Starmanager Fischer: Hobby zum Beruf gemacht - Fondsnews


06.12.18 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Frank Fischer managt seit über zehn Jahren erfolgreich den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, so die Experten von "FONDS professionell".

Bei einem Streifzug mit "FONDS professionell"-Redakteurin Andrea Martens durch Frankfurt berichte er, was ihn antreibe.

Graue Novemberwolken über Frankfurt. Fahles Licht falle an diesem Mittwochmorgen in das Büro mit den beiden Riesenbildschirmen auf dem hoch aufragenden Schreibtisch. Das sei es also, das Zimmer, in dem Frank Fischer nach Aktien vielversprechender Unternehmen suche, die "Value" bieten würden. Hier bereite er die wesentlichen Anlageentscheidungen für den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen vor.

"Ich bereite die Titelauswahl für den Fonds natürlich zusammen mit meinen Kollegen vor", sage Fischer. Lange Zeit habe er das allein gemacht - mit enormem Erfolg. Von 40 Millionen auf 2,6 Milliarden Euro sei das Volumen des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen seit seiner Auflage im Januar 2008 angeschwollen. 13,1 Prozent Rendite pro Jahr habe er seinen Anlegern in den vergangenen zehn Jahren beschert. Inzwischen habe Fischer ein Team, das ihn beim Fondsmanagement und der Aktienanalyse unterstütze.

Ohne helfende Hände ginge wenig, schließlich sei der 54-Jährige seit Anfang 2018 auch Vorstandsvorsitzender der Shareholder Value Management AG, die als Advisor unter dem Dach von NFS Netfonds mehrere Fonds berate. Zudem sei er Vorstand der Shareholder Value Beteiligungen AG, die eigene Mittel in börsennotierte Aktiengesellschaften investiere. Viel Zeit bleibe Frank Fischer angesichts der Mehrfachbelastung nicht. An diesem trüben Novembermorgen nehme er sich dennoch Zeit für einen Spaziergang am Mainufer.

Dabei lasse es sich gut reden, über Value Investing zum Beispiel. Genau das sei der Anlagestil, mit dem Fischer den Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen erfolgreich und groß gemacht habe. Dass an den Börsen derzeit ebenfalls tristes Herbstwetter herrsche, störe ihn nicht. Er sehe darin Vorteile, denn wenn die Bewertungen niedrig seien, lasse sich Value finden. "Wenn Angst im Markt ist, muss man mutig werden", sage er. "Und umgekehrt, wenn wir Gier-Märkte haben, muss man selbst ängstlich werden."

Sein Interesse an Aktien habe Fischer schon während der Schulzeit entdeckt. Noch vor dem Abi gründe er mit Freunden seinen ersten Aktienclub. Nach der Ausbildung zum Bankkaufmann studiere er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Frankfurt, nebenbei jobbe er bei ABN Amro. Dort lerne er den Kunden Günter Weispfenning kennen, der später zusammen mit Reiner Sachs Shareholder Value gründe.

Bald schon dürfe der gelernte Bankkaufmann Fischer auf dem Parkett der Frankfurter Börse für Weispfenning Aktien handeln. Das gelinge mit so großem Erfolg, dass Weispfenning eines Tages zu ihm sage: "Lass' uns mal ein Bier trinken gehen!" Dieses Treffen sei der Beginn einer Freundschaft fürs Leben - und stelle die Weichen für Fischers Zukunft als Vorstandsmitglied von Shareholder Value.

2005 steige er als Partner bei Shareholder Value ein. "Damit habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht", sage Fischer. Bis heute sei der Beruf für ihn Passion. Das sei an der Art zu merken, wie detailliert er über einzelne Investments spreche. Und natürlich an der Performance, die der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen in den vergangenen zehn Jahren hingelegt habe. Seit Anfang 2018 allerdings gehe es damit ein wenig nach unten. Habe Fischer Fehler gemacht? "Es gibt immer Fehlinvestments, und dann fragt man sich: 'Was hast du dir bloß dabei gedacht?'", sage er. Entmutigen lasse sich der Value Investor dadurch aber nicht.

Welche Eigenschaften brauche ein Value Investor eigentlich, um dauerhaft erfolgreich zu sein? "Sitzfleisch und Demut vor den Märkten", sage Fischer. "Ich glaube, wichtig ist auch die Fähigkeit, sich gegen den Wind zu stellen", ergänze er. Von sich selbst sage Fischer, seine wesentliche Eigenschaft sei es wohl, Dinge offen und mit viel Kreativität anzugehen.

"Das gibt mir die Möglichkeit, wie ein Miteigentümer zu denken und unternehmerische Entscheidungen gut beurteilen zu können", finde er. Auf diese Weise könne er auch mal Risiken eingehen, die andere Leute nicht verstehen würden, weil sie nicht bereit seien, in diese Richtung zu denken. So könne er Value-Chancen ergreifen. "Wenn sie aufgehen, dann lässt das bei mir richtig die Sonne scheinen", sage Fischer. (News vom 05.12.2018) (06.12.2018/fc/n/s)






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