Top-Flop-Ranking: Energiefonds ganz oben und ganz unten - wie das? - Fondsnews


12.10.20 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der Blick auf Top-Flop-Rankings verrät, welche Branchen an der Börse gerade angesagt sind - und welche nicht, so die Experten von "FONDS professionell".

Aktuell werfe eine solche Rangliste aber Fragen auf, zumindest beim ersten Hinsehen: Angeführt werde das Ranking der Bestperformer über sechs Monate nämlich von einem Energiefonds (Stand: 9.10.2020). Und unten auf der Liste? Würden sich auch Energiefonds finden!

Konkret führe aktuell der BNP Paribas Energy Transition (ISIN LU0823414718 / WKN A1T8W3) die vom Datenanbieter Mountain View geführte Rangliste an: Auf Sicht von sechs Monaten habe er seinen Anlegern ein Plus von satten 130,3 Prozent beschert. Mit dem iShares Global Clean Energy, der im gleichen Zeitraum 106,8 Prozent zugelegt habe, finde sich ein weiterer Energiefonds auf Platz vier des Rankings.

Wer dagegen den Amundi ETF MSCI Europe Energy im Depot habe, müsse laut Mountain View auf Sicht von einem halben Jahr ein Minus von 20,1 Prozent verkraften - so viel wie mit keinem anderen Aktienfonds mit Zulassung in der DACH-Region. Auch die Sondervermögen auf den Plätzen davor würden die Energie im Namen tragen: SPDR MSCI Europe Energy (ISIN IE00BKWQ0F09 / WKN A1191P) (-19,1%), BGF World Energy (-15,5%), Amundi I.S. MSCI World Energy (-14,5%) und Lyxor MSCI World Energy (-14,4%).

Dem aufmerksamen Leser sei schon aufgefallen, wo der Unterschied liege: Die Produkte, die gerade besonders gut laufen würden, würden in die New-Energy-Ecke gehören, die mit der lahmen Performance in die klassische Energiebranche.

Größte Position des BNP Paribas Energy Transition sei zuletzt die Aktie von Sunnova Energy, einem Anbieter von Solar- und Energiespeicherdiensten für Privathaushalte gewesen. Prominent im Portfolio vertreten seien auch das Unternehmen Workhorse, das elektrisch betriebene Lieferwagen herstelle, und Brennstoffzellen-Spezialisten wie Ballard Power Systems oder Plug Power. Laut Factsheet seien nur 3,2 Prozent des Portfolios dem klassischen Energiesektor zuzuordnen.

Interessanter Nebenaspekt: In den vergangenen Jahren sei der zuletzt 468 Millionen Euro schwere Fonds seinem Referenzindex, dem MSCI AC World, meist hinterhergelaufen. Auch im Corona-Crash im Frühjahr sei der Kurs deutlich abgesackt. Seither aber schnelle er förmlich nach oben - und habe die über die Jahre aufgebaute Minderperformance innerhalb weniger Monate mehr als wettgemacht.

Der Amundi ETF MSCI Europe Energy dagegen folge definitionsgemäß stur seinem namensgebenden Index, in dem die größten Titel Total, BP und Royal Dutch Shell heißen würden. Der Index habe sich zunächst einigermaßen vom Corona-Crash erholen können, sei seit Juli aber wieder auf Talfahrt. Viel fehle nicht mehr, und das im März erreichte Tief wäre erneut erreicht. Schuld sei natürlich der Ölpreis, der auf einem historisch niedrigen Niveau verharre.

So zeige der Blick auf das Top-Flop-Ranking auch dieses Mal zuverlässig, welche Branche in der Anlegergunst gerade besonders hoch und welche besonders tief stehe. Dass beide "Energy" im Namen tragen würden, sei kein Zufall. Sondern eher ein Signal dafür, was viele Investoren erwarten würden: Die Ablösung des einen durch den anderen Energiesektor. (12.10.2020/fc/n/s)





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455,88 € 454,02 € 1,86 € +0,41% 27.01./00:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0823414718 A1T8W3 470,28 € 164,52 €
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