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Themen-ETFs: Zukunftstrend oder Mode?


19.11.20 12:13
Legal & General IM

London (www.fondscheck.de) - Themenfonds sind bei Anlegern zurzeit populär - egal ob ETF oder aktiver Fonds, so die Experten von Legal & General Investment Management (LGIM).

Ein häufig genannter Grund dafür sei, dass Themenfonds nachvollziehbar und klar umgrenzt seien. Doch handle es sich nicht einfach wieder um eine neue Mode in der Finanzbranche, bei der alle mitmachen würden? Philipp von Königsmarck, Head of Wholesale bei Legal und General Investment Management (LGIM) für Deutschland und Österreich, erkläre, worauf Finanzberater bei der Auswahl eines Themenfonds achten sollten.

Themen-ETF sei nicht gleich Themen-ETF. Ein Themenfonds sollte sich dadurch auszeichnen, dass er strukturell langfristige Entwicklungen in Wirtschaft sowie Gesellschaft abbilde. Dabei gehe es darum, solche Unternehmen zu identifizieren, die durch ihre innovativen Geschäftsmodelle überholte Modelle ablösen würden. Wichtig: Der Markt müsse sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden, damit der Anleger das Wachstumspotenzial ausschöpfen könne.

Wer erkennen möchte, ob ein Themen-ETF tatsächlich einen Zukunftstrend abbilde und nicht nur einem Hype folge, sollte die folgende Faustregel berücksichtigen: Ein Thema entfalte erst dann eine große Dynamik, wenn mindestens zwei der drei weltweiten Megatrends "Technologie", "Energie & Ressourcen" und "Demografie" aufeinandertreffen würden. Ein Beispiel: Wenn technologischer Fortschritt auf eine wachsende Anzahl von kranken Menschen treffe, dann entstehe beispielsweise das Investmentthema "disruptive Gesundheitstechnologien". Oder: Wenn Technologie auf den Trend "Energie & Ressourcen" stoße, dann sei etwa die Entwicklung von Energiespeicherung ein relevantes Thema.

Aber aufgepasst, das alleine reiche nicht! Denn in vielen Portfolios, die einen solchen Trend abbilden würden, befänden sich auch Unternehmen, die nur geringe Umsätze in diesem Feld erzielen würden. Meist handle es sich dabei um reine Branchenfonds. Viele dieser Branchenfonds würden den Global Industry Classification Standard (kurz: GICS) von MSCI oder S&P zur Einordnung der jeweiligen Unternehmen zu einem Thema verwenden. Der Haken an der Sache: Der GICS sei in den letzten 20 Jahren nur zwei Mal (!) verändert worden - zuletzt 2018.

Ein weiterer Haken: Nutze ein Fonds die Standard-Klassifikation, setze er auf die Gewinner von gestern. Denn in den meisten Indices, die sich an den GICS orientieren würden, seien die Unternehmen nach ihrer Marktkapitalisierung gewichtet. Das heiße, die Unternehmen, die den höchsten Börsenwert hätten, seien am stärksten vertreten. Die möglichen Gewinner von morgen würden bei einer solchen Methodik durch das Netz fallen. Sie hätten die erforderliche Marktkapitalisierung (noch) nicht erreicht. Aber genau hier schlummere ihr Wachstumspotenzial. Unser Fazit: Eine Kategorisierung, die sich an der Vergangenheit orientiert, ist nicht dafür geeignet, Zukunftsthemen für Kunden zu identifizieren, so die Experten von Legal & General Investment Management. (19.11.2020/fc/n/e)