr hätten Investoren bei dieser Fondsgruppe hingegen noch kräftig zugelangt und 7,5 Mrd. Euro in Mischfonds gesteckt. (News vom 04.02.2019) (05.02.2019/fc/n/s)