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Studie: Fonds-Überflieger von gestern verschwinden morgen im Mittelmaß - Fondsnews


04.03.19 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Dass es nur wenigen Fondsmanagern gelingt, ihren Vergleichsindex zu übertreffen, ist inzwischen eine Binse, so die Experten von "FONDS professionell".

Diese Erkenntnis sei bereits durch zahlreiche Studien belegt und entsprechend weit verbreitet. Doch selbst unter den erfolgreichen Portfoliolenkern schaffe es nur ein Bruchteil, die Outperformance zu wiederholen. Zu diesem Ergebnis komme nun eine Studie des Indexanbieters S&P Dow Jones Indices. Nur wenige Manager könnten also an frühere Erfolge anknüpfen und ihre Siegesserie fortsetzen. Heiße im Klartext: Der Blick auf die vergangene Investmentleistung eines Managers sage praktisch nichts über seine künftige Performance aus.

Die Forscher hätten dabei die Erfolgsquote von Aktienfonds untersucht, die in den USA vertrieben würden. Die drei Studienautoren hätten dabei die Wertentwicklung von 2.300 Fonds in der Zeit von Anfang 2000 bis Ende September 2018 betrachtet. Zunächst hätten sie die Fondslenker herausgesucht, die ihre zugehörige Benchmark übertroffen hätten. Dann hätten sie geprüft, ob diese "Siegertypen" in den drei Folgejahren ihre Erfolge hätten wiederholen können. Die Experten hätten dabei auch Portfolios einbezogen, die zwischenzeitlich aufgelöst oder mit anderen Produkten verschmolzen worden seien, um den sogenannten "Survivorship Bias" auszuschalten, der die Messergebnisse ansonsten mitunter enorm verfälsche.

Die Ergebnisse würden ernüchternd ausfallen. Von den mehr als 1.000 untersuchten Standardwerte-Fonds habe es in den drei Jahren vor September 2015 nicht einmal ein Drittel geschafft, den S&P 500 zu übertreffen. Von diesen 298 Managern sei es im Folgejahr nicht einmal mehr einem Zehntel gelungen, ihren Erfolg fortzusetzen. Im dritten Jahr habe die Zahl der "Dauerbrenner" mit gerade mal acht der ursprünglich 298 Fondslenker im kaum noch wahrnehmbaren Bereich von 2,7 Prozent gelegen.

Die Autoren von S&P Dow Jones Indices hätten zudem über verschiedene Zeiträume die durchschnittliche Leistung geprüft - die Ergebnisse seien kaum von der Stichprobe per 2015 abgewichen. Auf bessere Ergebnisse seien die Forscher lediglich bei Immobilienfonds sowie bei internationalen Aktien gestoßen. Insbesondere die Manager von Nebenwerteportfolios außerhalb der USA hätten eine bessere Leistung bewiesen.

Grund zur Freude würden aber auch diese Erkenntnis nicht bereiten. Denn selbst bei den vergleichsweise guten und wiederholt erfolgreichen Immobilienmanagern hätte eine zufällige Verteilung immer noch eine bessere Erfolgsquote versprochen, würden die Experten vorrechnen. Sprich: Hätten sich die Manager allein auf ihr Glück verlassen, wären sie besser dagestanden. (04.03.2019/fc/n/s)