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Strategische Entscheidung: Österreichischer Asset Manager verdoppelt nachhaltig veranlagtes Volumen - Fondsnews


12.03.20 12:30
e-fundresearch.com

Wien (www.fondscheck.de) - Die Erste Asset Management drückt in Sachen ESG-Investing auf das - wohlgemerkt umweltfreundliche - "Gaspedal": Ab Ende Februar 2020 werden laut Information der Gesellschaft mehr als 50 Fonds mit einem Volumen von 13,4 Milliarden Euro unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeits-Kriterien gemanagt, so die Experten von "e-fundresearch.com".

Mit einem nachhaltig veranlagten Volumen von bisher 6,6 Milliarden Euro in insgesamt 15 nachhaltigen Publikumsfonds und mehreren Spezialfonds sei die Erste Asset Management Marktführer in Österreich in diesem Bereich. Jetzt gehe die Gesellschaft den nächsten Schritt und integriere nachhaltige Kriterien in einen erheblichen Teil ihrer Investmententscheidungen. Insgesamt steige damit das Fondsvolumen, das unter expliziter Berücksichtigung von ESG-Kriterien gemanagt werde, auf 13,4 Milliarden Euro (per 31.1.2020).

"Unsere Aufgabe ist es, das uns anvertraute Kapital bestmöglich zu verwalten. Wir wissen, dass die verstärkte Berücksichtigung nachhaltiger Gesichtspunkte unseren KundInnen langfristig eine bessere risikoadjustierte Performance bringt. Die grundlegende Ausrichtung der Fonds ändert sich dadurch natürlich nicht", betone Heinz Bednar, Geschäftsführer Erste Asset Management.

Bereits heute würden für aktiv gemanagte Publikumsfonds der Erste AM auf Einzeltitelebene bestimmte Mindestkriterien gelten, die erfüllt werden müssten. So schließe Erste AM Investments in Unternehmen aus, die im Bereich "geächtete Waffen" aktiv seien. Das gelte auch für Investitionen in derivative Instrumente auf Nahrungsmittel und für Investments in Unternehmen, bei denen die Förderung von Kohle mehr als 30 Prozent ihres Gesamtumsatzes darstelle.

Als erste Fondsgesellschaft Österreichs habe man sich zudem 2015 entschieden, das Montréal Carbon Pledge Abkommen zu unterschreiben. Damit verpflichte sich die Gesellschaft, den CO2-Fußabdruck ihrer Portfolios zu messen und zu veröffentlichen. Darüber hinaus übe die Erste Asset Management als nachhaltige Investorin, die von den Investmentfonds gehaltenen Stimmrechte u.a. dazu aus, um ESG Aktionärsanträge zu unterstützen.

Zusätzlich zu den bisher berücksichtigten fundamentalen Kriterien (z. B. Eigenkapitalrendite, Kurs-Gewinn-Verhältnis etc.) würden somit in einem Teil der Produktpalette der Experten ökologische, soziale und Unternehmensführungs-Kriterien (ESG) als weitere Faktoren von FondsmanagerInnen berücksichtigt. Das bedeute, dass diese Kriterien nicht nur in dezidiert nachhaltigen, sondern in Zukunft in einem Großteil aller Publikumsfonds in die Investmentprozesse explizit einbezogen würden.

Für KundInnen ändere sich ansonsten nichts, die grundlegende Ausrichtung der Fonds bleibe selbstverständlich erhalten: Wer einen europäische Aktienfonds gekauft habe, halte auch künftig einen europäischen Aktienfonds, wer in einen globalen Anleihefonds investiert habe, halte ihn auch künftig, usw. Der wesentliche Unterschied sei die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien, was wiederum die Qualität der Fonds verbessere. Die Berücksichtigung von ESG-Kriterien erfolge in verschiedenen Ausprägungen. Ab Ende Februar würden mehr als 50 Fonds auf Basis der integrierten ESG-Kriterien gemanagt.

Zusätzlich zu den strengeren Kriterien gehe Erste AM auch den integrativen Weg, CO2 Neutralität im Unternehmen zu verankern. Dazu würden die Experten den CO2 Fußabdruck der Erste Asset Management berechnen und mit einem externen Partner analysieren, wie EAM als Unternehmen ihren Umgang mit Ressourcen (z.B. Bürobedarf) verbessern könne, sowie ihre MitarbeiterInnen dabei unterstützen könne, in Bezug auf die Umwelt (z.B. Transport, etc.) ihr Verhalten zu verbessern. Seit 2016 werde das Eigenkapital des Unternehmens zudem nachhaltig veranlagt.

"Wir nehmen diesen Schritt nicht auf die leichte Schulter. Es ist sehr wichtig für uns kein Greenwashing zu betreiben, sondern transparent zu informieren und wichtigen Entwicklungen wie dem EU-Aktionsplan zu Green Finance vorzugreifen. Wir wollen maßgeblicher Treiber für die qualitative Weiterentwicklung des Marktes für Nachhaltige Geldanlagen bleiben", so Bednar abschließend. (News vom 20.02.2020) (12.03.2020/fc/n/s)